Eintracht-Fans ignorieren Stadionverbot des DFB

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Frankfurt/Berlin - Bringen die Strafen des DFB-Sportgerichts nichts mehr? Etwa 1000 Fans von Eintracht Frankfurt sind trotz eines Verbotes in das Stadion von Union Berlin gelangt. Eintracht-Chef Bruchhagen regt ein Umdenken bei den Sanktionen an.

Nach dem souveränen Sieg spazierte Heribert Bruchhagen über den Trainingsplatz des 1. FC Union Berlin hinter der Tribüne. Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Zweitligisten Eintracht Frankfurt wirkte entspannt, als er im Dunkeln mit der Familie telefonierte. Für den Erstliga-Absteiger war es ein perfekter Abend: 4:0 in der Hauptstadt - Tabellenplatz zwei gefestigt.

Doch der sportliche Aspekt geriet fast ins Hintertreffen. Denn rund 1000 Eintracht-Fans waren trotz Verbots durch das DFB-Sportgericht ins Stadion gelangt. Bruchhagens Konsequenz: „Wir müssen bei den konventionellen Strafen umdenken.“

Über den Zaun zum Gästebereich gestiegen

Mitte der ersten Halbzeit waren mehrere Frankfurter Anhänger, die wegen Vorkommnissen im Spiel bei Fortuna Düsseldorf eigentlich ausgesperrt werden sollten, über den Zaun zum Gästebereich gestiegen. Als immer mehr Fans versuchten, dem Beispiel zu folgen, öffnete Union die Tore und ließ alle passieren. „Das war sicherlich nicht rechtens. Aber es war sehr besonnen. Union hat großartig reagiert“, sagte Bruchhagen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

DFB-Sanktionen machen Fans erfinderisch

Die DFB-Sanktionen machten die Fans sogar erfinderisch. So kauften Union-Anhänger für die Hessen die Eintrittskarten. Gemeinsam wurden während des Spiels Schmähgesänge gegen den Verband angestimmt - Plakate brachten zudem den Unmut über die Strafe zum Ausdruck. Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner meinte: „Man muss überlegen, ob das die richtigen Sanktionen sind. Kontrollen vor dem Stadion sind nicht möglich.“

Sein Chef ergänzte: „Das war doch heute ein wirkliches Fußballfest - friedlich mit einer tollen Atmosphäre. Man darf aber auch nicht vergessen, warum wir diese Strafe bekommen haben. Die Fans haben gesehen, es geht auch anders.“

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Richtig gut läuft es für Frankfurt im Aufstiegsrennen. Nach dem vierten Sieg in Serie stehen die Frankfurter mit 58 Punkten weiter auf dem zweiten Platz. Mohamadou Idrissou (9. Minute), Erwin Hoffer (57.) und Alexander Meier (73./89.) stellten mit ihren Treffern den 17. Saisonerfolg der Eintracht sicher. Für die Berliner war es vor 16 589 Zuschauern im ausverkauften Stadion „An der Alten Försterei“ nach drei Spielen ohne Niederlagen dagegen die erste Pleite.

dpa

Quelle: op-online.de

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