Stürmer wird schmerzlich vermisst

Sébastien Haller mysteriöse Verletzung schwächt die SGE - was hat er wirklich?

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Wann wird Sébastien Haller von Eintracht Frankfurt wieder fit?

Was ist wirklich los mit Sébastien Haller? Und wann wird der Stürmer von Eintracht Frankfurt wieder fit? Seine mysteriöse Verletzung schwächt die SGE.

Frankfurt - Sébastien Haller hat in dieser Saison schon 14 Tore erzielt und neun weitere vorbereitet. Er ist der Anführer der sogenannten „Büffelherde“ im Sturm der Frankfurter Eintracht. Seit bald einem Monat wird er schmerzlich vermisst. Haller ist verletzt. An der Leiste, an der Bauchmuskulatur, am Schambein? Keiner weiß das so genau. Auch nicht, wann er denn wieder zurückkehren wird.

„Eine Prognose ist nur schwer möglich“, ist die einzige Aussage, die sich Trainer Adi Hütter Woche für Woche entlocken lässt. Also: Was ist wirklich los mit Sébastien Haller? Die wenigen Fakten sind klar. Beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart wurde er eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt. Sichtlich von Schmerzen geplagt hatte sich der 24 Jahre alte Franzose einfach auf den Rasen gesetzt, um die medizinischen Betreuer aufs Spielfeld zu lassen und eine erste Behandlung zu bekommen. Das war am 31. März.

Sébastien Haller: Verletzung ist keine frische

Die Verletzung sei nicht frisch, „damit hat er immer mal wieder zu tun“, hatte der Trainer damals gesagt. Seitdem ist Haller auf dem Platz nicht mehr gesehen worden. Zum Europacup-Auswärtsspiel nach Lissabon war er mitgereist, aber in Wahrheit wohl nur als moralische Unterstützung. Wie um die genaue Art der Verletzung so wurde damals in der portugiesischen Hauptstadt auch ein Geheimnis um den Genesungsstand gemacht.

Spekulationen, Haller könnte schon gegen Benfica wieder spielen, gab es an jenem 11.April  durchaus. Sie wurden nicht dementiert. Sie haben sich aber als falsch herausgestellt. Das Online-Portal transfermarkt.de schreibt bei Haller von einer Bauchmuskelzerrung. Und fügt den Status an: „Rückkehr unbekannt.“ In Lissabon hat der Wiesbadener Kurier herausgefunden, dass Haller womöglich bis zum Ende der Saison ausfällt. „Das (die Rückkehr) kann in einer, aber auch erst in sechs Wochen sein“, wurde Haller zitiert, „für die nächsten Spiele stehe ich aber definitiv nicht zur Verfügung.“

Sébastien Haller verpasst fünf Spiele bei der SGE

Es sei wichtig die Verletzung „komplett auszukurieren“, um einer noch längeren Ausfallzeit vorzubeugen. Haller hat nun schon fünf Spiele verpasst, auf Schalke, gegen Augsburg und in Wolfsburg in der Liga und die beiden Europacup-Begegnungen gegen Benfica. Und er hat der Eintracht sehr gefehlt. Nur zwei dieser Spiele hat die Mannschaft gewonnen.

Hallers Gabe, Zweikämpfe zu gewinnen, den Ball „festzumachen“, wie es in der Fußballer-Sprache heißt, also den Ballbesitz zu sichern, seine Torgefahr und seine Uneigennützigkeit, gehen dem Team aktuell ab. Bis zu jenem Spiel gegen den VfB, es war der 27. Spieltag, hatte er alle anderen Begegnungen der Bundesliga-Saison bestritten, schon diese Statistik macht seinen Wert für die Eintracht deutlich.

Haller Reha-Trainer hinter verschlossenen Türen

Ohne Haller hat der „Adler“ seit ein paar Wochen große Mühe, so richtig hoch zu fliegen. Normalerweise wäre der Ausfall eine solchen Spielers, man denke nur an einen vergleichbaren wie Robert Lewandowski bei der Bayern, fast jeden Tag eine Geschichte oder zumindest eine Meldung in den Medien wert. Nicht so bei der Eintracht, ganz einfach, weil kaum jemand Haller zu Gesicht bekommt und der Klub konsequent keine Diagnose veröffentlicht.

Ab und zu huscht Haller mal in Trainingsklamotten vorbei und arbeitet mit einem der Reha-Trainer hinter verschlossenen Türen. Den Spielen wohnt er in Zivil bei, antwortet auf Fragen nach seiner Fitness freundlich aber unbestimmt. „Es geht besser“, hat er nach dem Spiel gegen Lissabon gegenüber dieser Zeitung gesagt.

Ein langer Ausfall von Haller wäre fatal

Besser ist gut. Aber wie gut? Womöglich weiß er selbst nicht, wie lange es noch dauert bis zum so sehnlichst erwarteten Comeback. Nach wie vor ist es ein großes Geheimnis, an welcher Verletzung der für sieben Millionen Euro Ablöse aus Utrecht gekommene Mittelstürmer leidet. Eine „einfache“ Zerrung in der Bauchmuskulatur ist es eher nicht, denn dann wäre er längst zurück auf dem Platz.

Die Leisten könnten schmerzen, die Adduktoren. Oder das Schambein. Das wäre der schlimmste Fall, denn bei dieser Verletzung ist eine Behandlung nur schwer möglich und stattdessen ganz viel Geduld gefragt. Hallers Kollege Lucas Torró ist mit ähnlichen Symptomen und anschließender Operation an der Leiste fast fünf Monate ausgefallen und hat gerade erst in Wolfsburg sein Comeback in der Anfangself gefeiert.

Für die Eintracht wäre ein so langer Ausfall von Haller fatal. Denn er wird gebraucht, dringend. Am besten schon am Samstag gegen Hertha. Oder dann in den Habfinal-Spielen gegen Chelsea. Die Rückkehr Hallers könnte ein großer Trumpf für die Eintracht im Endspurt sein.

Von PEPPI SCHMITT

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Quelle: op-online.de

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