Neue Europa-Harmonie

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Mittendrin statt nur dabei. Eintracht-Trainer Michael Skibbe und seine Spieler hoffen nach dem 2:1-Auswärtssieg beim VfL Bochum auf einen Europapokal-Platz.

Frankfurt (sp) ‐ Es war der Abend der guten Nachrichten für die Frankfurter Eintracht. Da war der 2:1 (1:1)-Sieg beim VfL Bochum, und da war die Ankündigung von Trainer Michael Skibbe, auch im nächsten Jahr Trainer dieser Mannschaft zu sein.

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Beides war nach den letzten Wochen nicht unerwartet gekommen, aber beides war auch nicht selbstverständlich. In Bochum hatte die Eintracht seit 15 Jahren nicht mehr gewonnen und nach Erfolgen gegen Bayern München hatte die „Diva vom Main“ in ihrer Historie nicht selten dazu geneigt, vermeintlich kleinere Gegner nicht ganz so ernst zu nehmen.

Diesmal war das Gegenteil der Fall. „Wir haben total guten Fußball gespielt, von der ersten bis zur 90. Minute“, sagte Trainer Michael Skibbe, dessen Vertrag sich beim Erreichen von 40 Punkten angeblich automatisch um ein Jahr verlängert. Diese Option wollte der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer nicht bestätigen, wohl aber verkündete er die Nachricht, „dass ich nächste Saison Trainer der Eintracht bin.“ Die zwischenzeitlichen Streitigkeiten und Irritationen zwischen Vorstandschef Bruchhagen und dem Trainer sind offenbar neuer Harmonie gewichen.

Die Frankfurter Fans träumen jetzt sogar von einer Rückkehr nach Europa. Die ist immer noch wenig wahrscheinlich, aber nicht mehr ausgeschlossen. „Wir wären ja töricht, wenn wir nicht versuchen würden, die kleine Chance zu nutzen.“ Es war tatsächlich Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, der sich diesen Satz in Bochum entlocken ließ. Es war die Antwort auf die Frage, ob die Eintracht als Achter, gleichauf mit dem Siebten VfB Stuttgart, noch eine Chance haben könnte, den sechsten Platz zu erreichen, der für die Teilnahme an der Europa-League reichen wird.

Mannschaft zeigt deutliche Fortentwicklung

Bruchhagen war selbst erschrocken über seine Einschätzung. „Da habe ich wohl für einen Moment die Nerven verloren“, schob er nach. Dabei hatte Bruchhagen nur eine realistische Einschätzung der aktuellen Situation gegeben. Wenn die Mannschaft auf dem Niveau weiterspiele wie gegen Bayern und Bochum könne sie noch viele Punkte holen. „Aber es ist auch großes Rückschlagpotenzial da“, sagte der Eintracht-Chef. Schon am Samstag, im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, wird sich zeigen, ob die Eintracht auf Dauer und nicht nur ab und zu mit den Großen mithalten kann.

Darauf deutet einiges hin, zeigt die Mannschaft doch eine deutliche Fortentwicklung. Der Trainer befördert diese mit seinen Nominierungen. Michael Skibbe habe das „kämpferische Element zurückgestellt“, sagte Bruchhagen, „er hat spielerisch aufgestellt.“ Der Trainer hatte wie schon gegen Bayern den Mut aufgebracht, auf Spieler wie Maik Franz und Selim Teber, deren Stärke die Kampfkraft ist, zu verzichten. Stattdessen standen Techniker und Dribbler wie Caio oder Ümit Korkmaz im Team. Es war eine richtige Entscheidung, konnten die Frankfurter doch über 90 Minuten spielerische Dominanz ausüben.

Quelle: op-online.de

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