Kein sinnloser Aktionismus

Armin Veh relativiert DFB-Pokal-Aus 

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Torwart Trapp mit Schiedsrichter Siebert. -

Frankfurt (sp) - Zum ersten Mal seit zwölf Jahren, damals 1:6 gegen die Amateure des VfB Stuttgart, ist die Frankfurter Eintracht wieder in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal ausgeschieden.

Trainer Armin Veh war nach dem 0:3 beim FC Erzgebirge Aue enttäuscht, „weil ich Profi bin und immer gewinnen will. “ Außerdem äußerte Veh seinen Unmut über die Regel, die vorschreibt, nach einem Foul des Torhüters Elfmeter und die rote Karte zu geben, „weil mit zehn Mann zu spielen bei 50 Grad Scheiße ist. “.

Auch Unglücksrabe Kevin Trapp haderte mit dem Platzverweis, für den er gestern vom DFB-Sportgericht für ein Pokalspiel gesperrt wurde. „Ich denke, diese Regel ist Schwachsinn. Das sehen sicher alle Torhüter so“, sagte der 22-Jährige. „Es ist einfach dumm gelaufen. Aber ich muss das jetzt schnell abhaken.“ Veh vertraut weiter auf seine neue Nummer eins, am Samstagabend wird der Neuzugang beim Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen das Tor hüten. „Wir müssen jetzt in der Bundesliga eine Reaktion zeigen“, fordert Trapp.

Trainer Veh folgt nicht den vielen Kritikern, die nun alles und jeden in Frage stellen. „Es gibt nicht so viel Grundsätzliches zu ändern“, sagte er am Tag danach, „ich werde nicht verrückt spielen.“ Krisensitzungen oder besondere Ansprachen wären aus seiner Sicht sinnloser Aktionismus und überhaupt nicht angebracht. Schon Überschriften, die Eintracht habe sich „blamiert“, das 0:3 sei eine Pokal-„Pleite“, oder ein „Aufbäumen“ der Mannschaft habe gefehlt, bringen ihn auf die Palme. „Wir haben schließlich nicht gegen einen Regionalligisten gespielt.“

Im Grunde sei nach einer guten Anfangsphase, „als wir genauso gespielt haben, wie ich mir das vorstelle“, mit dem Fehlpass von Butscher eine „Kettenreaktion“ in Gang gekommen. „Wir haben drei Fehler gemacht, die haben zu drei Toren geführt“, analysiert der Eintracht-Coach, „soll ich jetzt mit Rode, Meier oder Occean reden, die wie die Ochsen gekämpft haben?“

Fehler in der Abwehr

Nicht die Mannschaftsleistung mache ihm Sorgen, vielmehr die Fehler in der Abwehr. „Aber darüber mache ich mir schon seit sieben Wochen Gedanken“, sagt Veh. Die Innenverteidigung ist nicht eingespielt und war deshalb zweifellos der schwächste Mannschaftsteil. Wahrscheinlich ist, dass schon gegen Leverkusen mit Carlos Zambrano und Bamba Anderson eine komplett neue Abwehrzentrale aufgeboten wird. Der Peruaner und der Brasilianer haben zwar noch nie zusammengespielt, „aber eine Kröte muss ich schlucken“, sagt Veh.

Dem Leverkusen-Spiel folgt die Auswärtspartie in Hoffenheim, danach eine zweiwöchige Länderspielpause mit einem Freundschaftsspiel gegen den FSV Frankfurt. In dieser Zeit könnte sich die Abwehr besser einspielen, wenn nicht ausgerechnet Zambrano und Demidov zu ihren Nationalmannschaften müssten.

Quelle: op-online.de

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