Skibbe plant mit nur einer Spitze

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Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis im Gespräch mit Trainer Michael Skibbe.

Frankfurt - Der Kapitän ist zurück. Nach knapp einer Woche Pause ist Ioannis Amanatidis gestern Vormittag ins Mannschaftstraining der Frankfurter Eintracht zurückgekehrt. Von Peppi Schmitt

Die Wadenzerrung ist ausgeheilt, am Sonntag soll Amanatidis beim Testspiel in Stadtallendorf (17 Uhr) wieder gegen den Ball treten. Da auch Martin Fenin nach einer Leistenoperation wieder mit Lauftraining begonnen hat und nächste Woche mit ins Trainingslager nach Kärnten reisen will, haben sich die Sorgenfalten von Trainer Michael Skibbe geglättet. Die ärgste Not im Sturm könnte bald ausgestanden sein. Ob drei erfahrene Angreifer, neben Amanatidis und Fenin noch Nikos Liberopoulos, allerdings ausreichen, um eine ganze Saison durchzustehen, bleibt fraglich. „Es kann reichen, wenn wir gesund bleiben“, sagt Amanatidis, „aber wenn wir ähnliches Verletzungspech haben wie letzte Saison, dann wird es nicht reichen.“

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Trainer Skibbe hält einen weiteren Stürmer nicht für unbedingt nötig. Vorstandschef Heribert Bruchhagen auch nicht, will aber die gesundheitliche Entwicklung bei Amanatidis „genau beobachten“. Der griechische Nationalspieler beruhigt den Chef. Der Knorpelschaden im Knie sei Vergangenheit. „Ich habe überhaupt keine Probleme“, sagt er. Nachdem Amanatidis am Ende der letzten Saison noch zweimal für kurze Zeit eingewechselt worden war, arbeitet er nun an seiner Rückkehr ins Team als Stammkraft. Dass es dabei zu einem Konkurrenzkampf ausgerechnet mit seinem Landsmann Liberopoulos kommen könnte, hat der Trainer schon angedeutet. Denn Michael Skibbe will zunächst nur mit einer vorderen Sturmspitze antreten, auch in Ermangelung großer Alternativen. Zuletzt hatte dem neuen Coach ja meist nur ein erfahrener Angreifer zur Verfügung gestanden, dazu der hochtalentierte Cenk Tosun.

Ein insgesamt offensiv orientiertes Mittelfeld

Ob eine Spitze oder zwei, für Amanatidis ist dies keine Glaubensfrage. „Wir haben schon Superspiele mit einer Spitze gemacht und schlechte mit zwei“, sagt er, „es kommt immer darauf an, wie es die Mannschaft umsetzt“. Natürlich mache es keinem Stürmer wirklich Spaß, wenn er vorne ganz alleine zwischen den Verteidigern des Gegners hin und her rennen muss. „Aber wenn die äußeren Mittelfeldspieler weit nach vorne rücken, kann es funktionieren“, glaubt der 27 Jahre alte Stürmer, „dann sind es ja schon fast wieder drei Spitzen“. So ähnlich stellt sich wohl auch der neue Trainer das Angriffsspiel vor: Mit einem insgesamt offensiv orientierten Mittelfeld, zwei äußeren Mittelfeldspielern, die man früher womöglich als Rechts- und Linksaußen bezeichnet hätte, und einem sogenannten „Stoßstürmer“ in der Mitte. Mit einer solchen Aufgabenverteilung könne man durchaus „Druck ausüben“ auf den Gegner, glaubt der Eintracht-Kapitän.

Ob Amanatidis Mannschaftsführer bleibt, ist noch offen. Skibbe hat angekündigt, die Mannschaft kennenlernen zu wollen und dann den Spielführer selbst zu bestimmen, den Mannschaftsrat sollen die Spieler wählen. Amanatidis gibt sich gelassen, geht aber fest davon aus, Kapitän zu bleiben. Er ist geachtet von den Mitspielern, beliebt beim Publikum und, vor allem, er ist ein echter Anführer, auf dem Spielfeld und am Rande des Platzes.

Quelle: op-online.de

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