Schon wieder große Not in der Abwehr

Frankfurt (sp) ‐ Es ist schon zum zweiten Mal in dieser Saison, dass eine kolossale Fehleinschätzung der Führungsetage der Frankfurter Eintracht zum großen Problem wird.

Nach dem letzten Spiel 2010, der Pokalpleite bei Alemannia Aachen, hatten Vorstandschef Heribert Bruchhagen und der damalige Trainer Michael Skibbe aus finanziellen Gründen auf die ursprünglich geplante und sportlich notwendige Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers für die Rückrunde verzichtet.

Obwohl damals Marco Russ und Maik Franz schwer verletzt waren und ziemlich klar war, dass auch der Brasilianer Chris nicht zurückkehren würde. „Die zwei, drei Spiele bis zur Rückkehr von Franz und Russ überstehen wir auch so“, hatten Bruchhagen und Skibbe gesagt. Ein fataler Irrtum. Ohne die Stabilisatoren Franz und Russ war die Eintracht zum Rückrundenbeginn in eine tiefe Krise gerutscht, aus der sie auch mit Franz und Russ nicht mehr rausgefunden hat. Und jetzt wird Franz nach seinem Mittelfußbruch beim Endspurt der Saison wieder fehlen.

Ausgerechnet gegen Bayern München

Wen kann Trainer Christoph Daum in der Innenverteidigung aufbieten? Franz' Ausfall wiege „schwer“, gibt Daum zu, „er ist einer unserer zuverlässigsten Spieler, ein Führungsspieler.“ Alternativen sind dünn gesät. Aleksandar Vasoski könnte neben Russ spielen, auch Ricardo Clark, beide mit nur ganz wenig Spielpraxis. Mehr Möglichkeiten bieten sich Daum nicht. In der Bundesliga ist das zu wenig. „Ich habe es so übernommen und werde jetzt keine Debatte anfangen“, sagt Daum, „jetzt kommt einer rein und wird zeigen, wozu er in der Lage ist.“ Ausgerechnet gegen Bayern München, gegen Thomas Müller, Miroslav Klose und Mario Gomez.

Auch im Mittelfeld sind die Reihen gelichtet

Auch im Mittelfeld sind die Reihen gelichtet. Alex Meier ist gesperrt, der erste Nachrücker wäre der 18 Jahre alte Sonny Kittel gewesen. Doch das „Nesthäkchen“ hat sich beim Training einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Heribert Bruchhagen war geschockt. „Rode hatte schon einen Kreuzbandriss, jetzt Kittel“, sagt der Eintracht-Boss, „ich weiß nicht, an was es liegt, dass es so junge Spieler so schwer erwischt. Vielleicht an den neumodischen Stollen unter den Schuhen?“

Daum fiel es am Mittwoch sichtlich schwer, nach den permanenten Rückschlägen gleich wieder seinen Optimismus zu finden. „Das muss man erst einmal verarbeiten“, sagte der Eintracht-Trainer, „und dann werde ich sehen, welche Spieler in Frage kommen.“ Zumindest eines der Talente aus der U23 wird in den Bundesliga-Kader aufrücken.

Quelle: op-online.de

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