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Abstiegskampf: Der Trend als Feind von Eintracht Frankfurt

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Eintracht-Trainer Adi Hütter steht eine knifflige Aufgabe bevor. 

Eintracht Frankfurt wurde in den Abstiegskampf katapultiert. Trainer Adi Hütter steht deshalb in der Rückrunde eine knifflige Aufgabe bevor. 

Frankfurt - „The trend is your friend“, das ist eine alte Börsenregel, die Uli Hoeneß vor ein paar Jahren in die Fußballsprache eingeführt hat. Der Trend ist also dein Freund. Soll heißen: Wenn es läuft, dann läuft es. Was natürlich auch umgekehrt gelten kann. Da kann der Trend leicht zu deinem Feind werden. Was die Frankfurter Eintracht in den letzten Wochen des alten Jahres bitter erfahren musste. Sieben Bundesligaspiele ohne Sieg stehen zu Buche, von möglichen 21 Punkten wurde nur einer geholt. 

Die zuvor gut platzierten Hessen wurden mitten in den Abstiegskampf katapultiert. Es ging so steil abwärts, wie es sich bei der Eintracht nach den letzten zweieinhalb guten Jahren niemand hätte vorstellen können. Jetzt müssen sie gegen diesen Trend ankämpfen, beginnend mit dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim, dem eine Woche darauf das Heimspiel gegen den Herbstmeister und neuen Titelfavoriten aus Leipzig folgt. Zwei weitere Niederlagen und die Eintracht würde sich in einem Strudel befinden, der sie tatsächlich nach unten ziehen könnte, bis hin in die Zweite Liga.

Eintracht Frankfurt: Christoph Daum und Bundestrainer Jogi Löw glauben nicht an Abstieg 

Nicht hilfreich sind dabei all die muntermachenden Aussagen von Bundestrainer Jogi Löw, dem ehemaligen Frankfurter Trainer Christoph Daum, der 2011 übrigens mit der Eintracht zuletzt abgestiegen ist, oder Bundesligarekordspieler Karl-Heinz Körbel, die alle davon überzeugt sind, dass die Frankfurter mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Alleine die Mannschaft kann es auf dem Platz regeln und das wird schwer genug. Denn objektiv gesehen haben sich die Voraussetzungen gegenüber dem Totaleinbruch im Dezember nicht wirklich verbessert. 

Eher im Gegenteil. Denn mit Gelson Fernandes und Daichi Kamada fallen zwei wichtige Spieler wegen Verletzungen aus. Und Sportvorstand Fredi Bobic hat die Chance der winterlichen Transferperiode bislang noch nicht zu einer Verstärkung von außen genutzt. Was noch nicht ist, kann freilich noch werden. Vielleicht wartet Bobic auch einfach nur ab, ob die Not am Samstag nach dem Spiel in Hoffenheim noch größer geworden ist. Oder ob sich die Situation etwas entspannt hat.

Eintracht Frankfurt: Trainer Adi Hütter steht knifflige Aufgabe bevor

In jedem Fall steht Trainer Adi Hütter eine knifflige Aufgabe bevor. Die Statistiken, kleine Brüder des Trends, sprechen nicht für die „Adler“. Die Frankfurter sind die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga und haben in Rückrunde ein Auswärtsspiel mehr als ein Heimspiel. Dass die Eintracht in den letzten Jahren in der Rückrunde meist schlechter abgeschnitten hat als in der Vorrunde ist auch ein Fakt, den viele auf die Zusatzbelastungen durch die Europapokalspiele zurückführen. Die gibt es auch in diesem Jahr weiter, zumindest im Februar führen die beiden Begegnungen in der Europa-League gegen Salzburg zu einem erneut dichtgedrängten Terminplan. Die Überzeugung, bei halbwegs normaler Form der wichtigen Spieler mehr Qualität zu haben als viele Abstiegskonkurrenten, steht auch auf wackligen Beinen. Denn gerade gegen die direkte Konkurrenz hat die Eintracht nicht wirklich gut ausgesehen. 

Gegen Augsburg, Mainz, Köln und Paderborn wurde verloren, gegen Bremen nicht gewonnen. Alleine gegen Düsseldorf und bei Union Berlin gab es Siege gegen mitbedrohte Teams, dies war allerdings in der ersten Hälfte der Vorrunde, als Trend und Form noch für die Eintracht sprachen. Für die These mit der Qualität sprechen freilich die sieben Punkte, die die Frankfurter gegen Dortmund, Bayern und Leverkusen geholt haben. Da war das eigene Stadion noch eine Festung. Am Ende des letzten Jahres war es die auch nicht mehr. Die letzten drei Heimspiele konnten allesamt nicht gewonnen werden. Auch zwei von drei Europacup-League-Heimspielen wurden übrigens verloren.

Eintracht Frankfurt setzt auf Neuanfang

Jetzt setzt die Eintracht auf einen Neuanfang. Mit neuem System, mit neuem Mut. Kein Blick mehr zurück, alle Konzentration ist auf die nächsten Wochen gerichtet. „Wir wollen und müssen wieder zu dem zurückkehren, was uns stark gemacht hat, also Kampfbereitschaft, Herzblut und Hingabe“, sagt Kapitän David Abraham, „wir müssen die Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken und fangen damit am besten in Hoffenheim an.“ Damit der Trend wieder der Freund der Eintracht wird.

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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