Retter Caio „nicht aufgefallen“

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Er kam, traf, siegte und wurde von den Fans gefeiert: Ausgerechnet Sorgenkind Caio hat der Frankfurter Eintracht mit einem Traumtor drei Punkte im Auswärtsspiel beim Karlsruher SC beschert.

Karlsruhe - Für Vorstandschef Heribert Bruchhagen war es eine „ganz schlechte Leistung“. Aber am Ende eines grausamen Fußballspiels gab es ein Happy-End für die Frankfurter Eintracht, die beim Karlsruher SC 1:0 (0:0) gewonnen hat und sich damit im Abstiegskampf wieder etwas Luft verschaffen konnte. Von Peppi Schmitt

Die Freude war groß, die Selbsterkenntnis auch. „Wir haben sehr, sehr glücklich gewonnen“, gab Trainer Friedhelm Funkel zu, „wir müssen uns deutlich steigern, wenn wir gegen andere Mannschaften eine Chance haben wollen.“ Es war schon erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln die Eintracht ihre Serie verteidigen konnte, gegen alle Mannschaften, die in der Tabelle hinter ihr stehen, zu gewinnen.

Ohne erkennbares Konzept und mit einer unglaublichen hohen Fehlerzahl stolperten die Gäste über den Platz Ein lichter spielerischer Moment hat die im Abstiegskampf womöglich vorentscheidenden Punkte gebracht haben. Caio-Liberopoulus-Ochs hieß die Stafette am rechten Flügel, die dazu führte, dass Patrick Ochs den Ball hoch nach innen bringen konnte. Dieser Flanke in der 54. Minute war die erste gelungene Kombination vorausgegangen. Und Caio, das zur Pause eingewechselte „Sorgenkind“ des ganzen Vereins, traf den Ball mit rechts aus knapp 20 Metern so gut, „dass keine Bild-Zeitung mehr zwischen Ball und Latte passte“, wie KSC-Torwart Markus Miller jammerte, „wenn er das gewollt hat, war es überragend“. Für Heribert Bruchhagen war klar, dass dies Absicht und kein Zufall war. „Schießen kann Caio“, sagt Bruchhagen, „das ist seine Stärke. Caio hat gezeigt, welche Möglichkeiten er haben kann.“

Die ganze Mannschaft rannte zu Caio und gratulierte überschwänglich. „Er hatte eine schwere Zeit“, sagte Markus Pröll, „dieses Tor war wichtig für ihn und für uns.“ Nur einer blieb fast unbeeindruckt. „Das Tor war gut gemacht, ansonsten aber ist Caio weder auf- noch abgefallen“, sagte Friedhelm Funkel trocken. Bei Caio, der ihn so oft enttäuscht hat, kann der Eintracht-Coach nicht aus seiner Haut.

Dabei gebührte ein Teil des Verdienstes auch dem Trainer, der zur Pause richtig aus- und eingewechselt hatte. Der schwache Nikola Petkovic musste gehen, Benjamin Köhler wechselte auf die Verteidigerposition, Caio ins offensive Mittelfeld. „Karlsruhes Engelhardt hat keine Anstalten gemacht, mit nach vorne zu gehen“, begründete Funkel, „da bin ich das Risiko mit Caio eingegangen“. Es hat sich gelohnt, denn alleine durch den Torschuss war Caio besser als alle anderen auf dem Platz. Für die Trainingswoche hat Funkel nun den Ball wieder Caio zugespielt. „Ich hoffe, er bekommt dadurch einen Schub und Selbstvertrauen“, sagt der Eintracht-Coach, „ich werde genau hinschauen, was er beim Training macht.“

Quelle: op-online.de

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