Eintracht zu Gast in München

Schwierige Verhandlungen für Bobic: Fragezeichen um sieben Stammspieler

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Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt

Es ist das letzte Pflichtspiel der Frankfurter Eintracht in dieser Saison, so viel steht fest. In München wird sich am Samstag entscheiden, ob die Frankfurter auch in der nächsten Spielzeit internationale Feste feiern dürfen. Auch das ist klar.

Frankfurt - Wer die Europacup-„Helden“ der letzten Monate noch einmal zusammen spielen sehen will, sollte genau hinschauen, denn es wird aller Voraussicht nach das letzte Mal sein. Wie die Mannschaft für die nächste Saison aussehen wird, ist unklarer denn je. Aus der guten Ausgangsposition, erarbeitet in der Europa-League und der Bundesliga, ist innerhalb weniger Tage eine gar nicht mehr so gute geworden. Womöglich hat die Mannschaft gegen Augsburg, Berlin und Mainz ihre eigene Zukunft verspielt.

Der Erfolg ohne Happy-End, wie er nun droht, hat negative Auswirkungen für die Personalplanungen. Jene Spieler, die an sich selbst den Anspruch haben, europäisch zu spielen, könnten beim Verfehlen des Ziels den Absprung planen. Und jene, die wegen der internationalen Feste kommen wollten, werden sich dies nun genau überlegen. „Wenn ich Fußballer bin und das hier sehe, wollen viele hierher und viele hier bleiben“, hatte Trainer Adi Hütter noch vor einer Woche gesagt. Ein Satz, der nicht mehr gilt, wenn die Eintracht Europa verpasst.

Eintracht Frankfurt: Fragile Verhandlungsposition

Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner sind inzwischen in einer fragilen Verhandlungsposition. Keiner schlechten, nein, denn die Eintracht würde ja auch als Achter der Bundesliga eine grundsätzlich gute Adresse bleiben, legt man den Maßstab des Bundesliga-Mittelfeldes an. Aber auch keine wirklich gute mehr, denn der Markt der guten Spieler, vor allem deren Berater, reagiert wie ein Seismograf auf sportliche Entwicklungen. Das gilt sowohl für Spieler der aktuellen Mannschaft als auch für potentielle Neuzugänge.

Kevin Trapp zum Beispiel hat vor einigen Wochen erklärt, „dass nichts dagegen spricht, dass ich bleibe.“ Inzwischen spricht einiges dagegen. Paris St. Germain will ihn nach Medienberichten zurückholen und sitzt am längeren Hebel. Die italienische Torwart-Legende Gigi Buffon wird seine Karriere wohl beenden, Trainer Thomas Tuchel will Trapp angeblich eine Chance als „Nummer 1“ beim französischen Meister geben. Allerdings ist da auch noch Alphonse Areola, der französische Nationaltorwart. Schon in der letzten Saison hatte Trapp den Konkurrenzkampf gegen Areola verloren. Ob er sich das nochmal antun will? Was er sicher will, ist international spielen. Laut „Bild“ hat Trapp vorsichtshalber den Mietvertrag seiner Wohnung in Frankfurt schon mal gekündigt.

Wird die „Büffelherde“ zusammengehalten?

Trapp ist nicht der einzige, der wegbrechen könnte. Die Chancen, die „Büffelherde“ wenigstens halbwegs zusammenzuhalten, wie es eigentlich der Plan war, ist deutlich geringer geworden. Sollte Luka Jovic tatsächlich ein Angebot haben von Real Madrid, wird er gehen. Wie viel Geld dann in die Frankfurter Kasse fließen wird, ist offen. 30 Prozent der Ablöse gehen in jedem Fall noch an Benfica Lissabon. Auch die Transferrechte der beiden anderen Angreifer sollen nicht vollständig bei der Eintracht liegen. An einem Weiterverkauf von Ante Rebic wäre wohl der AC Florenz noch mit 50 Prozent beteiligt. Auch bei Sebastien Haller würde ein höherer Prozentsatz abfließen. Bessere Karten im Verhandlungspoker hat die Eintracht bei Filip Kostic, der mit Kaufoption ausgeliehen ist vom HSV und nun aus Italien umworben wird.

Unklarheiten gibt es um weitere Stammspieler. Martin Hinteregger müsste eigentlich zum FC Augsburg zurück, würde aber gerne bleiben. Eine zweistellige Ablöse ist im Gespräch. Evan Ndicka soll Interesse von Paris geweckt haben, was eigentlich kaum zu glauben ist. Und Sebastian Rode ist ja so schwer verletzt, dass er in diesem Jahr wohl sowieso nicht mehr spielen kann, egal ob die Eintracht ihn nun aus Dortmund fest verpflichtet oder nicht.

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Die Mannschaft, die am Samstag in München um die letzte Chance kämpft, wird es so bald nicht mehr geben. Schwarzsehen muss für die Eintracht dennoch niemand. Vor einem Jahr waren Lukas Hradecky, Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell und Marius Wolf gegangen. Geschadet hat es der Mannschaft nicht. Das Niveau konnte mit Neuzugängen sogar noch gesteigert werden. Ob das freilich immer klappt, ist eine andere Frage.

Vom Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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