Viele Probleme, aber kein Zittern

Heiko Westermann erzielte in seinem „Heimspiel“ das Siegtor für Schalke. Der Ex-Alzenauer war schneller als die Frankfurter Köhler und Pröll. Foto: AP

Frankfurt - Der Abstiegskampf wird die Frankfurter Eintracht wohl bis zum Saisonende begleiten. Das ist das Fazit nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den FC Schalke 04, bereits der fünften Heimpleite der Saison. Die Frankfurter können sich die nachrückende Konkurrenz kaum noch vom Leibe halten, weil sie im eigenen Stadion nicht in der Lage sind, gegen Mannschaften zu gewinnen, die keinesfalls besser spielen.

Das war beim 2:2 gegen Köln so, das war beim 0:2 gegen Wolfsburg so und das war gegen Schalke wieder so. „Wir waren die bessere Mannschaft“, sagte der Brasilianer Chris. „Es war ein sehr schmeichelhafter Sieg für Schalke“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. „Ein Unentschieden hätten wir mindestens verdient“, sagte Präsident Peter Fischer.

Die Schalker am Ende gut aussehen ließen Rafinha (39. Minute) und Nationalspieler Heiko Westermann (84.), die vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw trafen. Der Jubel der Frankfurter nach dem Ausgleichstor durch Michael Fink (81.) währte nur kurz. Den Frankfurtern fehlt eindeutig Qualität. Und dies führt immer wieder zu fatalen Fehlern. So bei Torhüter Markus Pröll und Martin Fenin beim 0:1. Oder Habib Bellaid und Benjamin Köhler beim 1:2. „Beide Gegentore waren vermeidbar“, jammerte Trainer Friedhelm Funkel, „das ist unglücklich und bitter.“ Das Glück, das der Eintracht vor einer Woche in Karlsruhe den Sieg bescherte hatte, fehlte.

Es ist eine gefährliche Gemengelage in Frankfurt. Eine Niederlage bei Arminia Bielefeld und die Alarmglocken würden Sturm läuten. In Bielefeld werden in Marco Russ und Martin Fenin, die beide die fünfte Gelbe Karte gesehen haben, wieder zwei wichtige Spieler fehlen. Funkel ist gezwungen, immer wieder Spieler einzusetzen, die nach längeren Pausen über keine oder wenig Spielpraxis verfügen. Diesmal waren es Chris, Caio, Kweuke und Meier. „Das ist mein größtes Problem“, gibt der Frankfurter Fußball-Lehrer zu, „aber wir haben schon so viel weggesteckt, es wird uns auch diesmal gelingen.“

„Den Abstiegskampf habe ich nicht im Kopf“, meinte Vereinschef Peter Fischer fast schon trotzig, obwohl die Hessen nur noch drei Punkte vom 16. Tabellenplatz trennen. „Wir müssen nicht zittern, da sind einige schlechter als wir.“

Doch Funkel weiß um den schmalen Grat, auf dem er und die Mannschaft wandeln. „Wir müssen nach unten schauen, keine Frage“, sagt er, „das war vor vierzehn Tagen so und wird in fünf Wochen auch noch so sein.“ Funkel sprach davon, dass er die Spieler „aufbauen“ musste. In der Kabine habe Totenstille geherrscht, „die Jungs waren sehr niedergeschlagen“.

Erschwerend kommt hinzu, dass Teile der Fans ihren eigenen Weg gehen. Den sogenannten „Ultras“, die für den Skandal von Karlsruhe verantwortlich gemacht werden, scheint die Eintracht völlig egal zu sein. Sie haben sich flugs von der Täter- in die Opferrolle begeben, nur weil der Verein auf das „Feuerwerk“ mit harten Maßnahmen reagiert hat. Gegen Schalke haben Teile der Fans geschwiegen, was nicht wirklich gestört, aber natürlich auch nicht geholfen hat.

Quelle: op-online.de

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