Offensivspektakel

Furioses Eintracht-Comeback

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Neu formierte Eintracht: Zugang Martin Lanig (links) bejubelt seinen Kopfballtreffer in der 82. Spielminute mit den ebenfalls vor der Saison verpflichteten Stefan Aigner und Bastian Oczipka (rechts).

Frankfurt -Eintracht Frankfurt hat mit dem 2:1 (0:1) gegen Bayer 04 Leverkusen einen starken Auftakt bei der Rückkehr in die Bundesliga hingelegt. Von Peppi Schmitt

Für die in Halbzeit eins durch einen ausbleibenden Elfmeterpfiff benachteiligten Frankfurter trafen die beiden Neuzugänge Stefan Aigner (57. Spielminute) und Martin Lanig (82. Spielminute).

Frischen, schnellen, offensiven Fußball hatte Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh vor der Saison angekündigt. Seine Spieler haben es gleich im ersten Spiel umgesetzt. Der 2:1 (0:1)-Sieg der Frankfurter gegen Bayer Leverkusen war ein Spektakel, der die wegen des DFB-Urteils nur 27 950 Zuschauer von den Sitzen riss und Appetit auf mehr gemacht hat.

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„Wir wurden vom Publikum getragen und haben ein richtig gutes Spiel gegen einen richtig guten Gegner gemacht“, sagte Veh nach der geglückten Rückkehr in die Bundesliga. Die Eintracht hatte ihre Linie durchgezogen, obwohl sie vor allem in der ersten Halbzeit den einen oder anderen Nackenschlag hinnehmen musste.

Nach der Pokal-Schlappe in Aue hat am Samstag eine neue Eintracht auf dem Platz gestanden. Nicht nur wegen der sechs Neuzugänge in der Startelf. Veh hat diese Mannschaft gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner zusammengestellt und ihr in der Sommerpause seinen Stempel aufgedrückt. Es wurde nicht nur umgebaut, es wurde neu gebaut.

Gegen die Werkself suchten die Frankfurter in jeder Minute das Spiel nach vorne. Sie haben ihre noch immer vorhandenen Abwehrprobleme einfach „weggestürmt“. Das Risiko wurde am Ende belohnt. „Wir haben zu viele Chancen zugelassen“, wusste Veh um den schmalen Grat, „wäre das 0:2 gefallen, wären wir nicht zurückgekommen.“ Doch Bayer konnte durch Stefan Kießling (29.) nur eine von vielen Chancen nutzen, als der sonst starke Torwart Kevin Trapp den Ball nach einem Schuss von Karim Bellarabi nur ungenügend abgewehrt hatte. Zuvor hatte Frankfurts Aigner im Mittelfeld den Ball verloren, der schnelle Konter hatte die Deckung überfordert. „Da muss ich noch viel lernen“, sagte Aigner selbstkritisch, „solche Fehler werden in der Bundesliga eiskalt bestraft.“

Inui „gar nicht zufrieden“

Die neue Innenverteidigung mit Carlos Zambrano und Bamba Anderson hatte zwar viele gute Szenen, aber auch einige Abstimmungsprobleme. Vor allem Kießling stand viel zu oft völlig frei im Strafraum. Bei Zambrano hat Veh dennoch ein „richtig gutes Spiel“ gesehen, insgesamt sei das Defensivverhalten verbesserungswürdig.

Es war diese Mischung aus berechtigtem Stolz und Selbstvertrauen auf der einen Seite, Selbstkritik und Lernfähigkeit auf der anderen, der die Frankfurter auszeichnete. So hatte der stark aufspielende Takashi Inui einer japanischen Reporterin zerknirscht berichtet, er sei mit seiner Leistung „gar nicht zufrieden“. Da musste der Trainer lächeln. „Das schätze ich an der japanischen Mentalität“, sagte Veh, „ich habe ihn richtig gut gesehen.“

Inui war Teil einer mitreißenden Offensive, die sich eine ganze Serie von Chancen herausspielte, davon aber nur zwei nutzte. Die größten Pechvögel waren ausgerechnet die Torjäger aus der letzten Saison, Alex Meier und Olivier Occean. Die Treffer erzielten mit Aigner und Lanig zwei Neue. Aigner nach toller Vorarbeit von Bastian Oczipka, der bei einem Sololauf seine ehemaligen Kollegen hatte stehen lassen wie Slalomstangen. Der eingewechselte Lanig mit einem Kopfball nach präziser Flanke des ebenfalls eingewechselten Stefano Celozzi. Auch mit seinen Wechseln hatte der Trainer also alles richtig gemacht.

Quelle: op-online.de

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