Unverzichtbar: Makoto Hasebe ist der überragende Mann

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Makoto Hasebe erlebt gerade seinen zweiten Frühling bei Eintracht Frankfurt.

Und wieder einmal spielt er überragend: Makoto Hasebe ist bei Eintracht Frankfurt unverzichtbar.

Seit der Saison 1992/93 gibt es die Champions-League. So nah wie in diesen Wochen war die Frankfurter Eintracht der „Königsklasse“ des Fußballs noch nie. Und doch herrschte nach dem 1:1 beim VfL Wolfsburg am Montagabend eher Enttäuschung denn Euphorie.

Denn die Frankfurter hatten die Champions-League-Teilnahme quasi auf dem Silbertablett vor sich liegen, bevor sie in der 90. Minute mit einem im Grunde albernen Gegentor der Konkurrenz um den vierten Platz wieder Hoffnung machten.

Torwart Kevin Trapp ist unzufrieden

„Nach der Belastung vom Donnerstag ist der Punkt ein gutes Ergebnis“, sagte Trainer Adi Hütter dennoch tapfer. Der famose Torwart Kevin Trapp sah das etwas anders. „Für mich überwiegt die Enttäuschung“, sagte der Nationalspieler, „wir nehmen den Punkt gerne mit, wer weiß, was er am Ende wert ist.“ Vier Punkte hätte der Vorsprung vor Borussia Mönchengladbach vier Spieltage vor Schluss betragen, jetzt sind es nur zwei.

Und mit der TSG Hoffenheim lauert die aktuell wohl formstärkste Mannschaft auch noch in Schlagdistanz. Untergegangen ist bei dem Ärger über das Last-Minute-Gegentor die Tatsache, dass die Eintracht mit dem Punktgewinn den Gegner auf Distanz gehalten und einen weiteren großen Schritt in Richtung internationalem Wettbewerb getan hat.

SGE verliert Sieg gegen Wolfsburg: Kollektives Versagen in letzter Minute

Die Teilnahme an der Europa-League nämlich ist wieder ein Stück näher gerückt. Den Frankfurtern hatte in Wolfsburg das Europacup-Spiel gegen Lissabon vom letzten Donnerstag in den Knochen gesteckt. „Die waren mausetot“, sagte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Maximilian Arnold. Ganz so war es nicht, aber spürbar waren die internationalen Zusatzbelastungen schon.

„Wenn man unser Pensum der letzten Wochen sieht, muss man mit dem Punkt zufrieden sein“, urteilte der Trainer nüchtern. Die Entstehung des Ausgleichs aber dürfte ihn maßlos geärgert haben. Es war ein kollektives Versagen in letzter Minute. Filip Kostic hatte den Ball unnötig in der gegnerischen Hälfte verloren, Ante Rebic hätte ihn zurückholen können, spekulierte aber auf ein Foulspiel, Lucas Torró kam noch einmal an den Ball und verstolperte.

Wolfsburg schießt späten Ausgleich: Unheil nimmt seinen Lauf

Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Mit zwei, drei schnellen Pässen konterten die Wolfsburger, ehe Anthony Brooks völlig freistehend einschieben konnte. David Abraham hatte eine sinnfreie Grätsche angesetzt und den Ball verfehlt. Und wo Verteidiger Danny da Costa sich in dieser Szene aufhielt, bleibt ein Rätsel.

„So darf man nicht verteidigen, das war fahrlässig“, schimpfte Torwart Trapp. Aber wahrscheinlich war es dann doch der Kräfteverlust, der zum Verlust der Konzentration und der taktischen Disziplin geführt hatte. Einen Konter in letzter Minute bei eigener Führung (Torschütze Johnny de Guzman in der 78. Minute) auswärts einfangen, das ist untypisch für die neue Eintracht. Die zuvor durchaus ordentlich verteidigt hatte und meist nur bei Standardsituationen in Gefahr geraten war. Ein Lattenkopfball von Robin Knoche, ein Pfostenschuss von Arnold, dazu zwei Glanzparaden von Trapp, mehr wurde den überlegenen Wolfsburgern nicht gestattet.

Makoto Hasebe ist wieder der überragende Mann

Dass alles auch eine Sache der Erfahrung ist, hat Makoto Hasebe gezeigt. Der 35 Jahre alte Japaner war der überragende Feldspieler, hielt die Abwehr lange Zeit zusammen, gewann wichtige Zweikämpfe, rettete einmal auf der Linie. Am anderen Ende der Leistungsskala war diesmal Luka Jovic. Dem jüngsten Frankfurter (21) wollte so gar nichts gelingen. Der Top-Torjäger ist ein wenig von der Rolle, was nun wirklich nicht verwunderlich ist.

Schließlich ist es die erste Saison des Serben, in der er regelmäßig zum Einsatz kommt. Der Trainer bemühte sich später mit sachlichen Argumenten die Weichen für die Zielgerade der Saison zu stellen. „Wir stehen auf Platz vier und im Rennen um die internationalen Plätze gut da“, sagte Hütter, setzte seine Spieler aber gleich ein wenig unter Druck, „ich sage aber auch, dass wir das nächste Spiel gegen Hertha BSC gewinnen müssen, um unsere Chancen zu wahren.“ Wohlgemerkt: Die Chancen auf die Champions-League. Dieser realistische Anspruch alleine gleicht einem mittleren Fußball-Wunder. Zumal die Eintracht ja auch über einen Sieg in der Europa-League (Halbfinals gegen Chelsea) in die Crème de la Crème des Fußballs vorstoßen könnte.

Von PEPPI SCHMITT

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Quelle: op-online.de

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