Ausgleich in Wolfsburg in letzter Minute

Glück und Pech für die Eintracht

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VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt

Die Frankfurter Eintracht steht auch vier Spieltage vor Schluss der Saison noch immer auf einem Champions-League-Rang. Doch der Vorsprung wird immer knapper.

Wolfsburg - Nach dem 1:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg ist es gerade noch zwei Punkte vor Borussia Mönchengladbach und drei vor der TSG Hoffenheim. Es war einerseits Pech für die Eintracht, denn der Ausgleich fiel in der 90. Minute, allerdings war er hochverdient für die Gastgeber, die zuvor mit zwei Aluminium-Treffern viel Pech hatten. Die Eintracht war eine Viertelstunde vor dem Ende durch den eingewechselten Johnny de Guzman in Führung gegangen, hatte dann aber bei einem Konter einmal nicht aufgepasst. Und Anthony Brooks schaffte nach einem Konter das 1:1. Großer Rückhalt war Torhüter Kevin Trapp, der allerdings noch von Abwehrchef Makoto Hasebe übertroffen wurde.

Rebic: „Leichte muskuläre Probleme“

Zwei Veränderungen hatte der Frankfurter Trainer gegenüber dem Europacupspiel gegen Benfica vorgenommen. Für den gesperrten Gelson Fernandes feierte Lucas Torró nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback. Und vorne stürmte anstelle von Ante Rebic Goncalo Paciencia. Rebic habe „leichte muskuläre Probleme“, hatte der Eintracht-Coach den Wechsel vorher erklärt. Überraschend weiter im Team stand Simon Falette. Evan Ndicka saß nur auf der Bank. Die Eintracht legte los wie die Feuerwehr. Schon nach wenigen Sekunden hatte Paciencia eine Kopfballchance. Und dann war erst mal wieder Pause. Aus Protest gegen die Montagspiele flogen aus der Frankfurter Fankurve bunte Tischtennisbälle auf den Platz, die erstmal mit vereinten Kräften beider Mannschaften inklusive Ordner eingesammelt werden mussten. Zudem schwiegen beide Fankurven, darum war es ungewöhnlich ruhig im Stadion.

Die Wolfsburger kamen dann besser ins Spiel. In der 10. Minute hatten sie eine sogenannte „Hundertprozentige“. Maxi Arnold war auf der linken Seite völlig frei, passte nach innen. Weghorst stand völlig frei. Kevin Trapp war schon geschlagen, doch Makoto Hasebe rettete noch vor der Linie. Hasebe war sowieso der Garant für die „Null“ der Frankfurter bis zur Pause. Was der Japaner auch anpackte, hatte Hand und Fuß. Nach vorne freilich lief nicht so sehr viel für die Eintracht. Die 36. Minute hatte es dann in sich. Weghorst gelang im Frankfurter Strafraum ein fantastischer Volleyschuss, der von Trapp mit einer Klasseparade abgewehrt wurde. Danach startet die Eintracht einen Konter, den Filip Kostic mit einem Flachschuss abschloss. Der Ball flog nur ganz knapp vorbei.

Aluminium-Pech beim VfL Wolfsburg 

Die Eintracht hatte ihre dickste Chance fünf Minuten vor der Pause nach einem Eckball. Der wurde kurz gespielt, Rode zog den Ball weit nach hinten und Paciencia stieg nach oben. Den Kopfball des Portugiesen wehrte der Wolfsburger Torwart Pervan, der den verletzten Casteels vertritt, mit einem Reflex ab. Nach dem Wechsel schien der Eintracht dann nach und nach die Kräfte auszugehen. Die „Wölfe“ wurden immer dominanter und spielten sich dicke Gelegenheiten heraus. Die Frankfurter strapazierten nun ihr Glück. In der 57. Minute köpfte Robin Knoche nach einem Eckball den Ball an die Latte. Sieben Minuten darauf nahm Arnold nach einer Faustabwehr von Trapp den Ball volley und scheiterte am Pfosten. Der Eintracht-Trainer war gezwungen zu reagieren. Er brachte mit Johnny de Guzman für Sebastian Rode und Ante Rebic für Luka Jovic zwei frische Kräfte.

Doch die nächste Gelegenheit hatten wieder die körperlich deutlich überlegenen Gastgeber. Nach einem Weitschuss von Arnold konnte Trapp gerade noch abwehren, hatte Glück, dass Mehmedi nicht aufgepasst hatte, um den Abpraller einzuschießen. Doch dann schlug die Eintracht zurück. Der gerade eingewechselte De Guzman passte nach toller Vorarbeit von Da Costa und einem etwas verunglückten Schuss von Kostic richtig gut auf. Er setzte sich gegen Tisserand im Zweikampf durch und schob den Ball ins lange Eck. Zwölf Minuten vor dem Ende führte die Eintracht. Und es sah danach nicht mehr nach dem Ausgleich aus, doch in letzter Minute verlor Kostic an der Mittellinie den Ball, Wolfsburg kam zum Konter und nutzte ihn zum verdienten 1:1. Brooks drückte den Ball aus kurzer Distanz ein.

Stimmen zum Spiel Wolfsburg gegen Frankfurt

Kevin Trapp: "Für mich überwiegt die Enttäuschung. So dürfen wir nicht verteidigen, das war ein wenig fahrlässig. Wir nehmen den Punkt natürlich gerne mit, wer weiß, ob er am Ende hilft."

Johnny de Guzman: "Wir haben jetzt im Kampf um die Champjons-League-Plätze vier weitere Endspiele."

Maximilian Arnold: "Frankfurt war ziemlich kaputt, wir hätten eigentlich gewinnen müssen."

Bruno Labbadia: "Ich kann nicht zufrieden sein. Es war ein eigenartiges Spiel, eine gespenstisches Gefühl durch die Ruhe im Stadion. Das war echt nicht der Fußball, den ich mir wünsche. Wir haben unsauber gespielt."

Noten der Eintracht-Spieler in Wolfsburg

  • Kevin Trapp 2,0
  • David Abraham 3,0
  • Makoto Hasebe 1,5
  • Simon Falette 3,5
  • Danny da Costa 3,5
  • Sebastian Rode 3,5
  • Lucas Torró 4,0
  • Filip Kostic 3,5
  • Mijat Gacinovic 3,5
  • Luka Jovic 4,5
  • Goncalo Paciencia 4,0
  • Johnny de Guzman 2,0
  • Ante Rebic 3,5
  • Almamy Touré -

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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