„Altes Geld schlägt neues Geld“

Internationale Presse verneigt sich nach CL-Sieg vor dem FC Bayern - „wie ein Bulldozer“, „Magie in ihren Stiefeln“

Der FC Bayern belohnt sich nach einem sagenhaften Finalturnier mit dem Champions-League-Sieg. Hier die internationalen Pressestimmen zum Finalsieg über PSG.

  • Der FC Bayern München konnte das Finale der Champions League* gegen PSG für sich entscheiden.
  • Den entscheidenden Treffer machte Kingsley Coman - ausgerechnet gegen seinen Jugendverein.
  • Die internationale Presse adelte die Bayern nach dem sechste Triumph in der Königsklasse.

Lissabon - Sieben Jahre lang mussten die Fans des FC Bayern* auf einen Champions-League-Titel warten, nun haben sie ihn. Die Flick-Truppe zeigte gegen Paris Saint-Germain wieder einmal eine ansprechende Leistung und belohnt sich am Ende mit dem Titelgewinn. Mit 1:0 setzte man sich gegen die von Thomas Tuchel trainierten Franzosen durch.

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg der „kaiserlichen Bayern!“

Die Mannschaft von Hansi Flick* spielte diszipliniert und war in Person von Kingsley Coman zur richtigen Zeit am richtigen Ort, womit der knappe aber verdiente Sieg unter Dach und Fach gebracht wurde. Die internationale Presse feierte die Kicker von der Isar anschließend. Der Franzose, der den Siegtreffer erzielte, war zuvor überraschend in die Startformation der Bayern gerückt.

Auch in der internationalen Presse war der Münchner Finalsieg die Topmeldung. Die Analyse der Partie fiel dabei durchaus unterschiedlich aus - im Fokus war aber meist der Siegtorschütze Kingsley Coman. Doch auch Trainer Hansi Flick, der in einem Video plötzlich extrem jung erschien*, wurde geadelt.

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg - Italien

Gazzetta: „Der Fluch der Pariser geht weiter, versenkt von einem Jungen, der in ihrem Jugendbereich aufgewachsen ist. Für die Bayern ist es jedoch der Preis der absoluten Dominanz: Niemand hat es jemals geschafft, alle Champions-League-Spiele zu gewinnen, vom ersten der Gruppe bis zum letzten.“

La Repubblica: „Es war ein wunderschönes Finale, aber kein herrliches. Es gab das Versprechen des neuen Angriffsfußballs, alles nach vorne, unter der Prämisse: Mindestens vier Spieler (Neymar und Mbappé für PSG, Davies und Gnabry für Bayern) sind in der Lage, das Benfica-Stadion mit wenigen Attacken zu nehmen. Das Versprechen wurde im Wesentlichen von der 20. bis zu 25. Minute der ersten Hälfte eingehalten, mit fast atemlosen Aktionen von einem Bereich zum anderen. Es sah aus wie Basketball, nicht wie Fußball. Es schien nur so. Die erste Halbzeit endete 0:0. Weil ein Tor nicht wie ein Korb ist, weil die Verteidiger Stolz und Kraft haben, weil die Torhüter manchmal Jongleure sind (...)“

La Stampa: „C'est la vie, Europa gehört wieder Bayern. Und für die Franzosen ist es ein Hohn, dass es gerade Coman war, der ein hausgemachtes Talent ist, der Juve entrissen wurde und nach Bayern kam, der nach einer Stunde des Kräftemessens das Finale entschied.“

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg - Frankreich

L‘Equipe über Coman: „Die Geschichte ist grausam und wird sich daran erinnern, dass ein Kind von PSG die Träume von einem ersten Sieg in der Champions League für Paris ausgelöscht hat.“

L‘Equipe über Neymar: „Die Geschichte wird sich daran erinnern, dass der größte Transfer in der Fußballgeschichte (222 Millionen Euro) sein Finale verpasst hat, dass er in Tränen aufgelöst war: eine persönliche Niederlage gegen Neuer (18.) und eine durchschnittliche Leistung“.

Le Parisien: „Wir sind immer noch stolz auf sie.“

Midi Libre: „Der Traum ist vorbei. Wie Saint-Etienne, wie Olympique Marseille, wie so viele andere vor ihnen, verlor PSG ihr erstes Champions-League-Finale. Erfasst von dem Ereignis, geschlagen von den Bayern, die lange Erfahrung mit diesen großen Treffen haben. Der bayerische Club hat dieses Finale auf chirurgische Weise mit Ballbesitz und Realismus gemeistert, um seinen sechsten Titel zu gewinnen und seinen Status als großer Favorit dieser Endrunde in Lissabon zu bestätigen.“

Libération: „Neymar ging unter: Von der deutschen Organisation isoliert, genervt von der voranschreitenden Spielzeit, war er nicht in der Lage, wie sonst das Kaninchen aus dem Hut zu zaubern.“

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg - Spanien

AS: „Die Bayern haben Magie in ihren Stiefeln. Er hatte es immer. Robert Lewandowski ist eine Kanone. Manuel Neuer scheint Magnete an seinen Handschuhen zu tragen, und Joshua Kimmich verkörpert das Kriegergen, das das Allianz-Arena-Team im Laufe der Geschichte definiert hat. Natürlich brauchte er einen Katalysator, der all das Potenzial kanalisieren konnte, das unter den rot-weißen Trikots verborgen war. Und genau dort erscheint Flick. Eine gemächliche Person. Herzlich, aber immer direkt und offen. So wie sie sie in München lieben.“

