Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Der 16. Anlauf in Mainz - ein Sieg soll her

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Zurück nach langer Verletzungspause: Almamy Touré wird heute in Mainz für die Eintracht verteidigen. 

Mit frischem Selbstvertrauen unternimmt Eintracht Frankfurt mal wieder den Versuch, beim FSV Mainz 05 zu gewinnen.

Frankfurt - Vieles von dem, was fleißige Helfer zuletzt an Informationen über den heutigen Gegner FSV Mainz 05 zusammengetragen haben, kann Adi Hütter getrost vergessen, die Spiele unter dem langjährigen Trainer Sandro Schwarz „können wir ad acta legen“, sagte der Frankfurter Fußballlehrer am Tag vor dem mit einiger Spannung erwarteten Rhein-Main-Duell (20.30 Uhr/live Dazn) in Mainz. Seit neuestem leitet Achim Beierlorzer die Nullfünfer an, mit einigem Erfolg übrigens, wie das erstaunliche 5:1 bei der TSG Hoffenheim vor Wochenfrist zeigte, aber für Hütter ist der Trainerwechsel erst einmal nicht das ganz große Problem. „Achim Beierlorzer kommt aus der RB-Schule.“ Hütter auch, zumindest hat er drei Jahre in Salzburg gearbeitet, auch als Mastermind Ralf Rangnick vor Ort war, Hütter weiß also ziemlich genau, was Eintracht Frankfurt erwartet, nämlich: Aggressivität, Giftigkeit, Tempo, „die wollen ihr Spiel durchbringen.“ Grundsätzlich spielten beide Teams einen ähnlichen Fußball, findet der Frankfurter Coach, das könnte „hochinteressant werden“. Letzte Fingerzeige habe das Hoffenheim-Spiel gegeben, das „wir komplett zerlegt haben“. Und damit ist ihm klar: „Mainz spielt jetzt einen anderen Fußball.“

Eintracht Frankfurt und Mainz 05: Zwei Mannschaften mit überraschenden Erfolgen

An diesem Montag treffen in der Mainzer Arena auch zwei Mannschaften aufeinander, die zuletzt mit zwei überraschenden Erfolgen für Furore sorgten, den bereits erwähnten 5:1-Sieg der Mainzer in Hoffenheim und der nicht minder spektakuläre 2:1-Erfolg der Frankfurter in der Europa League gegen den FC Arsenal, einen Sieg, den Adi Hütter flugs als „historisch“ adelte. „Das war außergewöhnlich.“

Die Partie im TV und Livestream: So sehen Sie den FSV Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt live

Er war auch deshalb außergewöhnlich, weil nach der ersten Halbzeit kein Mensch auch nur einen Pfifferling noch auf Eintracht Frankfurt gesetzt hätte, so unterlegen, so schwach, ja so desaströs waren die Hessen da in Nordlondon aufgetreten. „Es war eine unglaublich schwierige Situation in der Halbzeit“, erzählte jetzt der Trainer Hütter von den Minuten in der Kabine, in der er es in erster Linie war, der die Mannschaft mit ein paar taktischen, vor allem aber mit personellen Änderungen auf ein anderes Gleis gesetzt hatte. Dominik Kohr und Mijat Gacinovic, bis dato nur Ersatz, sorgten für den großen Umschwung, „sie haben uns unglaublich gut getan“, sagte der 49 Jahre alte Coach, der selbst drei Tage danach dem Team noch einmal zu seiner „tollen Leistung“ gratulierte. „Wie wir nach dieser ersten Halbzeit dann zurückgekommen sind, das spricht für Mentalität und Charakter dieser Mannschaft.“

Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft der zwei Gesichter

Es zeigt vor allem Stärke und Schwäche dieser Mannschaft zugleich. Denn natürlich kann der Trainer nicht die Augen verschließen vor den ersten 45 Minuten, in denen im Grunde nichts zusammenlief bei Eintracht Frankfurt. Diese beiden Gesichter präsentieren die Hessen regelmäßig, gerade die erste Halbzeit missrät den Frankfurtern in dieser Saison, egal in welchem Wettbewerb, häufiger, „wir schaffen es nicht, das in den Griff zu kriegen“. Und zu sagen, „Schwamm drüber“, ist dem Österreicher dann doch zu wenig.

