Eintracht erreicht Viertelfinale der Europa League

Frankfurts magische Nacht in San Siro

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Frankfurts Luka Jovic jubelt nach dem Tor zum 1:0, das der Frankfurter Eintracht den Einzug ins Viertelfinale der Europa League bringt.

Es ist ein kleines Fußball-Märchen und ein großes Fußball-Wunder: Die Frankfurter Eintracht steht tatsächlich im Viertelfinale der Europa League. Von Peppi Schmitt

Mailand – Wer hätte das gedacht? Die Frankfurter Eintracht ist die einzige deutsche Mannschaft, die noch auf der europäischen Bühne spielt. Der 1:0 (1:0)-Sieg bei Inter Mailand reichte, um heute bei der Auslosung der nächste Runde dabei zu sein.

Die Frankfurter mussten hart kämpfen für den Erfolg, haben ihn sich mit eine fantastischen Leistung aber zu 10 Prozent verdient. Sie hätten ihn sich viel leichter machen können, vergaben aber ein halbes Dutzend Chancen. Das „goldene Tor“ erzielte Luka Jovic (6. Minute).

„Wir freuen uns riesig über den fantastischen Sieg gegen Inter Mailand. Das ist Wahnsinn“, sagte Frankfurts Verteidiger Martin Hinteregger bei RTL: „Es hat alles exzellent funktioniert, wir sind einfach nur glücklich.“ Sportvorstand war „sehr stolz. Sie haben alles reingeworfen. Die Jungs haben sich das mehr als verdient.“

Bevor er seinem Assistenten Christian Peintinger die Verantwortung übertragen hat, sorgte der gesperrte Cheftrainer Adi Hütter im Teamhotel für eine kleine Überraschung. Er entschied sich in der Startelf für Jetro Willems und gegen Johnny de Guzman als Vertreter des gesperrten Gelson Fernandes. Damit spielte die Eintracht noch einen Tick offensiver als im Hinspiel.

Das Stadion war lange vor dem Anpfiff im Frankfurter Hand. 13.500 Fans hatten Karten ergattert, weitere sechs- bis siebentausend sollen zusätzlich angereist sein. In der Stadt, rund um den Domplatz, wurde friedlich gefeiert, mittendrin ans einem 63. Geburtstag Präsident Peter Fischer und Vorstand Axel Hellmann.

Rund 100 „VIPs“ waren auf Einladung der Eintracht mitgeflogen, darunter der ehemalige Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen und die früheren Profis und Weltmeister Thomas Berthold (AS Rom) und Andreas Möller (Juventus Turin), die einst bei italienischen Klubs unter Vertrag standen. Übereinstimmende Meinung vor dem Anpfiff: Die Eintracht schafft das.

Und wer die erste Halbzeit gesehen hat, konnte sich dem ohne Enschränkung anschließen. Die Eintracht spielte wie aus einem Guss. Und sie hätte zur Pause höher führen können, ja müssen. Sébastien Haller traf in der 3. Minute mit einem Nachschuss nur die Latte, nachdem Torwart Samir Hamdanovic Kostics Schuss zu kurz abgewehrt hatte. Haller erzielte ein Abseitstor. Und Gacinovic scheiterte freistehend am Mailänder Torwart. Und so blieb es beim überragend herausgespielten und vollendeten 1:0.

Es war Torjäger Luka Jovic, der den Ball nach einem verunglückten Rückpass von Stefan de Vrij in der 6. Minute fast schon lässig über den Torwart hob. In dieser Szene hatte die Eintracht auch einmal Glück, der Ball prallte vom Innenpfosten über die Linie. Schade war einfach nur, dass ein paar Unverbesserliche danach wieder Pyro abfackelten. Dabei gilt die Eintracht seit den Vorkommnissen aus Rom als „vorbestraft“ und muss beim nächsten Vergehen Sanktionen fürchten. Der Großteil der Frankfurter Fans pfiff die wenigen Chaoten aus.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis gegen Inter Mailand in San Siro

Die Frankfurter waren ballsicher und defensivstark. Und sie kombinierten sich immer wieder bis nach vorne durch. Inter hatte nur eine einzige Gelegenheit, da verschusselte Mittelstürmer Keita Baldé den Ball, als er nach eine Missverständnis zwischen Hasebe und Hinteregger alleine aufs Tor lief.

Auch die erste Chance nach Wiederanpfiff hatte die Eintracht. Doch in der 48. Minute traf Jovic den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig. Haller (55.) und Gacinovic (56.) und erneut Jovic in der 61. Minute hatten weitere Kontergelegenheiten. Am Ende war es eine offene Feldschlacht. Doch im wichtigsten Spiel der Sasion hatte die Eintracht eine ihrer besten Saisonleistungen gezeigt.

Inter Mailand: Handanovic - D’Ambrosio, de Vrij, Skriniar, Cedric (62. Ranocchia) - Vecino, Borja Valero (73. Esposito) - Candreva, Politano (80. Merola), Perisic - Keita Balde

Eintracht Frankfurt: Trapp (Note: 1) - Hinteregger (3), Hasebe (2,5), Ndicka (2,5) - da Costa (3), Rode (2/89. Paciencia -), Kostic (2) - Gacinovic (3/59. de Guzman -), Willems (4/73. Stendera -) - Jovic (2,5), Haller (2,5)

Schiedsrichter: Hategan (Rumänien) - Zuschauer: 49 866 - Tor: 0:1 Jovic (5.) - Gelb: D’Ambrosio (2), Borja Valero, Skriniar / Haller (2), Rode (2), Paciencia

Quelle: op-online.de

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