Neuer Eintracht-Trainer will „Begeisterung und Feuer im eigenen Stadion auslösen“ und hofft auf Caio

Mit Skibbe gegen die Behäbigkeit

Auf gute Zusammenarbeit: Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen (rechts) bei der Begrüßung des neuen Trainers Michael Skibbe.

Frankfurt - (sp) Der Konferenzraum „Rhein-Main“ im Hotel Holiday Inn war überfüllt. Die Präsentation des neuen Trainers Michael Skibbe war ein Medienereignis, wie man es bei Eintracht Frankfurt selten zuvor erlebt hat.

Skibbe unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre und zeigte sich hochzufrieden: „Ich freue mich, dass ich hier bin“, sagte der 43-Jährige, „wir haben eine gute Mannschaft, ein tolles Stadion und fantastische Fans.“

Skibbe will eine Aufbruchstimmung erzeugen und die Eintracht weiter nach oben führen. „Ich will attraktiven, guten und aufregenden Fußball spielen lassen. Wir wollen Begeisterung und Feuer im eigenen Stadion auslösen. Daran will ich mich messen lassen“. Einen Co-Trainer, vermutlich den ehemaligen Leverkusener Peter Hermann, wird er mitbringen, die anderen Trainer sollen bleiben.

Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, erklärte, wieso die Wahl auf Skibbe fiel. „Wir glauben, eine gewisse Behäbigkeit und Vorhersehbarkeit in unserem Spiel gesehen zu haben. Wir wollen jetzt den Versuch unternehmen, etwas attraktiver zu spielen.“ In den Gesprächen mit Skibbe habe sich gezeigt, dass dies mit der Philosophie des Ex-Bundestrainers übereinstimme. „Im Vorstand gab es ein klares Votum für Skibbe“, sagte Bruchhagen, „wir haben uns sehr schnell verständigt.“ Am Donnerstag hatte Bruchhagen dann den Hauptausschuss, unter anderen den Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Becker und den Präsidenten Peter Fischer, informiert.

Während der 45-minütigen Pressekonferenz hat Bruchhagen deutlich gemacht, was er vom neuen Coach erwartet: „Wir sehen die neue Saison als Chance, wir möchten der großen Erwartungshaltung der Öffentlichkeit gerecht werden.“ Auch Skibbe hat gleich bei seinem ersten Auftritt Worte gefunden, die dem zahlenden und zuletzt in Teilen so unzufriedenen Publikum Gefallen haben dürften. Die Kluft zu den vor der Eintracht stehenden Teams sei sehr groß, sagte Skibbe, „wir wollen und werden sie schließen“. Um den geforderten attraktiveren und offensiveren Fußball spielen zu lassen, wünscht er sich neben den bereits verpflichteten Ralf Fährmann und Maik Franz noch zwei, drei weitere Neuzugänge. Einen Stürmer hätte er gerne, aber vor allem im defensiven Mittelfeld müsse die Eintracht nach den Abgängen von Michael Fink und Junichi Inamoto noch einiges tun. Den Kader kenne er schon „ziemlich gut“, sagte Skibbe, in den nächsten Tagen werde er sich weiter intensiv um die Zukunftsplanungen kümmern.

Deutliche Worte hat Skibbe auch zum umstrittenen Brasilianer Caio gefunden. Der war vor allem wegen körperlicher Defizite von Vorgänger Funkel kaum aufgestellt worden und auch deshalb zum Zankapfel im Verein geworden. Skibbe machte den Eintracht-Fans Hoffnung, dass sie Caio in Zukunft häufiger auf dem Spielfeld zu Gesicht bekommen. „Caio ist ein sehr guter Fußballer“, sagte Skibbe, „es wird unsere Aufgabe sein, das Optimale aus ihm rauszuholen“. Besonders dieser Satz dürfte den bei der Pressekonferenz anwesenden Aufsichtsratsboss Herbert Becker gefreut haben.

Quelle: op-online.de

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