Eintracht Frankfurt

Bobic stellt klar: „Wir gehen davon aus, dass Kevin Trapp seinen Vertrag erfüllt“

Parierte vergangene Saison 64,8 Prozent aller Schüsse auf seinen Kasten: Eintracht-Torhüter und Nationalspieler Kevin Trapp.
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Parierte vergangene Saison 64,8 Prozent aller Schüsse auf seinen Kasten: Eintracht-Torhüter und Nationalspieler Kevin Trapp.

Uli Stein heizt die Diskussion um Eintracht-Torwart an. Die Fans der SGE sind gegen einen Verkauf des Leistungsträgers.

Frankfurt - Das Theater um Kevin Trapp (30) hatte mit einer Bemerkung am Rande von Fredi Bobic begonnen. „Der eine oder der andere kann uns verlassen, ich weiß noch nicht wer“, hatte der Sportvorstand zum Torwart-Thema bei der Frankfurter Eintracht gesagt. Das klang so, als wolle die Eintracht ihre „Nummer eins“ ins Schaufenster stellen, um Interessenten anzulocken. Als dann der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Steubing nachlegte und erklärte, dass er einen Verkauf Trapps „nicht ausschließt“, hatte sich die Angelegenheit zum medialen Selbstläufer entwickelt. Tenor: Die Eintracht will ihren einzigen deutschen Nationalspieler, den mit knapp 5 Millionen Euro Jahresgehalt bestverdienenden Profi, aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen. Nun versucht Bobic die Notbremse zu ziehen. „Ich muss klar sagen: Kevin Trapp ist als unsere Nummer eins ein sehr wichtiger Bestandteil des Teams“, sagte er am Freitag, „er ist ein wichtiges Gesicht von Eintracht Frankfurt und wir wissen absolut was wir an ihm haben. Wir gehen davon aus, dass er seinen Vertrag bei uns erfüllt.“ Trapps Vertrag läuft noch bis zum 30.Juni 2024.

Der Eintracht-Boss versuchte noch einmal seine ursprünglichen Einlassungen zu erklären. „Es gibt aber einen Fakt- und nichts anderes hatte ich in der Vergangenheit gesagt - den wir nicht außer Acht lassen dürfen: wir müssen noch mehr als sonst auf die wirtschaftliche Komponente achten“, stellte Bobic klar, „wir können daher den Verkauf von Leistungsträgern nicht kategorisch ausschließen - unabhängig von Kevin.“ An der Leistungsfähigkeit von Kevin Trapp und der Bedeutung für den Klub gebe es aber „überhaupt keine Zweifel“. Er sei froh, „dass es uns gelungen ist, ihn von der Eintracht zu überzeugen und von Paris loszueisen.“ Im Schaufenster stehe Trapp keineswegs.

Der vor allem in den Medien ausgetragene Streit um den Frankfurter „Stammtorhüter“ hatte am Freitag durch Äußerungen des ehemaligen Nationaltorwarts Uli Stein (65) Fahrt aufgenommen. Trapp habe keine gute Saison gespielt und sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Stein. „Ich habe schon damals, als er kam, gesagt: Wenn er sich weniger auf den roten Teppich konzentriert, dafür mehr auf seinen Job, ist er ein Guter“, fügte er hinzu, „aber ich habe das Gefühl, dass bei ihm andere Dinge im Vordergrund stehen.“ Trapp sei es wohl „wichtiger, mit der Freundin auf den Social-Media-Kanälen aktiv zu sein“, hatte der frühere Eintracht-Keeper Stein via Bild unter die Gürtellinie geschlagen, „ich habe gehört, der AC Mailand hat Interesse. Gut so, das ist eine Schicki-Micki-Stadt, da passt er mit Freundin gut hin.“ Stein empfahl der Eintracht, in Zukunft auf Trapps Stellvertreter Frederik Rönnow zu setzen, „der hat das super gemacht“. Brisant: Uli Stein ist auch als „Legende“ für die Eintracht offiziell im Einsatz. Zuvor hatte schon der frühere Weltmeister Thomas Berthold, übrigens auch über Bild, empfohlen, Trapp für eine Summe von sieben Millionen Euro gehen zu lassen.

Parallel dazu hatte die Sport-Bild am letzten Mittwoch berichtet, dass der Spieler inzwischen selbst einen neuen Verein suche. Angeblich sei er von seinem Berater bei Betis Sevilla angeboten worden. Dies, so hört man von den Beteiligten übereinstimmend, sei freilich eine freie Erfindung. Dem Vernehmen nach soll Trapp drei Tage vor dem Saisonstart der Eintracht mit medizinischen Tests am kommenden Montag ausgesprochen sauer auf die gesamte Diskussion im Allgemeinen und Steins Einlassungen im Speziellen reagiert haben. Die Meinung der Fans scheint klar: In einer Umfrage des HR stimmten mehr als 60 Prozent dafür, Trapp auf keinen Fall zu verkaufen. Von PEPPI SCHMITT 

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