Laktattest der größte Feind von Caio

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Am Boden: Der Brailianer Caio (hier beim Testspiel gegen FK Teplice) schaffte die Konditionsprüfung nicht.

Frankfurt - (sp) Hätte Michael Skibbe vorher bekannt gegeben, dass er am Sonntagvormittag den Laktattest durchführen lassen würde, hätte der neue Trainer der Frankfurter Eintracht wohl Eintrittskarten zum Training verkaufen können.

Denn am Laktattest hatte sich in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder der Streit um den Brasilianer Caio entzündet. Caio war dreimal durchgefallen bei dieser speziellen Laufübung, die Aufschlüsse über den körperlichen Zustand der Profis geben soll.

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Für den früheren Trainer Friedhelm Funkel war Caios mangelnde Fitness dann Grund genug, um ihn nicht so oft einzusetzen, wie es sich viele Zuschauer gewünscht hätten. Auch diesmal ist Caio beim Laktattest wieder nicht bis zum Ende mitgelaufen, doch Funkels Nachfolger hat dies ziemlich entspannt gesehen. Sicher auch, weil der Test etwas anders strukturiert war als in den letzten Jahren und weil Caio beileibe nicht der einzige war, der vorher aufgegeben hat.

Zu laufen waren fünf verschiedene Strecken, jeweils in drei Minuten, mit anschließender Pause: Zunächst 500 Meter (entspricht einer Geschwindigkeit von 10 km/h), dann 600 Meter (12 km/h), dann 700 Meter (14 km/h), dann 800 Meter (16 km/h), zum Abschluss 900 Meter (18 km/h). Der Test fand nicht wie in den letzten Jahren auf einer 400-Meter-Tartanbahn statt, sondern auf dem Rasen an der Wintersporthalle, wo ein Parcours genau ausgemessen worden war. „Für die Gelenke ist es besser, wenn die Jungs auf Rasen laufen können“, sagt Michael Skibbe, der diese Art des Laktattests auch bei seinen früheren Stationen in Leverkusen oder der Nationalmannschaft hat durchführen lassen. Nach jedem Drei-Minuten-Lauf wurde den Spielern Blut aus dem Ohrläppchen abgezapft. Dieses Blut wird nun im Labor untersucht und gibt dem Trainerteam wichtige Hinweise über die zukünftige Trainingssteuerung für die einzelnen Spieler.

Die letzten 500 Meter waren für Eintracht-Profi zu anstrengend

Der Brasilianer Caio, auf den alle Augen der rund 50 Kiebitze gerichtet waren und der von den Kollegen und dem Trainerteam angefeuert wurde, musste im letzten Lauf nach 400 Metern passen, hat also die letzten 500 Meter nicht mehr geschafft. Dabei befand er sich in seiner Sechsergruppe in guter Gesellschaft, unter anderen mit Oka Nikolov und Selim Teber. „Auch wer es nicht ganz geschafft hat, kann einen guten Laktatwert haben“, erklärt Trainer Michael Skibbe, der grundsätzlich mit der körperlichen Verfassung des einstigen „Problem-Brasilianers“ zufrieden ist. Besonderes Lob gab es unter anderen für Christoph Spycher, Ümit Korkmaz, Habib Bellaid, Nikola Petkovic, Marcel Titsch-Rivero und Faton Toski, die den Test ohne Probleme durchgezogen haben.

Die Trainingsgruppe der Eintracht ist am Wochenende wieder größer geworden. Marcel Heller und Marcos Alvarez haben am Laktattest teilgenommen. Beide werden ebenso am Dienstag mit ins zweite Trainingslager fliegen wie Martin Fenin, der nach seiner Leistenoperation wieder im Lauftraining steht. Neben Christoph Preuß fehlen nun nur noch Zlatan Bajramovic und Juvhel Tsoumou. Der von Michael Skibbe gewünschte weitere Neuzugang lässt weiter auf sich warten. Der Leverkusener Pirmin Schwegler ist weiter ein Kandidat. „Aber wir haben auch noch Alternativen im Blick“, sagt der Eintracht-Trainer.

Quelle: op-online.de

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