Eintracht stoppt Trikot-Verkauf

Neue Trikots benötigt. Eintracht-Profi Maik Franz unterschreibt für einen Fan.
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Neue Trikots benötigt. Eintracht-Profi Maik Franz unterschreibt für einen Fan.

Frankfurt (dpa/app) ‐ Die Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 haben den Verkauf ihrer bis zu 80 Euro teueren Fan-Trikots gestoppt, nachdem sie wegen gefährlicher Weichmacher bei der Stiftung Warentest durchgefallen sind.

„Mangelhaft“ hieß es nach einer Überprüfung der beliebten Hemden. Frankfurt und Mainz nahmen gestern die aktuelle Kollektion von Jako und Nike vom Markt und bieten Fans einen Umtausch an. Die Profis dürfen weiter in den Trikots spielen, da die Warnung nur für Kinder gilt. Die anderen 16 Bundesliga-Klubs haben zwar keine weiße Weste, gefährden mit ihren Trikots zumindest nicht die Gesundheit von Minderjährigen.

Gefährliche Weichmacher im Aufdruck

Die Sponsorenaufdrucke der Eintracht- und Mainz-Jerseys enthalten nach Angaben der Tester so genannte Weichmacher. Für Spielzeug sind diese Stoffe in der Europäischen Union verboten, sie können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Der FSV Mainz und die Frankfurter Eintracht haben sofort auf die Mängel reagiert. „Uns haben die Untersuchungsergebnisse überrascht und wir haben sie mit Sorge aufgenommen. Obwohl es keine gesicherten Erkenntnisse über mögliche gesundheitliche Nachteile bei normalem Gebrauch unserer Trikots gibt, haben wir uns vorsichtshalber entschlossen, den Verkauf zu stoppen und den Fans die Möglichkeit des Trikotumtauschs anzubieten“, sagte der Mainzer Clubpräsident Harald Strutz. Er verwies darauf, dass für den Aufdruck ein externer Dienstleister zuständig sei. Die von Ausrüster Nike gelieferten Trikots selbst seien einwandfrei. Mainz hat in dieser Saison nach eigenen Angaben zwischen 4000 und 5000 Trikots verkauft.

Die Untersuchungsergebnisse haben uns überrascht und natürlich aufgeschreckt, so dass wir sofort gehandelt haben“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, Thomas Pröckl. „Selbstverständlich werden wir die aktuellen Heimtrikots umtauschen“, ergänzte er. Die Eintracht hat nach Angaben von Pressesprecher Michael Feick etwa 4400 aktuelle Heimtrikots verkauft. „Uns liegen aber keine Informationen darüber vor, wie viele aktuelle Heimtrikots Jako bisher in den Handel gegeben hat. Wir schätzen aber etwa, dass es noch mal so viele sein werden“, sagte Feick.

In Absprache mit dem Hersteller Jako werden auch die Auswärtstrikots überprüft, obwohl diese in der Bundesliga nur in geringen Mengen von den Fans gekauft werden.

Keine Gefahr bei OFC-Trikots

Wie reagieren die Offenbacher Kickers, Tabellenführer der 3. Liga, auf die Ergebnisse von Stiftung Warentest? Sie tragen wie die Zweitligisten Duisburg, Oberhausen und Augsburg Trikots von Uhlsport, der keinen Erstligisten ausstattet und somit nicht im Fokus der Stiftung Warentest stand. „Wir kümmern uns darum“, sagte OFC-Sportmanager Andreas Möller gestern Mittag. Später ließ der OFC dann wissen, man habe sich bei Uhlsport erkundigt, ob die eigenen Trikots betroffen sind. Uhlsport lägen verschiedene Unbedenklichkeitserklärungen der Lieferanten vor, die keinen Anlass zur Sorge geben. Außerdem lasse der Hersteller die Trikots und die Aufdrucke in Deutschland noch einmal von einem unabhängigen Institut auf Giftstoffe überprüfen.

Quelle: op-online.de

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