Interview: „Froh, dass nicht mehr passiert ist“

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Frankfurter Jubel in Dresden: Sebastian Rode (links) freut sich mit Theofanis Gekas. Rode absolvierte vergangene Saison 11 Spiele für die Eintracht in der 1. Liga (2 Tore) und zuvor 15 Spiele (1 Tor) für den OFC in der 3. Liga. Sein Vertrag bei der Eintracht läuft bis 30. Juni 2014.

Offenbach - In der 66. Spielminute, beim Stand von 2:1 für die Frankfurter Eintracht, humpelte Sebastian Rode nach einem Zweikampf mit dem Dresdner Filip Trojan vom Platz. Seine Teamkollegen gewannen auch ohne ihn noch mit 4:1 bei Dynamo. Von Holger Appel

Rode hofft, dass er trotz seiner Stauchung am linken Sprunggelenk morgen, 18.00 Uhr, im Zweitliga-Duell gegen Union Berlin auflaufen kann und verrät, was er am Sonntagmittag plant.

Sebastian Rode, wie ist Ihr Gesundheitszustand?

Ich bin in medizinischer Behandlung und habe die Hoffnung auf einen Einsatz am Freitag noch nicht aufgegeben. Ich bin in Dresden nach dem Zweikampf mit Trojan umgeknickt und nur froh, dass nicht mehr passiert, nichts gerissen ist.

Sie haben als einer der wenigen Eintracht-Profis alle acht Spiele in der 2. Liga absolviert. Wie bewerten Sie Ihre Leistungen bisher?

Am Anfang waren sie holprig, zuletzt weitaus besser. Ich habe mich genauso gesteigert wie meine Mitspieler.

Woran hat es zunächst gehapert?

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An vielen Dingen. Wir hatten zunächst gute Gegner wie Düsseldorf oder St. Pauli und große Erwartungen an uns selbst. Auch die Zuschauer hatten und haben hohe Ansprüche. Aber man darf nicht vergessen, die Mannschaft ist komplett neu zusammengestellt. Da klappt nicht alles auf Anhieb. Inzwischen haben wir uns aber gefunden, einen Teamgeist entwickelt. In Dresden zum Beispiel muss man vor diesem fanatischen Publikum erst einmal bestehen - das haben wir gut gemacht, auch wenn das Ergebnis deutlicher ausfiel, als der Spielverlauf tatsächlich war. Und beim 4:1 zuvor gegen Rostock haben wir auch den Heimkomplex abgelegt.

Das bedeutet für Freitag?

Dass wir nachlegen wollen und werden - egal, ob ich dabei bin oder nicht. Wir wollen weiter nach vorn, glauben an uns.

Was zeichnet die Eintracht aus?

Wir sind immer in der Lage, ein Tor zu machen. In der vergangenen Saison in der Bundesliga war alles auf Theofanis Gekas abgestimmt, jetzt ist das Toreschießen auf mehrere Schultern verteilt. Wir sind zudem sehr ausgeglichen, spielstark, kommen gut in die Zweikämpfe. Das sieht jetzt so aus, wie wir uns das vorstellen.

Trainer Armin Veh hat auch die taktische Anordnung verändert, in der Defensive und in der Offensive. In welchem System spielen Sie denn am liebsten?

Ganz klar: Am liebsten mit zwei defensiven Mittelfeldspielern - und ich bin einer davon.

Warum bevorzugen Sie die so genannte Doppel-6?

Weil ich so den größten Einfluss auf das Spiel habe, offensiv wie defensiv mitten im Geschehen bin.

In Dresden haben Sie aber bei nur einem 6er auf der rechten Außenbahn gespielt.

Ja, dann hat man zwar weniger Einfluss, aber wenn der Trainer mich auf dieser Position als wichtig erachtet, bin ich auch hoch zufrieden und gebe alles für den Erfolg. Wichtig ist, dass ich spiele. Und noch viel wichtiger ist, dass wir so als Team erfolgreich sind. Und das sind wir.

Wie sehen Sie Ihre Lieblingsposition in Ihren ehemaligen Klubs Darmstadt 98 und Kickers Offenbach besetzt, die am Sonntag in der 3. Liga gegeneinander antreten?

Der OFC ist mit Sead Mehic gut besetzt. Das ist ein erfahrener Profi, der mit allen Wassern gewaschen ist. Davor agiert in Elton da Costa ein richtig guter Spielmacher - das passt. Aber auch der SV Darmstadt braucht sich mit Spielern wie Danny Latza oder Benjamin Baier nicht zu verstecken. Mit Benny habe ich beim OFC ja noch zusammengespielt. Er ist technisch sehr gut, hat ein prima Auge für den Mitspieler.

Was machen Sie denn am Sonntag ab 14.00 Uhr?

(lacht) Ich habe mir eine Tribünenkarte gesichert, bin im Stadion am Böllenfalltor.

Wem drücken Sie denn die Daumen?

Ich habe zwar für beide Klubs gespielt, aber länger für den OFC. Das waren immerhin fünf Jahre. Deshalb bin ich eigentlich ein bisschen mehr für die Kickers.

Eigentlich?

Ja, ein Unentschieden wäre mir doch am liebsten, denn beide Klubs brauchen die Punkte. Die Kickers, um weiter oben dranzubleiben. Sie haben für mich die Chance, aufzusteigen, denn in dieser Liga ist keine Mannschaft so richtig konstant wie im Vorjahr Braunschweig und Rostock. Und wenn die Kickers auch schwache Spiele wie am Samstag gegen Aalen - das habe ich auch live gesehen - gewinnen, sind sie natürlich ein Aufstiegskandidat. Und die Darmstädter benötigen die Punkte, um frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Dazu haben sie auf jeden Fall das Potenzial.

Quelle: op-online.de

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