Spielbestimmend, aber harmlos

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Abstiegskampf in Bielefeld: Die Frankfurter Alexander Meier und Leonard Kweuke (hinten, von links) im Luftduell mit Thorben Marx. Vorne: Markus Bollmann.

Bielefeld - Die Frankfurter Eintracht hat ihre Serie in der 1. Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Gegen Mannschaften, die in der Tabelle hinter ihr stehen, verlieren die Frankfurter nicht. Das 0:0 bei Arminia Bielefeld war das logische Resultat nach einer schwachen Partie von beiden Seiten. Der Eintracht hilft der eine Punkt mehr, sie hat sogar in der Tabelle einen Platz gut gemacht. Von Peppi Schmitt

Die Chance, einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu landen, hat Frankfurt aber verpasst.

„Vor dem Spiel wäre ich mit dem einen Punkt zufrieden gewesen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, „nach dem Spiel bin ich es nicht mehr.“ Trainer Friedhelm Funkel war dann doch froh, „dass wir den Abstand auf Bielefeld gehalten haben“. Wobei die ohne ihren verletzten Torjäger Artur Wichniarek angetretene Arminia von der ersten Minute an auf ein 0:0 aus war. Die Eintracht war über 70 Minuten spielbestimmend, zu den ganz dicken Chancen aber hat es nicht gereicht. Die beste Gelegenheit hatte der abermals schwach spielende Neuzugang Leonard Kweuke, als er in der 22. Minute nach einer Flanke von Michael Fink den Ball nicht an Torhüter Dennis Eilhoff vorbeibrachte. Neun Minuten vor dem Ende dann die zweite dicke Chance: Eilhoff ließ nach einem Schuss von Alexander Meier den Ball nach vorne abprallen, doch Kweuke kam einen Schritt zu spät.

Auf der Gegenseite ließ die Eintracht nicht viel anbrennen. Torhüter Oka Nikolov, der für den erkrankten Markus Pröll im Tor stand, hatte nur wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Was aufs Tor kam, hielt der 34 Jahre alte Routinier. „Bei ihm hatte ich gar keine Bedenken“, sagte auch Bruchhagen, „wir wissen, was wir an Oka haben.“

Die beste Zeit hatte die Eintracht nach der Pause, nachdem der Trainer Ümit Korkmaz für den schwachen Junichi Inamoto eingewechselt und damit auf mehr Offensive gesetzt hatte. Doch es fehlte vorne ohne Liberopoulos, Amanatidis und Fenin die Durchschlagskraft.

„Was haben wir eigentlich verbrochen“, fragte Funkel, „das Verletzungspech nimmt einfach kein Ende.“ Diesmal fehlten elf Spieler, und während der 90 Minuten musste Patrick Ochs mit einer Rückenverletzung vom Platz. Da sich der Brasilianer Caio am Tag vor dem Spiel mit Fieber geplagt hatte, hatte Funkel reagiert und am Spieltag noch Sebastian Jung nachgeholt. Eine richtige Entscheidung.

„Der Junge ist frech und mutig und hat mich beim Training überzeugt“, sagte Funkel. Jung, gerade 18 Jahre alt, wird erst ab dem kommenden Sommer Lizenzspieler bei der Eintracht. Was den Bäckerlehrling nicht daran hinderte, schon in Bielefeld professionell aufzutreten. Er hat hinten sicher gestanden und zwei, drei gute Angriffe nach vorne gestartet. „Wir wissen, was er kann“, sagte Bruchhagen, „deshalb haben wir ihm ja einen Vertrag für die neue Saison gegeben.“ Dass Jung bereits am Samstag 90 Minuten in der U19-Bundesliga im Einsatz war, hatte den Trainer nicht gestört. „Der hatte soviel Adrenalin im Blut, der hätte drei Spiele machen können“, sagte Funkel. Und so hat die Eintracht in Bielefeld nicht nur einen Punkt gewonnen, sondern sogar noch eine weitere Option für die Zukunft gefunden.

Quelle: op-online.de

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