„Langsam kapieren sie es“

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Ioannis Amanatidis (rechts) kam nach langer Verletzungspause im Testspiel zum Einsatz.

Hermagor/Österreich - (sp) Hans-Jürgen Boysen war beeindruckt. „Wir werden uns warm anziehen“, sagte der Trainer der Offenbacher Kickers, der den Pokalgegner Eintracht Frankfurt beim Testspiel in Kärnten beobachtet hatte.

5:0 hatten die Frankfurter den schwachen österreichischen Bundesligisten Austria Kärnten besiegt und waren zum ersten Mal seit dem Amtsantritt von Michael Skibbe den Vorstellungen des neuen Trainers nahe gekommen. „In zwei, drei Wochen sind wir in der Lage, guten Fußball zu spielen“, sagt Skibbe.

Mit dem Sieg gegen Kärnten ist der Mannschaft jener „positive Abschluss“ des Trainingslagers gelungen, den sich Skibbe gewünscht hatte. Die Eintracht war gegenüber den 0:3-Niederlagen gegen Osijek und Timisoara nicht wiederzuerkennen. Was sicher daran lag, dass der Trainer die aktuell beste Elf aufs Feld geschickt hatte.

Ein paar Entscheidungen dürften gefallen sein. Im defensiven Mittelfeld harmonierten die beiden Neuzugänge Selim Teber und Pirmin Schwegler prächtig. Während offensiv der Brasilianer Caio sicher noch Steigerungspotential hat, konnte Benjamin Köhler überzeugen. Das Zusammenspiel mit Alexander Meier und dem erstaunlich offensiven Christoph Spycher klappte reibungslos. Meier fühlte sich als „hängende“ Spitze pudelwohl und erzielte drei Tore. So fiel es kaum ins Gewicht, dass Nikos Liberopoulos müde wirkte.

Größten Probleme im Abwehrzentrum

Die größten Probleme scheint die Eintracht im Abwehrzentrum zu haben. Maik Franz und Marco Russ wirkten nicht sicher und es wäre keine Überraschung, wenn der derzeit verletzte Brasilianer Chris einen der Plätze im Deckungszentrum einnehmen würde. Aleksandar Vasoski hat sich mit guten Leistungen nach halbjähriger Verletzungspause positiv in Erinnerung gebracht. Der Kampf im Tor ist öffentlich noch nicht entschieden, einiges deutet jedoch daraufhin, dass der 35 Jahre alte Nikolov wieder einmal die Nase vorn haben dürfte.

Skibbe, der den Verlauf des Trainingslagers als „lehrreich und optimal“ beschrieb, „auch wenn mir die Ergebnisse nicht immer gefallen haben“, glaubt sich und das Team auf dem richtigen Weg. „Diese Mannschaft kann gut spielen“. Es scheint Skibbe gelungen, die neue Taktik den Spielern näherzubringen. „Sie kapieren es langsam.“

Derweil versucht Vorstandschef Heribert Bruchhagen den Druck auf die Profis zu erhöhen. Spielern wie Marco Russ und Patrick Ochs, denen die Verträge zu besseren Konditionen vorzeitig verlängert worden sind, rät Bruchhagen, „nun auch die Gegenleistungen zu bringen.“ Schließlich seien neue Verträge für Leistungsträger abgeschlossen worden, „weil wir die Eintracht verbessern wollen.“

Wenn er nun eine gewisse Stagnation bemerke, werde er dies deutlich ansprechen, „egal ob es den Spielern gefällt oder nicht.“

Quelle: op-online.de

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