Dritten Tabellenplatz erhalten

Kovac warnt vor Ingolstadt: „Sie kämpfen, kratzen, spucken und beißen“

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht steht nach zwanzig Spieltagen auf Platz drei. Die Fans träumen von Europa. Doch Trainer Niko Kovac spricht vor dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) immer noch vom Klassenerhalt. Von Peppi Schmitt

„Wenn wir drei Punkte holen, können wir nicht mehr absteigen“, hat er bei der offiziellen Pressekonferenz doch tatsächlich gesagt. Aber ob er das wirklich so richtig ernst gemeint hat? In Wahrheit nämlich macht sich der 45 Jahre alte Kroate sehr wohl Gedanken, wie der Platz in der Spitzengruppe langfristig verteidigt werden kann. „Wenn alle Spieler an Bord sind, werden wir weiter gute Spiele abliefern“, sagt er, „aber wenn wichtige Spieler fehlen, dann ist das nicht so ganz einfach, unser Erfolg steht und fällt mit den Verletzten.“

Gegen Ingolstadt muss er weiter auf Marco Fabián verzichten. Zudem fehlt Mijat Gacinovic wegen einer „Gelbsperre“. Diese beiden Ausfälle bereiten Kovac freilich nicht die ganz großen Sorgen, denn alle anderen Spieler sind fit und einsatzfähig. Zudem wird die Rückkehr von Abwehrchef David Abraham für Stabilität sorgen. Die Herausforderung gegen die abstiegsgefährdeten Ingolstädter sieht Kovac sowieso mehr im taktischen Bereich. Er erwartet eine „Betonabwehr“ des Gegners, ein defensives Spielsystem 5-4-1, eine Mannschaft, „die kämpft, kratzt, spuckt und beißt.“

Bilder vom Spiel gegen Ingolstadt im März 2016

Bilder: Eintracht erkämpft Punkt gegen Ingolstadt

Die Eintracht sei darauf vorbereitet. „Wir haben während der Woche Lösungen erarbeitet“, sagt der Frankfurter Trainer, „und wir haben auch eine Lösung B, wenn es nicht von Beginn an funktioniert.“ Für die Reaktionen während des Spiels stehen ihm ausreichend Spieler zur Verfügung. In Theorie und Praxis wurden den Frankfurter Spielern unter der Woche die besonderen Anforderungen dieser Begegnung deutlich gemacht. „Wir dürfen wenige Foulspiele machen“, sagt Kovac. So soll der Stärke der Ingolstädter bei Standardsituationen begegnet werden. In diesem Zusammenhang hofft Kovac auch darauf, „dass der Schiedsrichter hoffentlich nicht alles abpfeift, das Spiel laufen lässt und wir auf eine hohe Nettospielzeit kommen.“ Dafür zuständig ist Schiedsrichter Guido Winkmann.

„Wir müssen geduldig spielen, aber trotzdem intensiv“, fordert Kovac. Also den Ingolstädter nicht auf den Leim gehen und zu früh die eigene Abwehr öffnen. Der Eintracht-Coach nennt das „eine gute Restverteidigung“ und weist darauf hin, „dass der Druck des Abstiegskampfes auf dem Gegner liegt.“ Diese Belastung für den FC Ingolstadt, der aus Sicht von Kovac nicht auf dem 17.Platz stehen „müsste und dürfte“, könne der Eintracht in die Karten spielen. Ganz grundsätzlich erwartet er einen „Abnutzungskampf“, ganz so wie vor zwei Wochen gegen Darmstadt 98. Mit einem Unterschied freilich. „Ingolstadt hat mehr Substanz als Darmstadt“, sagt er.

Bilder vom Hinrundenspiel

Bilder: Eintracht gewinnt in Ingolstadt

Helfen sollen und können aus Sicht des Trainers auch die Zuschauer. Die Eintracht rechnet mit erstaunlichen 46.000 Zuschauern, lediglich 228 Karten sind nach Ingolstadt gegangen. „Heimspiele sind leichter zu bestreiten“, glaubt Kovac, „außer den Bayern tun sich alle anderen auswärts schwer.“ Gerade in schwierigen Momenten könne sich seine Mannschaft auf die Fans verlassen. Der Zuspruch und die Unterstützung der eigenen Anhänger sei „Anerkennung“ für das bisher Geleistete.

Freundliche, aber auch kritische Worte fand Kovac noch für Sonny Kittel, der mit dem FCI nach Frankfurt zurückkehrt. Das „ewige Talent“ hatte in Frankfurt im letzten Sommer keinen neuen Vertrag mehr erhalten und war nach Ingolstadt gewechselt. „Sonny ist ein feiner Kerl, aber er hat sich bei vielen Trainer nicht so durchsetzen können“, sagt Kovac, „das kann an den Trainern liegen, aber vielleicht liegt es auch an ihm selbst.“ Dennoch wünsche er Kittel, gerade in Anbetracht dessen ausgeprägter Verletzungsgeschichte, „dass er noch zehn Jahre Fußball spielen kann“.

Bilder vom Pokalspiel gegen Ingolstadt:

Bilder: Eintracht siegt nach Elfmeterschießen

Quelle: op-online.de

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