Die ersten Halbzeiten gegen Mannheim, Straßburg, Augsburg, oder Mönchengladbach waren den Frankfurtern aus den Händen geglitten, da waren sie nicht wirklich auf dem Platz, da funktionierte wenig bis kaum etwas. Hütter hat das sehr wohl registriert, „das müssen wir besser machen“, sagt er. Andererseits sei es enorm schwierig, über 90 Minuten eine konstant gute Leistung an den Tag zu legen. „Andere Vereine schaffen das auch nicht“. Grundsätzlich zähle „am Ende des Tages aber das Ergebnis“ - und das stimmte. „Wir haben das genossen.“

Der Sieg in Arsenal gibt Selbstvertrauen

Den Schwung aus dem Arsenal-Spiel am Donnerstag also will Eintracht Frankfurt mit nach Mainz nehmen, das Selbstvertrauen ist wieder da, das nach drei Niederlagen am Stück leicht am Schwinden war. Vertrauen in die eigene Stärke ist auch deshalb wichtig, weil der Blick in die Statistik einen aus Frankfurter Sicht eher frösteln lässt: In den letzten 15 Spielen, einerlei in welcher Liga, war es Eintracht Frankfurt nicht gelungen, beim FSV Mainz 05 zu gewinnen. Das Gros der Begegnungen endete immerhin unentschieden. Der letzte Frankfurter Sieg datiert aus dem Jahr 1986, es war ein Pokalspiel, in dem ein gewisser Reinhold Jessl das 1:0-Siegtor der Eintracht erzielte, und selbst dazu benötigte man die Verlängerung. Seinerzeit spielten noch Charly Körbel, seit gestern 65 Jahre alt, Manni Binz und Armin Kraaz bei der Eintracht. 33 Jahre ist das schon her, fast eine Ewigkeit. „Jede Serie geht einmal zu Ende“, nahm Adi Hütter Zuflucht zu einer Plattitüde. Für die Hessen spräche im 16. Anlauf zudem, dass man sich abends und unter Flutlicht zuletzt immer ganz gut aus der Affäre gezogen habe.

Eintracht Frankfurt mit Almamy Touré

Personell wird es Veränderungen im Frankfurter Team geben. Almamy Touré, der rechte Innenverteidiger, wird in die Mannschaft zurückkehren. Der Franzose hat seinen Sehnenriss im Oberschenkel, den er sich Mitte Oktober im Spiel gegen Bayer Leverkusen (3:0) zugezogen hat, auskuriert und kann auflaufen. David Abraham, der noch in London spielte, ist ja für die Bundesliga in der kompletten Hinrunde gesperrt. „Er muss so weit sein“, sagte Hütter über Touré, dem natürlich nach sechs Wochen Pause die Spielpraxis fehlt. Touré, Makoto Hasebe und Martin Hinteregger werden die Dreierabwehrkette bilden.

Ob Sebastian Rode und Bas Dost in der Startelf stehen, wollte Hütter am Sonntag noch nicht verraten. Beide hatten aber das gestrige Anschlusstraining absolviert, beide hatten freilich wegen kleinerer muskulärer Probleme den erfolgreichen Trip auf die Insel nicht antreten können. Deshalb spricht einiges dafür, dass erneut Kohr und Gacinovic eine Chance von Anfang an bekommen, und der Matchwinner von London, Daichi Kamada, als hängende Spitze beginnen wird. Der „Knopf“ ist ja bei ihm durch seine beiden schönen Tore aufgegangen, wie das Hütter vor einigen Wochen gesagt hat, in DFB-Pokal und Europa League hat der Japaner bereits getroffen, lediglich in der Liga noch nicht. Das soll heute Abend nachgeholt werden.

Vermutlich wird Stürmer André Silva auf die Ersatzbank müssen. Nach seinem schwachen Auftritt gegen Arsenal attestierte Hütter seinem Neuzugang, in „ein Formtief gefallen“ zu sein. Aber man werde „ihn auffangen“.

Eintracht Frankfurt in Mainz: Zum Spiel

Mainz:Zentner - St. Juste, Fernandes, Niakhaté - Öztunali, Latza, Kunde, Aaron, Boetius - Onisiwo, Quaison.

Frankfurt:Rönnow - Touré, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Kohr, Sow, Gacinovic, Kostic - Kamada, Paciencia.

Schiedsrichter:Manuel Gräfe (Berlin).

Der Eintracht fehlen:Abraham (Rotsperre), Trapp, Russ (beide Aufbautraining).

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