Die Eintracht endlich aus dem Fahrstuhl holen

Frankfurt (sp) - Der erste Verantwortliche der Frankfurter Eintracht hat sich aus der Deckung gewagt und von der Zukunft in der Bundesliga gesprochen.

Während Trainer Armin Veh vor dem womöglich entscheidenden Auswärtsspiel am Montag in Aachen fast schon verzweifelt versucht, den Ball flach zu halten, hat Sportdirektor Bruno Hübner in einem Interview mit der „Bild“ einige für Frankfurter Verhältnisse fast schon verwegene Ideen vorgestellt. Etwa aus der „Fahrstuhlmannschaft“ Eintracht, die nach einem Aufstieg wieder nur gegen den Abstieg spielen würde, eine Mannschaft mit besseren sportlichen Perspektiven zu machen. Er hält es für möglich, zu Vereinen wie Borussia Mönchengladbach oder Hannover 96, die zuletzt weit davongezogen sind, wieder aufzuschließen. Hübner will „neue Wege“ finden, „um die Rahmenbedingungen dauerhaft zu verbessern und das Budget zu erhöhen“. Mehr Geld gleich mehr Qualität gleich mehr Erfolg ist die Rechnung, die Hübner aufmacht und die auch den Erfahrungen in der Liga entspricht. „Wir sollten mehr ins finanzielle Risiko gehen“, fordert der Sportchef.

So schlägt er vor, die aufgestockten Fernsehgelder, die ab 2013 fließen, im Vorgriff schon diesen Sommer einzusetzen, um die Mannschaft personell deutlich zu verstärken. Damit ginge einher, dass die Eintracht neben Stefan Aigner von 1860 München, der einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat, weitere gute Spieler holt, aber auch wichtige eigene Profis an sich bindet. Was per Option etwa beim Brasilianer Bamba Anderson möglich, aber bei einer Ablösesumme von über einer Million Euro auch teuer wird. Hübner nimmt zudem den seit vielen Jahren bei der Eintracht verpönten Begriff der „Fremdfinanzierung“ in den Mund. „Es gibt Wege, Spieler über einen Investor zu finanzieren, und mit diesem dann Lösungen zu erarbeiten, damit er später an sein Geld kommt“, sagt er.

Der Sportdirektor will seine Vorschläge „ergebnisoffen“ mit den Gremien diskutieren – in erster Linie mit dem Aufsichtsrat, der das wirtschaftliche Handeln absegnen muss. Voraussetzung all der Überlegungen wäre neben dem Aufstieg vor allem eine Übereinkunft mit dem Vorstand der Fußball-AG – ab kommenden Monat Heribert Bruchhagen und Axel Hellmann. Alle Beteiligten seien aufgefordert, die Situation noch mal zu bewerten und einzuschätzen, meint Hübner, „jetzt etwas mehr ins Risiko zu gehen, wäre das richtige Zeichen zum richtigen Zeitpunkt.“

Hübner ebnet mit dem Vorstoß auch den Weg für die bevorstehenden Vertragsgespräche mit Trainer Armin Veh, der sein Bleiben zweifellos von einer besseren sportlichen Perspektive abhängig machen wird. Auf „70:30“ beziffert Hübner die Chancen, dass Veh bleibt, wenn die eine oder andere Forderung erfüllt wird. Er vertraut dabei auf seine eigenen Überredungskünste. Und eben tatsächlich darauf, dass sich bei der Eintracht etwas bewegt. Ganz besonders wichtig wird es in diesem Zusammenhang sein, einen potenten Nachfolger für den scheidenden Hauptsponsor „Fraport“ zu finden.

Quelle: op-online.de

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