Wieder heftige Kritik an Trainer Funkel

Frankfurt - (sp) Noch nicht einmal zwei Wochen hat der „Burgfrieden“ bei der Frankfurter Eintracht gehalten, der mit der Genehmigung der Vertragsverlängerung von Trainer Friedhelm Funkel durch den Aufsichtsrat eingetreten war.

Nach dem 0:2 gegen den VfL Wolfsburg und dem Fehlstart in die Rückrunde, der die Eintracht wieder an den Rand der Abstiegszone gebracht hat, hat es nicht nur auf den Rängen wieder erste „Funkel-raus“-Rufe gegeben. Auch in den VIP-Räumen und dort auch beim einen oder anderen Mandatsträger des Klubs soll es schon wieder heftige Kritik gegeben haben. „Alle waren enttäuscht, deshalb darf man Aussagen, die ich persönlich nicht einmal gehört habe, nicht auf die Goldwaage legen“, versucht der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen die Lage zu beruhigen. Klar ist, dass der neue Vertrag für den Trainer mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2010 inzwischen unterschrieben und damit rechtskräftig ist. Ein Vertrag übrigens, der nur für die Bundesliga und nicht für die Zweite Liga gilt.

Dass die Eintracht und damit auch ihr Trainer so schnell wieder unter Druck geraten ist, hat viele überrascht. „Ich habe nicht gedacht, dass wir noch einmal in eine so prekäre Situation kommen“, gibt Bruchhagen vor der Partie beim Kalsruher SC zu. Wie immer in den letzten fünf Jahren will der Chef gemeinsam mit dem Trainer die Krise in aller Ruhe meistern. Auch bei einer Niederlage in Karlsruhe wäre Funkels Arbeitsplatz nicht in Gefahr, würde die Eintracht sich damit eine Woche nach dem laut offizieller Presseerklärung „einstimmigen Votum“ für Funkels Vertragsverlängerung der Lächerlichkeit preisgeben.

Über die sportlichen Defizite aber wird intern deutlich gesprochen. Heftig kritisiert wurde nach der Niederlage gegen Wolfsburg in den Medien die Personalpolitik, vor allem jene in der Innenverteidigung. „Wir sind mit vier Innenverteidigern in die Rückrunde gestartet“, sagt Bruchhagen, „dies schien uns allen als ausreichend.“ Dies war ganz offenbar eine Fehleinschätzung, denn Chris kann wieder einmal nicht spielen und vor allem der Franzose Habib Bellaid stellt sich immer mehr als teurer Irrtum heraus. Gleich nach dem Abpfiff des Wolfsburg-Spiels hat die Abwehrschwäche auch innerhalb der Mannschaft zu einem heftigen Wortwechsel geführt. Torwart Markus Pröll war verbal auf Bellaid wegen dessen Schlafmützigkeit beim ersten Gegentor losgegangen. Mitspieler mussten die Streithähne trennen.

Unter den Schlichtern war auch Patrick Ochs, der damals noch nicht ahnte, dass er sich den vierten Mittelhandknochen an der linken Hand gebrochen hat. Er wird aber nicht operiert, er bekommt eine „Spezial-Karbonschiene, mit der er trainieren und spielen kann“, wie Dr. Christoph Seeger sagt.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare