Eintracht trotzt dem Deutschen Meister

Torspektakel lässt Arena beben

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Bamba Anderson (links) köpft eine Flanke von Bastian Oczipka zum 3:3 ein. Der Dortmunder Marcel Schmelzer kommt nicht an den Ball, Karim Matmour schaut zu.

Frankfurt (sp) - Wer gedacht hatte, es könne nicht mehr besser kommen bei der Frankfurter Eintracht, der wurde gestern im Stadtwald eines Besseren belehrt.

In einem spektakulären und spannenden Spiel trotzten die Frankfurter vor 51.500 begeisterten Zuschauern dem Deutschen Meister Borussia Dortmund ein 3:3 (0:2) ab und bleiben auch nach dem fünften Spieltag ungeschlagen Tabellenzweiter.

Es war das beste Spiel, das die Arena in den letzten Jahren gesehen hat, vorgetragen von zwei offensiv eingestellten Mannschaften mit fantastischen Einzelspielern. „Es war ein tolles Spiel. Wir sind körperlich topfit und dann gelingt es einer Mannschaft auch, so ein Spiel noch zu drehen“, sagte Vereinsboss Heribert Bruchhagen stolz.

Bilder vom Spiel Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund

Eintracht trotzt Dortmund einen Punkt ab

Die Dortmunder waren durch Lukasz Piszczek (25. Minute) und Marco Reus (28.) mit 2:0 in Führung gegangen, die Eintracht hatte durch Stefan Aigner (49.) und Takashi Inui (51.) ausgeglichen und auch den postwendenden Rückstand durch Nationalspieler Mario Götze (54.) noch einmal durch Bamba Anderson (73.) gekontert. Die Fans waren so aus dem Häuschen, dass sie die Mannschaft erst nach einer halben Ehrenrunde in die Kabine ließen.

Kapitän Pirmin Schwegler konnte trotz seiner in Nürnberg erlittenen Platzwunde von Beginn an auflaufen. Für den verletzten Olivier Occean spielte Erwin Hoffer. Bei der Borussia rückte Jakub Blaszczykowski für Mario Götze in die Startelf.

Nach einem munteren Beginn beider Teams setzten sich die Dortmunder immer wieder über den rechten Flügel durch, dort hatte Trainer Klopp bei Bastian Oczipka und Inui offenbar den Schwachpunkt der Eintracht erkannt. Und genau dort hatte die Dortmunder Führung auch ihre Entstehung. Leitner schlug einen weiten Ball von links auf Piszczek. Der schoss Oczipka an, von dem prallte der Ball an Andersons Knie und von dort ins Tor. Die Dortmunder spielten danach ihre ganze Klasse aus und entwischten ihren Frankfurter Gegenspielern immer wieder - wie in der 28. Spielminute. Diesmal kam die Flanke von Piszczek, Reus nahm den Ball aus 16 Metern direkt und traf unhaltbar ins Netz zum 2:0-Halbzeitstand.

Seit Jahren kein Spiel mehr mit dieser spielerischen Klasse

Unmittelbar nach der Pause eroberte Schwegler den Ball vor dem eigenen Strafraum gegen Sebastian Kehl und setze Inui in Szene. Der Japaner spielte einen Traumpass auf Aigner und der hämmerte den Ball aus 14 Metern mit links ins Tor. Nun war die Eintracht da, die Zuschauer sowieso. Nur 100 Sekunden später bebte die Arena in ihren Grundfesten. Aigner flankte, Inui köpfte zum Ausgleich ein. Doch Anderson verlor nur drei Minuten darauf im eigenen Strafraum den Ball an Götze und der für Reus eingewechselte Youngstar schob den Ball zur abermaligen BVB-Führung ins Tor.

Nun ging es hin und her, seit Jahren hatte es eine Partie mit dieser Intensität und dieser spielerischen Klasse nicht mehr in Frankfurt gegeben. Die Frankfurter spielten weiter mutig nach vorne - und wurden belohnt. In der 73. Minute köpfte Anderson nach einer Flanke von Oczipka den Ball zum 3:3-Ausgleich ins Tor.

BVB-Kapitän Kehl ließ nach dem Abpfiff seinen Frust raus: „Das ist sehr, sehr ärgerlich, dass wir wieder Punkte liegen gelassen haben wie zuletzt in Hamburg.“ Meistertrainer Jürgen Klopp hob dagegen die Leistung der Eintracht hervor. „Das war hier die beste Leistung, die ich jemals von einer Frankfurter Mannschaft gesehen habe“, sagte er.

Quelle: op-online.de

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