Eintracht Frankfurt

Torhüter Kevin Trapp will Bayern München wieder ärgern: „Eines der schönsten Spiele im Jahr“

Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt.
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Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt (Archivbild).

Adi Hütter hat in den letzten zwei Jahren mit Eintracht Frankfurt bereits einige negative Serien geknackt. Nur an einer hat auch er sich die Zähne ausgebissen.

Frankfurt – In München bei den Bayern war für die Eintracht mit Hütter nichts zu holen. Der letzte Sieg ist 20 Jahre her (2:1 im November 2000), das letzte Unentschieden 13 (0:0 im November 2007). Am Samstag geht es für die Frankfurter wieder mal nach München zum Meister aller Klassen. Auf ihrer Internetseite bezeichnet die Eintracht einen Sieg historisch nicht korrekt, der Schwere der Aufgabe aber angemessen, als ein „Jahrtausendprojekt“.

Die Eintracht kommt ungeschlagen in die Allianz-Arena. Aber was bedeutet das schon? „Von uns erwartet keiner was“, sagt Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker. Das klingt nach einer realistischen Einschätzung. Andere haben da eine andere Meinung. „Wir können und müssen Selbstvertrauen haben und können damit auch in München punkten“, sagt Torwart Kevin Trapp, „wie im Pokalspiel letzte Saison, da haben wir die Bayern geärgert und es wäre noch viel mehr drin gewesen.“ Am Ende verlor die Eintracht „nur“ 1:2. Da gab es in den Jahren zuvor schon ganz andere herbe Pleiten.

Ausgerechnet der Torwart, der bei den Bayern so unter Beschuss stehen wird wie in kaum einem anderen Spiel, bezeichnet die Partie als „eines der schönsten Spiele im ganzen Jahr.“ Trapp drückt damit das gewachsene Selbstvertrauen der Mannschaft aus, aber auch seine eigene Herangehensweise. Seit seiner Rückkehr aus Paris im September 2018 wird der Nationalspieler nicht müde, die seiner Ansicht nach großen Möglichkeiten der Eintracht öffentlich zu vertreten. Trapp ist die Personifizierung der neuen Eintracht. Er will immer mehr, er will immer gewinnen, er setzt hohe Ziele. Er liegt damit auch auf einer Linie mit seinem Trainer. Auch Adi Hütter will nicht in Trippelschrittchen vorankommen, sondern will große Sprünge machen.

Aber wie er realistisch sind die Chancen der Eintracht bei den Bayern am Samstag wirklich? Der Rückstand in der Tabelle beträgt nach vier Spieltagen nur einen Punkt. Aber das hat in der Frühphase der Saison so wenig Bedeutung wie der vierte Platz der Frankfurter und der zweite der Münchner. Wenn Eintracht-Manager Bruno Hübner davon spricht, „dass wir genau wissen, wo wir landen, wenn wir den Zwei-Punkte-Schnitt beibehalten“, nämlich in der Champions League, ist das nicht mehr als eine nette Zahlenspielerei. Die Champions League ist für die Eintracht meilenweit entfernt, dementsprechend auch der Champions-League-Sieger.

Und doch ist es gerade die Champions League, die der Eintracht ein klein wenig Hoffnung machen kann. Denn heute haben die Bayern noch des Spiel in der „Königsklasse“ gegen Atletico Madrid, das wohl kein Spaziergang wird. Die Belastung der Münchner ist schon zu Beginn der Saison sehr hoch, die Eintracht-Profis können dagegen in dieser Woche „normal“ trainieren. Und sie können fast aus den Vollen schöpfen. Alleine Neuzugang Ragnar Ache und Filip Kostic werden noch fehlen. Kostic hat nach seiner Knieverletzung am Dienstag immerhin schon wieder das Lauftraining aufgenommen. (Peppi Schmitt)

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