Misstrauensvotum für Pröll die Chance für Nikolov

Frankfurt - (sp) Friedhelm Funkel hat lange gewartet und dann ganz schnell entschieden. Am Donnerstag, kurz vor dem Training, hat der Trainer der Frankfurter Eintracht die beiden Torhüter Oka Nikolov (34) und Markus Pröll (29) zu sich gerufen und ihnen seine Entscheidung mitgeteilt, wer morgen beim Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim im Tor stehen wird. „Oka Nikolov wird spielen“, sagte Funkel.

Die Begründung lieferte der Fußball-Lehrer gleich mit. Markus Pröll (neun Saisoneinsätze) habe zuletzt nicht so gehalten, „wie wir es uns gewünscht hätten“, sagte Funkel, „Markus hat von der Körpersprache und Sicherheit her nicht das ausgestrahlt, was er über lange Jahre hier gezeigt hat“, kritisierte Funkel. „Ihm hat die Explosivität gefehlt, und er ist nicht zu hundert Prozent an sein Leistungsvermögen herangekommen.“ Als grundsätzliche Entscheidung gegen die seitherige „Nummer eins“ über die nächsten Wochen hinaus wollte er dies nicht verstanden wissen. Eine Formschwäche wie bei Pröll könne „durchaus mal vorkommen“. Aber das

Misstrauensvotum gegen Pröll darf man durchaus als Indiz werten, dass die Eintracht den 29-Jährigen trotz eines bis 2010 laufenden Vertrags am Saisonende gerne abgeben würde. Oka Nikolov (15 Saisoneinsätze) genießt nun das Vertrauen und wird seinen Platz sicher haben, „solange er gut hält“. Dem natürlich bitter enttäuschten Markus Pröll riet der Eintracht-Trainer, „den Kampf anzunehmen und weiter Gas zu geben“.

Volldampf-Fußball erwartet Funkel von der ganzen Mannschaft, auch wenn es noch einige personelle Unwägbarkeiten gibt. Patrick Ochs konnte wegen einer Beckenprellung gestern erneut nicht trainieren, und Nikos Liberopoulos war der kaum überwundene Zehenbruch noch deutlich anzumerken. „Bei Ochs habe ich noch Hoffnung“, sagt der Trainer, Liberopoulos aber werde „definitiv“ nicht von Beginn an spielen.

Über den Gegner aus Hoffenheim ist Funkel voll des Lobes. Dass am Samstag in der nahezu ausverkauften Arena (51 000 Karten sind verkauft, für den Gästeblock gibt es noch 500 Restkarten) „Tradition gegen Geld“ spiele, ist für Funkel keine zutreffende Beschreibung des Spiels. „Wir wären doch auch froh, wenn uns jemand so viel Geld geben würde wie Herr Hopp in Hoffenheim, das ist doch nicht negativ“, sagt der Eintracht-Coach. „Wir müssen zugeben, dass Hoffenheim aufgeholt und uns überholt hat, einfach weil sie bessere wirtschaftliche Möglichkeiten haben.“ Dies dürfe aber kein Grund für Neid oder Missgunst sein.

Keine Sorgen muss sich Funkel machen, dass Heribert Bruchhagen, der sich für seine Vertragsverlängerung stark gemacht hatte, bei der Eintracht abspringt. Der Vorstandsvorsitzende wird zwar beim FC Schalke als ein Kandidat für die Nachfolge von Manager Andreas Müller

gehandelt, verwies aber im Fachmagazin „kicker“ auf seinen bis 2012 laufenden Vertrag: „Ich ziehe die drei Jahre in Frankfurt durch.“

Quelle: op-online.de

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