Skibbe nimmt Amanatidis Binde weg

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Christoph Spycher

Frankfurt - (sp) Paukenschlag bei der Frankfurter Eintracht vier Tage vor dem Pokalderby bei den Offenbacher Kickers. Trainer Michael Skibbe hat Christoph Spycher zum neuen Kapitän bestimmt und damit Ioannis Amanatidis die Binde weggenommen.

Der 27 Jahre alte griechische Nationalspieler, der die vergangenen zwei Jahre Spielführer war, ist ab sofort nur noch Stellvertreter. Als „dritten Mann“ hat der neue Trainer den Brasilianer Chris bestellt, im Mannschaftsrat sind zudem Selim Teber und Patrick Ochs. „Ich mache das gerne“, sagte Spycher, „es ist für jeden Spieler eine Ehre, Kapitän der Eintracht zu sein.“ Ioannis Amanatidis reagierte enttäuscht und mit Unverständnis. „Es hat sich wieder gezeigt, dass es keine Dankbarkeit gibt im Profifußball“, sagt er, „ich werde daraus Konsequenzen ziehen und mich in den nächsten Tagen konkret äußern.“

Ich halte es für besser, einen defensiven Spieler als Kapitän zu haben“, lautet die offizielle Begründung von Michael Skibbe, „Stürmer werden öfter ausgewechselt oder stehen auch mal nicht im Team.“

Ioannis Amanatidis

Die Entscheidung für Spycher und gegen Amanatidis ist im Grunde auch eine sportliche Wertung. Spycher ist in diesen Tagen im Gegensatz zu Amanatidis unumstrittener Stammspieler. Skibbe: „Beide haben in der Mannschaftsführung gleiche Qualitäten. Bei Christoph ist es sicher, dass er 90 Minuten spielt, wenn er nicht verletzt wird.“ Als Misstrauen gegenüber der spielerischen Klasse von Amanatidis will der Trainer dies offiziell nicht verstanden wissen, dennoch ist es ein herber Schlag für den seitherigen Spielführer. „Ich wäre überrascht, wenn ich es nicht würde“, hatte Amanatidis noch vor ein paar Tagen gesagt. Nun dürfte er nicht nur überrascht sein, sondern auch ein wenig vergrätzt. Amanatidis habe die Entscheidung professionell aufgenommen, berichtete Skibbe, „er wird enttäuscht sein, aber er hat es akzeptiert. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft keine Vorbehalte zwischen uns bestehen.“

Amanatidis galt in den letzten Jahren als unersetzlich

Für Amanatidis sind dies schwere Tage in Frankfurt. Sportlich war er in den letzten Jahren, Gesundheit vorausgesetzt, immer unumstritten, galt als unersetzlich. Nun hat der neue Trainer Alexander Meier zum Stürmer umfunktioniert, damit einen Platz für Caio im Mittelfeld freigeräumt. Während Meier für das Spiel in Offenbach gesetzt scheint, kämpft Amanatidis mit Nikos Liberopoulos und Martin Fenin um den zweiten Platz im Sturm.

Noch eine weitere überraschende Entscheidung hat Skibbe gestern getroffen. In Offenbach wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Abwehrzentrum neben Marco Russ Aleksandar Vasoski erste Wahl sein. „Stand jetzt werden sie in Offenbach spielen“, sagte Skibbe. Neuzugang Maik Franz, der vorige Woche wegen einer Oberschenkelverhärtung ein paar Tage pausierte, wird nur auf der Auswechselbank sitzen.

Quelle: op-online.de

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