Eintracht sucht günstige Neuzugänge

Frankfurt (sp) - Schon seit einigen Wochen hat Sportdirektor Bruno Hübner daran gearbeitet, Armin Veh eine Vertragsverlängerung bei der Frankfurter Eintracht schmackhaft zu machen. „Ich will ihn nicht überreden, ich will ihn begeistern“, sagt Hübner.

Heute wird es erste offizielle Gespräche mit dem Trainer geben.

Bei allem Verständnis für die finanziellen Nöte der Eintracht („Ich kann das absolut nachvollziehen“) will der Trainer nicht nur gegen den Abstieg spielen, „Frankfurt muss eine andere Zielsetzung haben“, sagt er und ist dabei einig mit Hübner und dem Vorstand. Der Sportdirektor kündigt nun an, „den einen oder anderen attraktiven Spieler zu holen“. Der finanzielle Spielraum dafür liege allerdings „deutlich unter zehn Millionen Euro“. Was also muss passieren, damit die Eintracht nicht nur an Abstiegskampf denken muss in der kommenden Saison, sondern zumindest von ein wenig mehr träumen kann?

Der „ewige Oka“

Im Tor wird Oka Nikolov auch mit 38 Jahren noch seinen Mann stehen. Und doch wäre es vernünftig, einen echten Konkurrenten zu verpflichten, der den „ewigen Oka“ nicht nur unter Druck setzen, sondern womöglich ablösen könnte. Thomas Kessler ist vom 1.FC Köln ausgeliehen, eine Weiterverpflichtung kaum denkbar. Mögliche Kandidaten: Thomas Kraft (Hertha BSC), Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern), Michael Rensing (1. FC Köln).

Die Stammformation der Abwehr wird und soll bleiben. Sebastian Jung, Gordon Schildenfeld und Heiko Butscher haben Verträge, auf Constant Djakpa hat die Eintracht eine Option, bei Bamba Anderson hat sie gegenüber Borussia Mönchengladbach eine Kaufoption für eine Ablöse von gut einer Million Euro. Verkaufen würde man wohl gerne Martin Amedick und den an AS Monaco ausgeliehenen Georgios Tzavellas.

Innenverteidiger gesucht

Holen müssen die Frankfurter in jedem Fall einen Innenverteidiger, idealerweise mit hoher Grundschnelligkeit, auch einen rechten Verteidiger als Sicherheit hinter Jung. Zu den Kandidaten könnte der Brasilianer Chris gehören, der nach seinem Wolfsburg-Ausflug gerne zurückkehren würde und ablösefrei wäre. Für Chris spricht dessen unbestreitbare Klasse, gegen ihn seine Verletzungsanfälligkeit.

Sorgenfrei sind die Frankfurter im Mittelfeld. Die Talente Sebastian Rode und Sonny Kittel stehen ebenso unter Vertrag wie Kapitän Pirmin Schwegler und die erfahrenen Matthias Lehmann, Benjamin Köhler und Alexander Meier. Schon verpflichtet wurde Stefan Aigner von 1860 München, der wegen einer „Gelbsperre“ am Sonntag gegen seinen neuen Arbeitgeber fehlen wird.

Idrissou mit Kaufoption

Viele offene Fragen gibt es in der Offensive. Auf Mohamadou Idrissou hat die Eintracht eine Kaufoption, wird den 14-fachen Torschützen bestimmt halten. Der Vertrag von Rob Friend hat sich mit dem Aufstieg um zwei Jahre verlängert. Da besteht Gesprächsbedarf, denn der Kanadier dürfte in der Bundesliga keine Rolle spielen. Heftige Diskussionen wird es um Jimmy Hoffer geben. Eigentlich würde die Eintracht ihn gerne behalten, doch das könnte ziemlich teuer werden. Bisher ist der Österreicher vom SSC Neapel lediglich ausgeliehen.

Mindestens einen, wahrscheinlich sogar zwei Angreifer braucht die Eintracht also noch. Wunschkandidat bleibt Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg. Der ehemalige Nationalspieler würde gerne kommen, aber schon im letzten Winter ist ein Transfer an den hohen Forderungen von angeblich sechs Millionen Euro Ablöse gescheitert. Und durch seine guten Auftritte ist der Preis für Helmes sicher nicht nach unten gegangen.

Geld einsparen wird die Eintracht, weil die noch zu Bundesligakonditionen abgeschlossenen teuren Verträge mit Habib Bellaid, Caio und Ümit Korkmaz auslaufen. Zudem werden auch die im Winter zur U 23 abgeschobenen Marcel Titsch-Rivero, Dominik Schmidt und Marcos Alvarez gehen.

Quelle: op-online.de

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