Kaufoption war dem FCB zu hoch

Gefeierter Star gewann Triple mit den Bayern – Jetzt stürzt er gnadenlos ab

Muenchen, Deutschland : 1. BL - 19/20 - FC Bayern Muenchen Training 17.02.2020 v.li. Alvaro Odriozola (F
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Philippe Coutinho (r.) erlebte nach seiner Rückkehr nach Spanien einen Absturz.

Der FC Bayern machte mit Leihgeschäften gemischte Erfahrungen. Während der Triple-Saison war Philippe Coutinho noch Teil des Kaders, nach seiner Rückkehr lief es jedoch nicht mehr rund.

Barcelona - Im Spitzenfußball werden große Stars auch an den für sie investierten Summen gemessen, auch oder gerade wenn diese unverhältnismäßig hoch sind. Dies geschieht nun auch bei Barcelonas* Philippe Coutinho, der für einen dreistelligen Millionenbetrag nach Spanien wechselte – um nach kurzer Zeit zum Bankdrücker zu werden. Auch nach seiner Zeit beim FC Bayern* kam es beim Brasilianer nicht zur erwarteten Leistungssteigerung.

Coutinho: Ex-Bayern-Profi wechselte einst für 135 Millionen Euro – langsamer Absturz nach Barca-Transfer

Fünf Jahre lang machte Coutinho zwischen Winter 2013 und Januar 2018 beim FC Liverpool die Premier League* unsicher und stieg auch unter Jürgen Klopp zum absoluten Leistungsträger auf. Allerdings verpasste er es, mit den Reds Titel zu holen und verlor beispielsweise 2016 das Europa-League-Finale gegen Sevilla*. So kam es also, dass der heute 29-Jährige für 135 Millionen Euro nach Barcelona wechselte, an seine Leistungen aus der Zeit in England konnte er jedoch nicht mehr anknüpfen.

In England war Coutinho als Torschütze und Vorlagengeber gefürchtet, in 201 Pflichtspielen für die Liverpooler kam er auf 54 Treffer und 45 Assists, doch seine Formkurve zeigte nach seinem Wechsel klare Abwärtstendenzen. In seinem ersten Halbjahr bei der Blaugrana bewies er zwar mit sieben Treffern und sechs Vorbereitungen in 18 LaLiga*-Einsätzen seine Klasse, in der Folgesaison lief jedoch nicht mehr viel. In 34 Ligaspielen erzielte er fünf Tore und legte gerade einmal zwei auf. Die Barcelona-Bosse wollten ihn daraufhin loswerden.

FC Bayern: Leihspieler Philippe Coutinho gewann in München das Triple – Kaufoption war jedoch zu hoch

Statt Coutinho zu verkaufen, wurde er per Leihe mit anschließender Kaufoption an den FC Bayern* in die Bundesliga abgegeben. Dort sollte er seine Spielfreude wiedererlangen und nach einer Saison gestärkt nach Barcelona zurückkehren – so der Plan. Für die hoch angesetzte Leihgebühr von 8,5 Millionen Euro wechselte er also nach München, wo er oftmals nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus kam. In der Triple-Saison unter Hansi Flick steuerte er in 38 Pflichteinsätzen immerhin elf Treffer und neun Vorlagen bei. Beim denkwürdigen 8:2 gegen seine ehemaligen Barça-Kollegen traf er sogar doppelt und bereitete ein Tor vor.

Trotz all der ansprechenden Leistungen des Südamerikaners war die Leihe zum Scheitern verdammt. Der FC Bayern hätte im Sommer 2020, also mitten in der Pandemie, eine Kaufsumme von 120 Millionen Euro – später 80 Millionen Euro – für Coutinho aufbringen müssen. Die Verantwortlichen lehnten wenig überraschend eine feste Verpflichtung des Offensivspielers ab. Und so musste Coutinho zurück nach Barcelona, für den er in der angelaufenen Spielzeit auch verletzungsbedingt lediglich 14 Spiele absolvierte.

Philippe Coutinho: Erster Startelf-Einsatz nach 2020 für Barcelona – kommt Ex-FCB-Spieler wieder stark zurück?

Als die Mannschaft von Ronald Koeman am vergangenen Montag mit Coutinho beim Heimspiel gegen den FC Granada auflief, war dies wohl ein besonderer Moment für den 63-fachen Nationalspieler. Denn nach seinem Außenmeniskuseinriss im Winter stand er erstmals wieder in der Anfangsformation der Katalanen – zum ersten Mal nach neun Monaten!

Zuletzt spielte er im Dezember 2020 bei einem 2:2 gegen den FC Valencia von Beginn an. Bei seinem Startelf-Comeback gegen Granada konnte er das Spiel seiner Mannschaft jedoch nicht maßgeblich mitgestalten. Erst in der Schussminute erzielte Barcelona das erlösende 1:1 gegen die Andalusier, da stand Coutinho bereits seit einer halben Stunde nicht mehr auf dem Feld.

Die Rückkehr in die Startelf dürfte dem einstigen Superstar freilich gut getan haben. Im Gegensatz zum ehemaligen Bayern-Leihspieler James Rodriguez, der kürzlich ins Niemandsland wechselte, stehen Coutinho in Barcelona theoretisch noch alle Möglichkeiten offen. Das Problem: Wie Coutinho selbst stürzt Barca aktuell gnadenlos ab. Der stolze Klub aus Katalonien hat wirtschaftliche Sorgen, es gibt Zoff zwischen Trainer und Präsident, in der Champions League scheiterte man krachend an den Bayern - und in der eigenen Liga kommt man nicht mehr über Unentschieden gegen Cadiz und Granada hinaus. Barcelona ist aktuell nur Siebter. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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