Eintracht verliert in Aue

Viel Pech und noch mehr Unvermögen

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Eintracht Frankfurt verliert in Aue

Aue (sp) - Es war zwanzig Minuten vor Schluss, als Armin Veh seine Schirmmütze wütend auf den Boden pfefferte. Da war dem Trainer der Frankfurter Eintracht klar geworden, dass seine Mannschaft schon in der ersten Runde des DFB-Pokals ausscheiden würde.

Am Ende unterlag die Eintracht vor 9575 Zuschauern beim FC Erzgebirge Aue mit 0:3 (0:2). Ein früher Platzverweis von Torwart Kevin Trapp und ein Elfmetertor von Thomas Paulus hatten die Frankfurter auf die Verliererstraße gebracht. Trotz großer Feldüberlegenheit blieben die Bundesliga-Aufsteiger in der Offensive völlig harmlos und mussten in der zweiten Hälfte noch zwei Kontertore durch Jakub Sylvestr hinnehmen. Für die Eintracht war es das erste Erstrunden-Aus seit 2000.

Es war zunächst das erwartete Spiel mit einer spielerisch deutlich überlegenen Eintracht. Es kam auch nicht unerwartet, dass ein einziger Fehler in der Innenverteidigung alles auf den Kopf stellte. „Wenn man hinten so steht, kann man nicht groß was holen“, sagte der enttäuschte Frankfurter Trainer. Denn nachdem die Gäste ihre ersten Gelegenheiten vergeben hatten, unterlief Heiko Butscher ein folgenschwerer Patzer. Beim Versuch den Ball zurück zu Trapp zu passen, traf er den Ball nicht richtig, Silvester spritzte dazwischen, ging an Trapp vorbei, hob dann den Fuß, berührte den völlig passiven Frankfurter Torwart an der Schulter und ließ sich über ihn fallen. Der Schiedsrichter wertete den Kontakt als Notbremse, gab nicht nur Elfmeter, sondern zeigte dem Frankfurter Torwart noch die rote Karte. Die „blödsinnige Regel“, so Trainer Veh, zeigte Wirkung. Sauer war Veh allerdings auf Butscher. „So ein Rückpass darf einfach nicht passieren.“

Harmlose Frankfurter

Für Trapp kam Oka Nikolov auf den Platz, Takashi Inui musste weichen. Die Eintracht musste bei weit über 40 Grad in Unterzahl weiterspielen. Rode kam mit einem Weitschuss in der 41. Minute dem Ausgleich am nächsten, doch Torwart Männel hatte noch die Fingerspitzen dran.

Veh setzte alles auf eine Karte, brachte Benny Köhler ins Spiel, nahm Butscher raus und löste die Viererkette auf. Zu mehr Druck nach vorne führte das nicht. Ganz im Gegenteil, Aue hatte ein ums andere Mal gegen die harmlos angreifenden Frankfurter Konterchancen. In der 60. Minute die Entscheidung: Silvestr versetzte den unbeweglichen Demidov und schob an Nikolov vorbei ins Tor. Auch da habe man „leichtfertig verteidigt“, sagte Veh.

Zehn Minuten darauf war die numerische Gleichheit wieder hergestellt. Oliver Schröder sah Gelb-Rot. Minuten darauf hatten Meier und Aigner die bis dahin beste Chance für die Eintracht. Doch es reichte nicht zum Tor, genausowenig wie in der 84. Minute, als Meier aus kurzer Distanz an Torwart Männel scheiterte. Danach wurden die Gäste immer schwächer. Schwegler, Meier, Oczipka, Occean - bei keinem lief mehr etwas zusammen. Der Tiefpunkt dann in der Nachspielzeit: Nikolov rettete vor seinem Strafraum, Silvestr kam an den Ball und schob ins leere Tor.

Aufstellung und Infos zum Spiel:

Aue: Männel - Klingbeil, Nickenig, Paulus, Schlitte - Hochscheidt, Schröder - Kocer (68. König), Fabian Müller - Sylvestr, Savran (46. Höfler)

Frankfurt: Trapp - Jung, Demidov (75. Celozzi), Butscher (46. Köhler), Oczipka - Rode, Schwegler - Aigner, Meier, Inui (20. Nikolov) - Occean. -
Trainer: Veh

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin) - Tore: 1:0 Paulus (21., FE), 2:0 Sylvestr (61.), 3:0 Sylvestr (90.+1) - Zuschauer: 9575 - Rot: Trapp nach einer Notbremse (19.) - Gelb-Rot: Schröder (70.) - Gelb: Kocer, König, Fabian Müller - Aigner

Quelle: op-online.de

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