16 Tore, 17 Tore - und jetzt?

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Ein Jahr 3. Liga, ein Jahr 2. Liga - und jetzt Bundesliga. Auf dem 1,3 Millionen Euro teuren Neuzugang Olivier Occean (Mitte) ruhen die Hoffnungen der Frankfurter Eintracht.

Frankfurt - Einfach hatte es Olivier Occean nie. Und einfach gemacht hat er es sich auch nie. Von einem Bundesliga-Aufsteiger, Spielvereinigung Greuther Fürth, ist er zum anderen Aufsteiger, Eintracht Frankfurt, gewechselt. Von Peppi Schmitt

In Franken war er ein Star, in Frankfurt muss er es erst noch werden. Nicht ganz so einfach, hat er doch in der Saison 2010/2011 bei den Offenbacher Kickers gespielt. Auf der anderen Mainseite hat er Spuren hinterlassen. In 30 Spielen in der 3. Liga hat er 16 Tore erzielt. Und er war der erste Offenbacher Profi nach Erwin Kostedde und Manfred Ritschel (1974), der wieder in eine A-Nationalmannschaft berufen wurde.

Nicht nur in Kanadas Nationalmannschaft hat Occean inzwischen Rob Friend als Stürmer Nummer eins abgelöst. Auch bei der Eintracht spielt Occean, und für Friend bleibt nur ein Platz auf der Bank oder Tribüne. Vor einem Jahr wollte die Eintracht den Kanadier nicht aus Offenbach holen. Dabei hätte er nur 200.000 Euro gekostet.

1,3 Millionen Euro bezahlt

Jetzt haben die Frankfurter 1,3 Millionen Euro bezahlt. Weil der Trainer es so wollte. „Er ist genau der Spieler, den wir brauchen“, sagt Armin Veh, „er ist torgefährlich und laufstark und kann den Ball halten.“ Und er war teuer. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Womöglich zu hoch, denn im Angriff ruhen fast alle Hoffnungen auf dem bald 31 Jahre alten kanadischen Nationalspieler. Auch wenn die Eintracht mit Jimmy Hoffer und Dorge Kouemaha noch zwei Stürmer geholt hat. Doch beide sind sie nur Ersatz für Occean, so Veh, „wenn der mal verletzt ist oder zu spät vom Länderspiel zurückkommt.“

Und wenn er schlecht spielt? „Wird er nicht“, sagt der Eintracht-Coach. Selten zuvor hat ein Trainer so viele Vorschusslorbeeren für einen Spieler verteilt, der noch nicht bewiesen hat, dass er auch erste Liga kann. In der dritten Liga hat es geklappt mit dem Toreschießen, in der Zweiten Liga auch. Mit 17 Toren war Occean Torschützenkönig. Jetzt will Occean, Spitzname „Billy“, die Bundesliga erobern. Das Einleben am Main ist ihm leicht gefallen, hatte er doch schon zu seiner Offenbacher Zeit in Frankfurt gewohnt. „Großes Stadion, große Tradition, schöne Stadt, ich fühle mich wohl hier“, sagt er.

Beim OFC „toll“

So wohl wie er sich bei den Offenbacher Kickers gefühlt hat. Beim OFC zu spielen, sei „toll“ gewesen, „leider haben wir nach einer guten Vorrunde eine schlechte Rückrunde gespielt.“ Sportlich war es nicht weitergegangen mit Occean und den Kickers. Der nächste Schritt musste folgen, da ist Occean konsequent. Das war schon immer so in seiner Karriere.

Geboren wurde er in Quebec, aufgewachsen ist er in Montreal. Bei einem Probetraining der New York Metrostars wurde er vom norwegischen Klub Odd Grenland entdeckt. Lilleström SK hat dann eine Million Euro für den Stürmer bezahlt. Von Lilleström hat ihn Andreas Möller zu den Kickers geholt.

Im Spätherbst der Karriere hat er einen gut dotierten Dreijahresvertrag unterschrieben und sich einen Traum erfüllt. Nach Karriereende wird er zurückkehren mit seiner isländischen Frau und den Söhnen Gabriel und Anthony nach Montreal. „Dort leben meine Eltern, dort sind wir zu Hause“, sagt er. Jetzt ist sein Zuhause aber erst einmal Frankfurt.

Quelle: op-online.de

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