Veh will attraktiven Fußball spielen

„Tika-Taka“ mit den Besten der 2. Liga

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Nach siebenwöchiger Vorbereitung beginnt für die Frankfurter Eintracht am Samstag mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen die Bundesliga-Saison. Das Ziel von Trainer Veh und der Mannschaft ist klar: Klassenerhalt.

Frankfurt - Als nach dem 3:0-Sieg in Aachen am 23. Mai der Aufstieg in die Bundesliga feststand, haben sie sich bei der Frankfurter Eintracht nicht lange mit dem Feiern aufgehalten. Von Peppi Schmitt

Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Armin Veh, die schon die Aufstiegsmannschaft zusammengestellt hatten, machten sich sofort daran, die Bundesliga vorzubereiten. Trotz aller Euphorie nach der prompten Rückkehr in die Erstklassigkeit war den „Machern“ klar, dass ein Umbau dringend notwendig sei.

Aus diesem geplanten Umbau ist fast ein Neuaufbau geworden. Zehn Neuzugänge haben die Frankfurter geholt, dazu mit Bamba Anderson und Jimmy Hoffer zwei Spieler weiterverpflichtet, die zuletzt nur ausgeliehen waren.

Hinter Transfers steckt ein klarer Plan

Hinter den Transfers steckt ein klarer Plan: Die Eintracht will nicht nur die Klasse erhalten, sie will auch guten Fußball spielen. „Wir werden offensiv spielen“, verspricht der Trainer, „deshalb haben wir genau diese Spieler geholt.“ Veh will anspruchsvollen Fußball spielen lassen, nicht mit weiten hohen Bällen, sondern mit technisch präzisem Kurzpassspiel. Als Vorbild dient der FC Barcelona. „Tika-Taka“ auf frankfurterisch sozusagen. Dafür haben sie die besten Zweitligaspieler nach Frankfurt geholt, was durchaus ungewöhnlich ist. Armin Veh erklärt: „Ich kenne nach einem Jahr in der Zweiten Liga die Spieler jetzt ganz genau. Da sind einige richtig gute Jungs dabei.“ Die jetzt so ziemlich alle bei der Eintracht spielen.

Natürlich die eigenen wie Sebastian Jung und Sebastian Rode, die schon als Kandidaten für Topklubs gehandelt werden, Pirmin Schwegler und Alexander Meier. Aber auch der Torjäger Olivier Occean, der aus Fürth geholt wurde. Oder der feine Techniker Takashi Inui vom VfL Bochum. Oder Stefan Aigner von 1860 München.

„Sie haben das Zeug dazu“

Sie alle waren herausragend in der Zweitklassigkeit. Jetzt müssen sie beweisen, dass sie auch eine Klasse höher eine gute Rolle spielen können. „Sie haben das Zeug dazu“, sagt Veh.

Die anderen Neuen kommen fast alle von den Auswechselbänken anderer Bundesligaklubs. Stefano Celozzi konnte sich in Stuttgart nicht durchsetzen, Bastian Oczipka kommt aus Leverkusen. Die größten Hoffnungen ruhen auf Kevin Trapp aus Kaiserslautern. 1,5 Millionen Euro hat die Eintracht für den Juniorennationaltorwart ausgegeben. Er soll den 38 Jahre alten Routinier Oka Nikolov dauerhaft ablösen. In der Vorbereitung hat er sein Talent unter Beweis gestellt, noch nicht mehr. Und beim Pokalspiel in Aue ist er im Grunde unverschuldet vom Platz geflogen. Trotzdem bleibt er zum Bundesligastart die „Nummer eins“. Es sei „Zeit für einen Wechsel“ hat der Trainer gesagt.

Wie Trapp geht es der ganzen Mannschaft. Es gab viel Licht bei der neuen Eintracht, unter anderem ein 4:1 gegen Red Bull Salzburg und ein 4:2 gegen den FC Valencia.

Pokal-Aus in Aue

Es gab aber auch Schatten, vor allem natürlich das Pokal-Aus in Aue. „Da ist alles dumm gelaufen“, sagt Trainer Veh, „es besteht kein Grund Grundsätzliches in Frage zu stellen.“ Und doch bleibt ein Hauptproblem: Die Abwehr steht nicht, konnte nicht stehen, weil die letzten Neuen erst ganz am Ende der Vorbereitung gekommen sind und noch nicht integriert werden konnten.

Der peruanische Nationalspieler Carlos Zambrano vom FC St.Pauli (früher Schalke 04), auch einer aus der Zweiten Liga, soll mit Bamba Anderson den Laden dicht halten. Sie haben nicht einmal zusammengespielt, auch nicht im Pokalspiel in Aue. Vadim Demidov von Real San Sebastian war der breiten Öffentlichkeit in Deutschland nicht bekannt, auch er soll ein stabilisierender Faktor werden, war es bisher aber noch nicht. Viele Fragezeichen also ausgerechnet im womöglich wichtigsten Mannschaftsteil.

Quelle: op-online.de

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