Trainer gibt Mannschaft Profil

Fußball wie in guten, alten Eintracht-Zeiten

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Der Baumeister der neuen Eintracht: Armin Veh.

Frankfurt - Es gab Zeiten in ihrer langen Geschichte, da stand die Frankfurter Eintracht für hohe Spielkultur. Von Peppi Schmitt

Namen wie Alfred Pfaff, Istvan Sztani, später Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein, noch später Uwe Bein und Andreas Möller wecken Erinnerungen an technisch feinen Fußball, an geniale Momente im damaligen Waldstadion. Das Publikum hat sich erfreut an Technikern und Künstlern, durfte eine Meisterschaft und vier Pokalsiege feiern.

Die Jungen unter den fast 50.000 Zuschauern, die fast zu jedem Spiel in die Arena pilgern, haben dies nicht mehr erlebt. Die jüngere Vergangenheit war geprägt von Rumpelfußball, von Abstürzen in die Zweitklassigkeit, von finanziellen Problemen und Skandalen. Das muss man wissen, um zu verstehen, wie groß die Erleichterung in diesen Wochen ist in einer Stadt, die geradezu danach gelechzt hat, wieder schönen und erfolgreichen Fußball zu sehen. Die guten alten Zeiten sind zurückgekehrt. Eintracht Frankfurt spielt wieder so, wie man es von Eintracht Frankfurt erhofft. Zu verdanken ist dies in erster Linie einem Mann, dem Trainer Armin Veh.

„Jeder Klub muss seine eigene Spielphilosophie haben“

„Jeder Klub muss seine eigene Spielphilosophie haben“, sagt er. Die großen Klubs haben eine, aber auch kleine wie der SC Freiburg. Warum also nicht die Eintracht? Also begann Veh gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner, eine Mannschaft für die Bundesliga zusammenzubasteln. Mit wenigen Mitteln, aber viel Euphorie. Und mit einem klaren Plan. Das Anforderungsprofil für neue Spieler war schnell erstellt: Jung sollten sie sein, schnell, vor allem technisch gut. Dazu hungrig, lernfähig und lernwillig. Es kamen Carlos Zambrano, Takashi Inui, Stefan Aigner, Bastian Oczipka, Stefano Celozzi, Olivier Occean, Vadim Demidov und Torwart Kevin Trapp.

„Die Erfolge zu Beginn der Saison haben geholfen“, sagt der 51 Jahre alte Fußball-Trainer, „wenn man gewinnt, glaubt man an die Sache.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen sagt über Veh zwei Kernsätze: Zum einen habe er eine „natürliche Autorität“, zum anderen mache er die Spieler besser. Größeres fachliches Lob kann es für einen Fußball-Trainer nicht geben.

Auch unpopuläre Maßnahmen durchziehen

Seine Autorität erlaubt es Veh, auch unpopuläre Maßnahmen durchzuziehen. Erinnert sei an den Winter des vergangenen Jahres, als der bis dahin beste Torschütze Theofanis Gekas gehen musste. In dieser Saison hat Veh den Stürmer Rob Friend aufs Abstellgleis geschoben, hat eine Stammkraft wie Benjamin Köhler kaum noch eingesetzt und dem erst im letzten Januar geholten Heiko Butscher erklärt, dass seine Karriere langsam zu Ende geht. Das hat die Spieler nicht erfreut, doch zu großem Ärger hat es nicht geführt, auch weil Veh ehrlich mit den Spielern umgegangen ist.

Quelle: op-online.de

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