„Das sah wirklich doof aus“

Hradeckys Blackout: Das schnellste Torwart-„Rot“ der Bundesliga

RB Leipzig - Eintracht Frankfurt
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Torhüter Lukas Hradecky spielte außerhalb des Strafraums den Ball mit der Hand.

Leipzig - Was für ein Blackout. Nach 130 Sekunden war für Eintracht-Torwart Lukas Hradecky das Spiel in Leipzig vorbei. Rote Karte nach absichtlichem Handspiel außerhalb des Strafraums. Von Peppi Schmitt

Es war der schnellste Platzverweis für einen Torwart in der Geschichte der Bundesliga. Und es war, wie sich ebenso schnell herausstellte, schon die Vorentscheidung im Spitzenspiel. Lukas Hradecky zögerte zunächst nach einem weiten Pass, rutschte dann aus und schnappte sich den Ball mit den Händen. Mit diesem Griff war alles, was sich die Frankfurter vorgenommen und alles, was sie sich in der Vorbereitung im Trainingslager in Abu Dhabi erarbeitet hatten, über den Haufen geworfen. Hradecky, der stärkste Frankfurter Spieler des ersten Halbjahres, stellte sich nach dem Spiel tapfer den Medien. „Mir tut das leid für die Mannschaft, das sah wirklich doof aus", sagte der finnische Nationalspieler.

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Alibis suchte er keine. Nicht der schwere Boden, nicht die falsche Stollen seien schuld gewesen, sondern seine falsche Entscheidung in einem Bruchteil einer Sekunde. „Als Torwart will man einfach kein Tor kassieren, deshalb habe ich so reagiert", sagte er, „aber wenn ich jetzt noch einmal überlegen könnte, hätte ich ihn laufen lassen sollen." Das sah auch sein Trainer so. „Da wäre Leipzig in Führung gegangen, aber wir hätten mit elf gegen elf noch 87 Minuten Zeit gehabt", sagte Niko Kovac. Ein Vorwurf an Hradecky sei dies aber keinesfalls. Das Halten von Bällen liegt nun mal im Blut eines jeden Torhüters. „Ich wollte kein Tor kassieren und musste mich entscheiden“, sagte er. Es war die falsche Entscheidung.

Selbst die Fans hielten viel Trost für den sonst so famosen Torwart bereit. „Lukas hat uns oft gerettet, da kann man ihm diesen Fehler verzeihen“, hat einer auf der Homepage geschrieben. Ein anderer: „Kopf hoch, Lukas.“ Sportvorstand Bobic nahm Hradecky in Schutz. „Lukas tut mir leid", sagte er, „das passiert ihm nur ein einziges Mal in seiner Karriere." Ex-Profi Bobic glaubt sogar, „dass es Lukas noch stärker machen wird."

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Zunächst einmal aber wird es Heinz Lindner richten müssen. Für sein erstes Pflichtspiel seit dem 8. August 2015 (3:0 im Pokal beim Bremer SV) hat er viel Lob bekommen. Auch wenn es schlechter nicht hätte beginnen können. Zwar konnte er den Ball nach Marcel Halstenbergs Freistoß noch abwehren, doch der Nachschuss von Marvin Compper war drin. Danach hielt Lindner die Eintracht mit guten Paraden im Spiel, beim 0:2 fehlten ihm paar Zentimeter, beim 0:3 konnte ihm Vallejo nicht helfen und traf ins eigene Tor. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht", sagte Bobic. „Heinz hat sehr gut gespielt", sagte auch Kollege Hradecky. Lindner selbst war nicht so ganz glücklich. „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben", sagte der 26 Jahre alte Österreicher. Am Anfang sei er etwas nervös gewesen, aber dies habe sich bald gelegt. „Mein Bundesliga-Debüt habe ich mit natürlich anders vorgestellt", sagte er. Die wahre Bewährungsprobe wird nun nächste Woche auf Schalke folgen. Für Lindner und für die Eintracht.

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Quelle: op-online.de

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