Systemwechsel

Darum denkt Eintracht Frankfurt über einen Systemwechsel nach

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Adi Hütter denkt über einen Systemwechsel bei Eintracht Frankfurt nach.

Warum Eintracht Frankfurt für die kommende Spielzeit über einen Systemwechsel nachdenkt.

Die vergangene, sehr lange sehr erfolgreich verlaufene Saison hat den sportlich Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt vor allem eines gezeigt: 50 Pflichtspiele waren zu viel, zumindest zu viel für diesen Kader. Am Ende waren die Spieler hundemüde, nicht mehr in der Lage, ihr Potenzial abzurufen, zum Schluss gingen die meisten auf dem Zahnfleisch, nichts ging noch. Vielleicht waren die beiden so prestigeträchtigen, aber unglaublich anstrengenden Partien gegen den FC Chelsea genau die zwei Spiele zu viel, die die direkte Qualifikation für die Europa League gekostet haben.

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Aus diesen Erfahrungen wird und will Eintracht Frankfurt Lehren ziehen. Ein Einbrechen auf der Zielgeraden soll künftig tunlichst vermieden werden, und dass die kommende Saison wegen der anstehenden Ochsentour durch Europa weniger anstrengend wird, glaubt auch keiner seriös. Wenn alles gut läuft und sich die Hessen fürs internationale Geschäft qualifizieren sowie die ersten beiden Runden im DFB-Pokal (der übrigens an diesem Samstag ausgelost wird) überstehen, haben die Frankfurter an Weihnachten bereits 31 Spiele in den Beinen, das ist eine ganze Menge.

Eintracht Frankfurt muss sich in der Breite besser aufstellen

Deshalb wird Eintracht Frankfurt den Kader in erster Linie in der Breite besser aufstellen müssen, damit das Leistungsgefälle auf einigen Positionen nicht mehr so gravierend ist wie noch in dieser Saison. Halbwegs gleichwertiger Ersatz, etwa für die Dauerspieler Danny da Costa oder Filip Kostic, stand Trainer Adi Hütter nicht zur Verfügung. Das soll sich ändern. Natürlich auch deswegen, um besser und häufiger rotieren zu können, um Leistungsträgern auch mal eine Verschnaufpause zu gönnen.

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Dazu wird Eintracht Frankfurt versuchen, eine größere taktische Variabilität an den Tag zu legen, um nicht nur spielstrategisch schwerer auszurechnen sein, sondern auch, um Kräfte zu sparen. In der vergangenen Saison agierten die Frankfurter, teilweise auch aus der Not geboren, bis auf die mäßig erfolgreiche Anfangsphase fast durchgehend in einer 3-5-2-Formation. Dieses System war sehr lange Zeit von Erfolg gekrönt, es war das System, in dem sich die Profis am wohlsten fühlten, in dem sie Sicherheit spürten. Freilich ist es auch kräftezehrend, kostet viele Körner, die am Ende fehlten. Gerade die Außenbahnspieler und die Offensiven mussten bei ihrem permanenten Forechecking eine enorm hohe Laufleistung bringen. Dieses Level war über die Dauer der Saison nicht zu halten, auch deswegen schwächelten die Hessen dann als es darauf ankam.

Mehrere Systeme einstudieren

Eine andere taktische Ausrichtung, etwa ein 4-4-2-Format, war auch deswegen nicht möglich, weil Hütter dazu gar nicht über das geeignete Personal verfügte. Manches spricht dafür, dass der Coach für die neue Runde mehrere unterschiedliche taktische Systeme einstudieren lässt, um variabler zu sein. Ohnehin ist der Trainer Hütter ein glühender Anhänger eines klassischen 4-4-2 - und nach entsprechenden Spielern, die eben in dieses Konzept passen, hält die Eintracht derzeit augenscheinlich verstärkt Ausschau.

Es macht also Sinn, wenn sich die Eintracht um einen Spieler wie etwa Alfonso Pedraza bemüht, einen typischen Linksverteidiger mit hohem Offensivdrang. Der 23 Jahre alte U21-Nationalspieler des FC Villarreal hat in der ersten spanischen Liga in der vergangenen Runde 34 von 38 Punktspielen des Tabellen-14. absolviert und dabei drei Tore erzielt und vier aufgelegt. 13 bis 15 Millionen Euro sollen die Spanier laut einheimischen Medien aufgerufen haben, eine schöne Stange Geld. Pedraza, der in den vergangenen Jahren dreimal ausgeliehen wurde (an CD Lugo, Leeds United, Deportivio Alaves), käme also nicht als möglicher backup für Filip Kostic, sondern er dürfte fest für die Außenposition in der Viererkette eingeplant sein. Kostic würde dann im 4-4-2-System eine Position weiter nach vorne rücken. Im Übrigen verfügt der Spanier, dessen Arbeitspapiere in Villarreal bis 2021 ausgestellt sind, über internationale Erfahrung: In der Europa League scheiterte Villarreal erst am FC Valencia im Viertelfinale, zudem steht er im Kader der Spanier bei der U21-EM (16. bis 30. Juni) in Italien.

Jede Menge Spekulationen um Eintracht-Neuzugänge

Einen weiteren Abwehrspieler soll die Eintracht laut „Sky Sports“ an der Angel haben, und zwar den 17 Jahre alten Cody Drameh aus der Jugend des FC Fulham. In London besitzt er einen Ausbildungsvertrag bis 2020, allerdings keinen Profivertrag. Daher soll die Eintracht laut „Sky Sports“ lediglich eine Aufwandsentschädigung und womöglich eine Beteiligung am Weiterverkauf zahlen müssen. Der dreimalige englische U18-Nationalspieler hat als rechten Verteidiger sieben Tore erzielt und kann sogar noch A-Jugend spielen.

Schließlich meldet die serbische Zeitung „Hotsport“ den geplanten Wechsel von Stürmer Dejan Joveljic von Roter Stern Belgrad zur Eintracht als fix. Der 19-Jährige gilt als das größte serbische U21-Sturmtalent und erzielte wettbewerbsübergreifend 14 Tore in 28 Spielen. TV-Experte Miroslav Stevic, einst bei Borussia Dortmund und 1860 München in der Bundesliga Lohn und Brot, hält Joveljic für einen „tollen Stürmer mit einer ganz großen Perspektive, sogar einer größeren als Jovic“. Die Ablösesumme soll sich laut „Hotsport“ auf fünf Millionen Euro belaufen, der Angreifer soll in Frankfurt für fünf Jahre unterschreiben.

Von Thomas Kilchenstein

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