Mutlos und bewegungsmüde

Überschwänglich bejubelten die Bayern das späte Siegtor gegen die Eintracht.
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Überschwänglich bejubelten die Bayern das späte Siegtor gegen die Eintracht. Abwehrchef Daniel van Buyten (Mitte) traf per Kopf zwei Minuten vor Schluss; links Thomas Müller und rechts Kapitän Mark van Bommel.

München ‐ Michael Skibbe fasste die 90 Minuten kurz und treffend zusammen. „Wir haben unglücklich, aber verdient verloren“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach der 1:2 (0:0)-Niederlage beim FC Bayern München. Von Peppi Schmitt

Unglücklich war die Niederlage nur wegen des Zeitpunkts des entscheidenden Tores. Daniel van Buyten gelang es 120 Sekunden vor Schluss. Verdient war die Niederlage, weil die Bayern - obwohl sie genauso schlecht spielten wie so oft in den vergangenen Wochen - besser waren als die Frankfurter und sich auch mehr Chancen herausspielten. Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen stellte kühl fest, „dass wir im zentralen Mittelfeld im Laufe des Spiels immer bewegungsmüder und schwerfälliger wurden.“ Im Klartext: Die Bayern, obwohl unter der Woche in der Champions-League in Bordeaux im Einsatz, hatten mehr zuzusetzen als die Frankfurter.

Was sich vor allem in einer drückenden Überlegenheit im Mittelfeld ausdrückte. Die Münchner entwickelten dort jenen Druck, dem die insgesamt gute Frankfurter Abwehr in der Endphase dann doch erliegen musste. Nach Alexander Meiers Führungstreffer bei der ersten Eintracht-Chance nach toller Vorarbeit von Patrick Ochs hatte Bayern-Trainer Louis van Gaal eine glückliche Hand. Er wechselte Mario Gomez und Arjen Robben ein, die in einer Gemeinschaftsproduktion für den Ausgleich sorgten. Und in der Schlussphase holte er den glücklosen Mittelstürmer Luca Toni vom Feld, schickte seinen Abwehrchef van Buyten ins Angriffszentrum - und dieser köpfte mit seinem bereits fünften Pflichtspieltreffer in dieser Saison das Siegtor.

Frankfurter hatten zu wenig Ballkontrolle

Personelle Möglichkeiten dieser Art hatte der Frankfurter Trainer nicht. Dennoch blieb es das Geheimnis von Skibbe, warum er Selim Teber, der sich als wahrer Fehlpasskönig präsentierte, 90 Minuten auf dem Platz ließ.

Es lag freilich nicht nur an Teber, dass die Frankfurter „zu wenig Ballkontrolle hatten“, wie Skibbe bemängelte. Der „spielerische Mut“ habe gefehlt. Es kam kaum Entlastung nach vorne, die Pässe waren zu unpräzise, der Ball landete meist schnell wieder beim Gegner. Alleine Ochs, den Skibbe überraschend ins rechte Mittelfeld vorgezogen hatte, und Pirmin Schwegler konnten da mithalten. Ihre beste Phase hatte die Eintracht nach dem 1:0. Ochs: „Da haben wir nach vorne gespielt. Das hätten wir viel öfter tun müssen.“

Skibbe nimmt Nikolov in Schutz

Es folgten zwei Treffer der Bayern, die in Anbetracht von 25:9 Torschüssen natürlich verdient, aber aus Frankfurter Sicht vermeidbar waren. Dass beim Ausgleich ausgerechnet Oka Nikolov patzte, war sicher auch Pech. Der Torwart, davor und danach ohne Fehler, hatte sich nach einer Flanke von Thomas Müller im Luftkampf nicht gegen Gomez durchsetzen können, und der Ball war Robben vor die Füße gekullert. Skibbe nahm Nikolov jedoch in Schutz. Grundsätzlich hält er ihn „momentan für einen der stärksten Torhüter der Liga“.

Quelle: op-online.de

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