Veh will in Ruhe nachdenken

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Die Eintracht-Spieler tragen Trainer Armin Veh.

Frankfurt (sp) - Armin Veh wurde gefeiert und Armin Veh hat gefeiert. Der Trainer der Frankfurter Eintracht stand im Mittelpunkt nach dem 3:0 bei Alemannia Aachen, nach der Rückkehr in die Erstklassigkeit.

Die Fans ließen den 51 Jahre alten Fußball-Lehrer schon während der Partie hochleben („Das hat mich natürlich gefreut“), die Bosse überschütteten ihn mit Lob. „Das Trainerteam hat mit großer Autorität die Mannschaft geführt und die Spieler haben hohe Disziplin bewiesen“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „darauf können wir stolz sein. “ Sportdirektor Bruno Hübner bezeichnete Veh als den „Baumeister des Erfolgs. “.

Nach dem erfolgreichen Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga hat der Kampf um den Trainer begonnen. Am Donnerstag werden die ersten offiziellen Verhandlungen geführt werden. Die Eintracht hat sich klar positioniert, sie will die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen. Bruchhagen und Hübner sehen dafür gute Chancen. „Ich gehe davon aus, dass Armin sich für die Eintracht entscheidet“, sagte Bruchhagen. Und Hübner berichtete von Signalen, die Veh gesendet habe, „dass die Chancen nicht ganz gering sind, dass er bleibt.“

Veh selbst ließ seinen Gefühlen nach dem Triumph von Aachen freien Lauf, hielt sich bei den Fragen nach seiner persönlichen Zukunft aber weiter bedeckt. „Ich möchte in Ruhe nachdenken“, sagte er, eine Entscheidung aus der Emotion heraus will er nicht treffen. Veh sucht eine „persönliche Perspektive“, versicherte erneut, dass die Aussicht, „nur Fünfzehnter in der Bundesliga zu werden, nicht mein Ding ist.“ Als Vorwurf oder Kritik an den Verantwortlichen will er dies nicht gewertet wissen. Vielleicht mehr als Ansporn und Motivation. „Wenn man mit Augsburg Fünfzehnter wird, sind alle zufrieden“, sagt Veh, „aber Frankfurt hat ganz andere Möglichkeiten“. Er verstehe die Argumente von Bruchhagen, „aber manchmal muss ich gegenrudern“, sagt Veh.

Die problematische Finanzsituation der Eintracht, der bei einem Umsatz von fast 70 Millionen Euro nur 23 Millionen Euro für die Mannschaft zur Verfügung stehen, ist jedoch nur die eine Seite der Vehschen Überlegungen. Es gibt auch die andere und die kann der Eintracht Hoffnung machen. Da sind die riesige Begeisterung um die Mannschaft und vor allem die sportliche Perspektive vieler Spieler, die Veh gefördert hat. „Viele haben wir besser gemacht in dieser Saison“, sagt er und nennt beispielhaft Sebastian Rode, Sebastian Jung oder auch Sonny Kittel. Und da gibt es noch die eigene Gefühlswelt. „Hier steckt ganz viel Herzblut drin“, gibt Veh zu, eine gemeinsame Freude wie nach dem Aachen-Spiel könne man nicht kaufen und sei nicht in Geld aufzuwiegen, sagt er, „deshalb macht man diesen Job“. Nun wird es in den nächsten Tagen auf die Überzeugungskraft und das Verhandlungsgeschick von Sportdirektor Hübner ankommen. „Ich denke, wenn wir Armin Perspektiven aufzeigen, wird er Trainer von Eintracht Frankfurt bleiben“, glaubt Hübner.

Quelle: op-online.de

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