Teber geschockt: „Hier muss sich viel ändern“

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Selim Teber, Neuzugang aus Hoffenheim.

Hermagor/Österreich - Weitgehend seine zweite Garde wird Trainer Michael Skibbe heute (18.30 Uhr) beim zweiten Testspiel der Frankfurter Eintracht im Rahmen des Trainingslagers in Kärnten gegen den rumänischen Erstligisten FCU Timisoara aufs Feld schicken. Von Peppi Schmitt

Ich möchte sehen, auf wen ich mich im Ernstfall verlassen kann“, sagt der Frankfurter Trainer und nimmt dafür in Kauf, dass es nach dem 0:3 gegen Osijek womöglich eine weitere Niederlage geben könnte.

Aleksandar Vasoski wird nach langer Verletzungspause heute sein Comeback geben und die Nachwuchsspieler Marcel Titsch-Rivero, Cenk Tosun und Marcos Alvarez werden in der Anfangsformation stehen. Als Torwart soll Oka Nikolov mit seiner großen Erfahrung den vielen jungen Spielern helfen.

Ralf Fährmann, der zuletzt wegen einer Schienbeinentzündung mit dem Training pausiert hatte, soll ebenso am Montag im letzten Testspiel in Österreich gegen Austria Kärnten seine Chance bekommen wie Ioannis Amanatidis. Der Kapitän verspürt keine Schmerzen mehr an der lädierten Wade und wird heute ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Fenin wird erst Ende der Woche wieder gegen den Ball treten

Richtig gut geht es auch Martin Fenin. Der tschechische Stürmer, der vor drei Wochen an beiden Leisten operiert worden ist, brennt auf sein Comeback. „Ihn müssen wir bremsen“, sagt der Trainer, „Martin hat keine Schmerzen und möchte am liebsten sofort spielen.“ Doch die Ärzte haben zur Vorsicht geraten. Und so wird der Stürmer erst Ende nächster Woche in Kaiserslautern wieder gegen den Ball treten. Aber bis zum Pokal-Derby wird es reichen. „Ich rechne mit ihm und Amanatidis fürs Spiel in Offenbach“, sagt Michael Skibbe.

Rechnen kann der neue Eintracht-Coach bei seinem Versuch, der Mannschaft einen neuen Stil zu geben, auch mit Selim Teber. Der Neuzugang aus Hoffenheim präsentiert sich forsch und selbstbewusst. „Ich weiß, was ich kann“, sagt Teber, „ich will vorausmarschieren.“ Die Hoffenheimer Spielweise, den Gegner früh unter Druck zu setzen, müsse beispielgebend für die Eintracht sein. „Da wollen wir hin“, sagt Teber, der beim 0:3 gegen Osijek wegen einer Blessur nur zuschauen konnte.

Die Körpersprache der Kollegen sei bei diesem Spiel „erschreckend“ gewesen, hat er festgestellt. Es müsse sich vieles ändern bei der Eintracht, zuallererst die Zielsetzung. „Ich habe den Eindruck, dass hier einige zufrieden waren, mit 33 Punkten nicht abzusteigen“, sagt der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler, „so wie die Eintracht letzte Saison gespielt hat, will ich nicht spielen.“

„Wir müssen mehr wagen“

Es müsse das Ziel sein, den „Fußball der Zukunft“ zu spielen, „auch wenn wir davon noch weit weg sind.“ Bedenken, die Hoffenheimer Spielweise sei in Frankfurt nicht möglich, hegt er nicht. „Natürlich geht das, es muss nur in die Köpfe rein“, fordert er. Selim Teber sieht sich als „lauten Spieler“, der auch verbal auf dem Platz helfen will. „Wir müssen mehr wagen“, sagt er. Gute Fußballer habe die Eintracht genügend, nur müsse jeder bereit sein, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. In diesem Zusammenhang rät Teber dem Kollegen Caio, „dass er mehr tun muss.“

So sehr er offenbar das Spielsystem seines ehemaligen Klubs vermisst, so wenig fehlt ihm die Rundumbetreuung der Hoffenheimer. „Ich brauche keine 15 Betreuer, um mich wohlzufühlen“, sagt Selim Teber, „mir reicht ein guter Fußballplatz.“ Für das Einüben des Spielsystems sei sowieso der Trainer zuständig. Michael Skibbe arbeitet daran und lobt den Neuen. Teber habe sich mit „Einstellung und Können“ gut integriert und werde schnell zu einer „wichtigen Verstärkung“.

Quelle: op-online.de

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