Eine Analyse

Kampfansage von Eintracht Frankfurt: Team ist nicht müde

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Ist Eintracht Frankfurt um Danny da Costa müde?

Eintracht Frankfurt ist müde. Da sind sich die Experten einig. Doch das Team ist trotzig und widerspricht ihnen. 

Frankfurt - Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Hat der Motor nur gestottert oder ist der Tank komplett leer? Wie ist es um die Frankfurter Eintracht bestellt nach dem 0:0 gegen Hertha BSC, das durch die Niederlagen von Hoffenheim und Mönchengladbach im Nachhinein sogar zu einem Punktgewinn aufgewertet wurde.

Ganz Frankfurt diskutiert über die Möglichkeiten im letzten Monat der Saison und über die Gründe für die zuletzt verpassten Siege. Es gibt Fakten und Statistiken, es gibt aber auch Beobachtungen und Erfahrungswerte. Eine Analyse unsere Mitarbeiters Peppi Schmitt.

Eintracht Frankfurt baut Vorsprung aus

Die Fakten: Die Eintracht steht auch drei Spieltag vor Schluss noch immer auf einem Platz, der für die Champions-League-Teilnahme reichen würde. Der Vorsprung auf die härtesten Konkurrenten aus Mönchengladbach und Hoffenheim, wurde sogar um einen Zähler ausgebaut. Allerdings sind Leverkusen und Wolfsburg nähergekommen.

Die Eintracht hat zwar seit drei Spielen nicht mehr gewonnen, das deutet auf eine kleine Krise hin. Sie hat aber auch im gesamten Jahr nur ein einziges Spiel in der Bundesliga verloren. Und auswärts ist sie 2019 ungeschlagen. Das attestiert große Konstanz. Ein Sieg im letzten Heimspiel gegen Mainz würde mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Platz in der Europa-League (EL) sichern. Rechenspiele für die Champions-League (CL) sind derzeit absolute Spekulation.

Eintracht Frankfurt wirkte gegen Hertha müde

Die könnte die Eintracht ja auch noch über den „zweiten Bildungsweg“ erreichen, mit einem Sieg in der Europa-League. Möglich ist freilich auch der „worst case“, denn ohne weiteren Sieg können die Frankfurter noch komplett aus den internationalen Plätzen fallen. Die letzten Eindrücke: Die Mannschaft wirkte gegen Hertha müde, nicht mehr spritzig, irgendwie ausgelaugt nach nun schon 45 Pflichtspielen in dieser Saison.

Aus der fehlenden Kraft schienen sich mangelnde Konzentration und daraus wiederum eine Serie von Fehlpässen entwickelt zu haben. So sahen es die Beobachter auf der Tribüne. Trainer und Spieler wollen von der Müdigkeits-Theorie nichts wissen, wehren sich dagegen vehement. „Müdigkeit war nie ein Faktor, ich habe mich frisch gefühlt“, sagte Martin Hinteregger.

Kevin Trapp: "Man kann sich Müdigkeit auch einreden"

„Solche Spiele passieren auch Mannschaften, die keine Mehrbelastungen haben“, argumentierte Trainer Adi Hütter. „Man kann sich Müdigkeit auch einreden“, mahnte Torwart Kevin Trapp. Parallel dazu haben die Frankfurter auf ihrer Vereinshomepage eine Meinungsoffensive gestartet, um die Deutungshoheit wieder zu erreichen. Es sei eine „Frage der Wahrnehmung“ und nicht der Kondition, heißt es da. Und belegt diese Einschätzung mit in der Tat erstaunlichen Statistiken. Danach hatte die Eintracht bei sämtlichen Laufwerten besser abgeschnitten als Hertha. Die vier sprintstärksten Spieler waren Frankfurter (Da Costa, Kostic, Abraham und Rebic) und die meisten intensiven Läufe haben Da Costa und Kostic absolviert.

Also ausgerechnet jene beiden Außenbahnspielern, denen von den meisten professionellen Beobachtern die größten Verschleißerscheinungen zugeschrieben werden. Das eine freilich schließt das andere nicht aus. Denn dass Da Costa und Kostic mit ihren Läufen und Dribblings weniger bewirkt haben als in den Wochen zuvor, war offensichtlich. Die Müdigkeitsdebatte sei durch die Werte „ad absurdum“ geführt worden, heißt es bei der Eintracht.

SGE will Diskussion im Keim erstrecken

Dahinter steckt das Bestreben, die Diskussion im Keim zu ersticken, um den Spielern keine Alibis zu liefern. Eine nachvollziehbare Strategie. Der Blick nach vorne: Die Eintracht hat noch fünf Spiele in dieser Saison bis zum 18.Mai zu bestreiten. Vielleicht sechs, der Bonus wäre das EL-Finale am 29.Mai in Baku. Gefühlt sind alle Begegnungen nun „Endspiele“. Zunächst zweimal gegen Chelsea in der EL, zwischendrin am Sonntag in Leverkusen , dann gegen Mainz und Bayern geht es um die CL-Plätze.

Die Erfahrung dieser Saison lehrt, dass die Eintracht in den Europacup-Spielen immer nochmal zusetzen kann. Chelsea hat übrigens genauso so viele Spiele in den Knochen wie die Frankfurter. Personelle Probleme gibt es, weil mit Sébastien Haller (verletzt) und Ante Rebic (gesperrt) wichtige Angreifer fehlen werden. Aber Verletzungssorgen haben die kommenden Gegner auch. Prognose: Für Europa müsste es reichen. „Wir können große Spiele“, sagt Vorstand Axel Hellmann. Was es nun weiter zu beweisen gilt.

Von Peppi Schmitt

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Quelle: op-online.de

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