Eintracht Frankfurt

Eintracht will Platz drei angreifen

Einer, oder vielleicht sogar beide? Eintracht-Trainer Adi Hütter hat die Qual der Wahl. Makoto Hasebe (links) oder Sebastian Rode in der Startelf?
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Einer, oder vielleicht sogar beide? Eintracht-Trainer Adi Hütter hat die Qual der Wahl. Makoto Hasebe (links) oder Sebastian Rode in der Startelf?

Geht er oder bleibt er? Über seine Zukunft bei Eintracht Frankfurt lässt Adi Hütter derzeit die anderen spekulieren. Ein Thema in der Mannschaft sei es nicht, versichert er. Und gibt vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg ein neues Ziel aus: die Eintracht greift Platz drei an.

Frankfurt – Der erstmalige Einzug in die Champions League ist ganz nah - und doch muss Eintracht Frankfurt im Sommer den Verlust seiner kompletten Führungsriege befürchten. Der Abgang von Bruno Hübner ist schon fix, Sportvorstand Fredi Bobic will trotz eines Vertrags bis 2023 ebenfalls weg und auch Trainer Adi Hütter will sein Ende Februar geäußertes klares Bekenntnis („Ich bleibe!“) trotz hervorragender sportlicher Perspektive derzeit nicht mehr in dieser Deutlichkeit wiederholen.

Auf die Frage, ob er die Journalisten zu seinen Zukunftsplänen ein bisschen erhellen könne, antwortete der Österreicher am Donnerstag: „Nein, werde ich nicht. Ich werde mich nicht immer wiederholen, sondern ich werde weiter genau das tun, was ich bisher gemacht habe. Ich werde mich aufs Wesentliche konzentrieren und das ist der VfL Wolfsburg.“ In der Mannschaft habe ihn noch keiner auf das Thema angesprochen. „Die Fragen kommen alle von außen“, bekräftigte Hütter.

Der Erfolgscoach wird als Nachfolger von Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach gehandelt und vermeidet es, einen Verbleib am Main über diesen Sommer hinaus mit seinen Worten noch einmal zu bestätigen.

Vor dem Spitzenspiel gegen Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky), mit dem die Eintracht bis auf einen Punkt an Rang drei heranrücken kann, wirkt Hütter von den Gerüchten genervt: „Ich habe nicht immer wieder Lust, dass sich viele Menschen Gedanken machen und mir Ratschläge geben, was ich tun soll. Fakt ist, dass ich mich auf das Wesentliche konzentriere.“ Nachdem er 2018 schon die Young Boys Bern als Meister verließ, wäre es nicht untypisch, auch in Frankfurt nach einem solchen Riesenerfolg weiterzuziehen.

Bei einem anderen Thema war Hütter dagegen ungewohnt offensiv. Seit dem 2:1-Sieg von Dortmund wird bei der Eintracht nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand von der Champions-League (CL) gesprochen, sondern längst ganz offen. „Wir haben uns lange gefragt, wohin die Reise geht“, sagt Hütter, „jetzt wissen wir, wohin, Richtung Champions-League-Kurs.“

Und damit nicht genug. Nachdem der vierte Platz mit dem Coup von Dortmund gut abgesichert werden konnte, wollen die Frankfurter nun auch noch den dritten Platz angreifen. „Wir haben die Chance mit einem Sieg bis auf einen Punkt heranzurücken“, sagt Hütter vor dem Duell mit seinem österreichischen Trainerkollegen Oliver Glasner, „das ist das erklärte Ziel.“

Von Überheblichkeit oder Leichtfertigkeit ist die Eintracht trotz der optimistischen Herangehensweise weit entfernt. Im Gegenteil, der Respekt vor den „Wölfen“ ist groß. Der Gegner habe eine „unangenehme Mannschaft“, sagt der Frankfurter Trainer und gerät fast schon ins Schwärmen. „Sie haben einen Supertorwart, kopfballstarke Innenverteidiger, einen guten Spielmacher mit Arnold und einen tollen Stürmer mit Weghorst.“ Ein Schlüsselduell für den Spielausgang sieht Hütter auf der linken Außenbahn, dort treffen Ridle Baku, nach seinem Wechsel aus Mainz in Wolfsburg zum Nationalspieler avanciert, und Filip Kostic, der sich in der Form seines Lebens befindet, aufeinander. (dpa/sp)

Härtefälle „machen uns stark“

Obwohl Martin Hinteregger weiter fehlen wird, erst nächste Woche in Mönchengladbach ist mit seiner Rückkehr zu rechnen, hat Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter Alternativen. Makoto Hasebe kehrt nach Gelbsperre zurück, Amin Younes ist nach seiner Adduktorenverletzung einsatzfähig und könnte Daichi Kamada hinter der Doppelspitze Luka Jovic und André Silva als „Zehner“ ersetzen. Offen ist, ob Hasebe für den in Dortmund überragenden Sebastian Rode in die Anfangself zurückkehrt. Das „Luxusproblem“ könne „Härtefälle“ hervorbringen, sagt Hütter, „aber genau das macht uns stark.“ 

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