Marca: „Kaiserliche Bayern!“

El País: „Bayern herrscht wieder in Europa. Bayern München nutzte seine große Erfahrung gegen PSG und gewann den sechsten Europapokal seiner Geschichte. Ein einziges Tor von Coman (...) reichte aus, um die bayerische Mannschaft erneut zum Europameister zu krönen, was sie seit 2013 nicht mehr erreicht hatte. Die ungewöhnlichste Champions League in der Geschichte, die erste ohne Fans auf der Tribüne, endete mit der alten Fußballordnung, die von den Bayern repräsentiert wurde.“

Mundo Deportivo: „Bayern versenkt PSG und vollendet sein Triple. Bayern München ist der neue Europameister. In einem Finale, das nicht den zuvor geweckten Erwartungen entsprach, gelang es dem deutschen Team, sein Triple dank eines einsamen Tores von Coman in der 59. Minute - der Überraschung in der Elf von Flick - zu vollenden. Weder Neymar noch Mbappé schafften es, PSG den lang erwarteten ersten Champions-League-Sieg zu bescheren, denn wenn sie es vor allem in der ersten Halbzeit versuchten, trafen sie immer auf Neuer, ein Garant zwischen den Pfosten.“

El Mundo: „Die fußballerische Perfektion ist in einem unerwarteten sommerlichen Finale der Champions League fleischgeworden. Bayern würdigte seine Tradition und Eigenart, krönend zum D-Day mit einem Tor von Kingsley Coman, seinen unbestrittenen Status als beste Fußballmannschaft der Welt und ließ Paris Saint-German in einem Frust zurück, der kein Ende zu haben scheint (...)“

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg - England

Independent: „Diese komischste aller Champions-League-Saisons endet mit dem größten Traditionalisten unter den Gewinnern und einer klassischen Abschlusspointe. Altes Geld schlägt neues Geld - dank eines Jungen, der seinem früheren Verein zeigt, warum er bei ihm falsch lag.“

Guardian: „Mit einem attraktiven Spiel und hohem Pressing haben die Bayern ihren Weg mit 33 Siegen und nur zwei Niederlagen in 36 Spielen in allen Wettbewerben wie ein Bulldozer bestritten. Und der Punkt, als man den Eindruck hatte, Flick könnte falsch liegen, scheint seit Langem überschritten.“

Sun: „Flick ist jetzt sicher keine Übergangslösung mehr. Wie ein Genie hat er einen Lauf von 21 Siegen in Folge in allen Wettbewerben produziert. Damit, dass er Coman Perisic vorzog hat er einen weiteren Streich hinzugefügt. (...) Die einzige Überraschung ist, dass es kein Tor für Robert Lewandowski gab.“

Telegraph: „Dieses Kunststück ist vor allem Flick zuzuschreiben. Der Club war an einem Tiefpunkt, als er im vergangenen November Niko Kovac nach einer 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt ablöste. Jetzt hat er Jupp Heynckes das außergewöhnliche Triple nachgemacht und seine zehnmonatige Verwandlung mit dem Bundesligatitel, dem DFB-Pokal und dem begehrtesten aller Preise abgeschlossen. Mit 55 ist das ein beachtliches Comeback für einen Mann, der bisher die meiste Zeit seiner Karriere am Rand verbracht hat.“

FC Bayern: Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Sieg - USA

The Washington Post: „Kingsley Coman, ein Pariser und ehemaliges PSG-Talent, traf früh in der zweiten Halbzeit. Manuel Neuer, der brilliante Torwart, stellte sicher, dass die Führung hielt.“

The New York Times: „Bayern war - um einen Schatten - das bessere Team in einem Finale, das ein Gericht hervorbrachte, das sich von all seinen Zutaten deutlich unterschied. Zwei Mannschaften aus Angriffstalenten taten sich in Lissabon zusammen, um ein Spiel zu erschaffen - ein überzeugendes Spiel, ein spannendes Spiel - das eher ein langsam erhitztes Drama als eine schnell befeuerte Unterhaltung war.“

ESPN: „Sicher, Bayern ist ein Profiteur davon, ein Superclub und voll bezahltes Mitglied dieses einen Prozents, das größere, besser bezahlte und talentiertere Kader haben als fast alle anderen. Dieses Ungleichgewicht an Kraft und Ressourcen muss adressiert werden. Aber das erklärt nicht, was wir seit dem Jahreswechsel gesehen haben, insbesondere wenn man es vergleicht mit all dem, was in den ersten Monaten der Saison alles schief gelaufen ist. Also ja, sie sind verdienter Sieger und mehr noch, Sieger, die man mögen kann. Etwas, dass nicht alle Bayern-Mannschaften der Vergangenheit hinbekommen haben.“

Nach dem FCB-Sieg gegen PSG gab es nicht nur Partystimmung bei den Siegern, in Paris kam es zu heftigen Ausschreitungen. In Erinnerung bleiben wird nach dem Spiel vielen der weinende Neymar. Er leistete sich nach Abpfiff aber auch noch einen peinlichen Fehler. Manuel Neuer klaute etwas aus dem Stadion.

Rubriklistenbild: © Matthew Childs/Pool Reuters/AP/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare