SC Hessen Dreieich hat Bedarf im Angriff

Bommer: "Das wird bis zum letzten Spieltag ganz, ganz eng"

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Danny Klein in der Partie beim FSV Frankfurt mit Robert Schick. Links: SC-Trainer Rudi Bommer.

Dreieich – Rechtzeitig vor dem Schneechaos hat Rudi Bommer am Dienstag seinen Skiurlaub in Österreich vorzeitig abgebrochen und sich auf die Heimfahrt an seinen Wohnort Aschaffenburg gemacht. Von Jochen Koch

„So hatte ich wenigstens noch ein paar Tage mehr Zeit, mich für die kommenden schweren Wochen vorzubereiten. “ Auf den Trainer des SC Hessen Dreieich wartet mit dem Trainingsauftakt am Montag (18.30 Uhr) eine heikle Aufgabe mit einem klaren Ziel: Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest. In die Winterpause ist der Aufsteiger als Tabellen-15. gegangen. Theoretisch ist das der erste Nichtabstiegsplatz. Praktisch ist es ein Abstiegsplatz.

Die drei Vereine auf den Plätzen 16, 17 und 18 steigen sicher ab. Der Tabellen-15. steigt ab, wenn ein Drittligist in die Regionalliga Südwest runter muss. Und wenn zwei Klubs runter müssen, steigt sogar der Tabellen-14. noch ab. Das wäre derzeit der Fall, denn in der 3. Liga belegen die SG Sonnenhof Großaspach (17.) und der VfR Aalen (19.) zwei Abstiegsplätze. Zum sicheren 13. Platz beträgt der Rückstand des Hessen Dreieich vor den letzten 14 Spielen einen Zähler. Der Tabellenzwölfte FSV Frankfurt hat sechs Punkte mehr.

„Ich will gar nichts hören, ob wir über oder unter dem ominösen Strich in der Tabelle stehen. Fakt ist, wir sind mitten drin in der Gefahrenzone, und die wollen wir natürlich schleunigst verlassen“, lautet das Ziel von Bommer, der aber auch genau weiß, dass es bis dahin einige Zeit dauern kann. „Es ist im Abstiegskampf eine brutal enge Konstellation, und das wird sich viele Wochen hinziehen. Ich rechne damit, dass es bis zum letzten Spieltag ganz, ganz eng wird.“

Dabei ist Bommer guter Dinge, dass sein SC Hessen, den er im Jahr 2016 in der Hessenliga vor dem Abstieg gerettet und dann zweimal zum Meistertitel geführt hat, auch diesmal wieder das bessere Ende für sich haben wird. „Wir haben eine gute Entwicklung hinter uns und einen großen Vorteil vor uns: Wir können jetzt mit dem kompletten Kader unsere erste gemeinsame Vorbereitung durchziehen.“ In der Hinrunde startete Bommer nach dem Aufstieg mit einem kaum verstärkten Hessenliga-Kader, der nach sieben Spielen mit nur einem Punkt wie ein sicherer Absteiger aussah. Erst als nach und nach Verstärkungen verpflichtet wurden, kletterten die Dreieicher in der Tabelle nach oben.

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Es war ein enormer Kraftakt, der bei einigen Spielern, denen im Sommer 2018 die Vorbereitung fehlte, deutliche Spuren und Blessuren hinterlassen hat. Bis auf Denis Streker, der jetzt nach einem Kreuzbandriss wieder dosiert ins Training einsteigen will, dürften alle anderen 25 Spieler aus dem Kader fit und frisch zum Trainingsauftakt einsteigen. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Dominic Rau, der sich vor der Winterpause einen spät erkannten Rippenbruch zugezogen hat. „Wir können diesmal auf einem Level trainieren, müssen nicht jede Woche einen oder zwei neue Spieler integrieren“, ist Bommer auch fest überzeugt, dass die Spieler ihr individuelles Laufprogramm in den letzten drei Wochen absolviert haben.

Für den einen oder anderen Spieler könnte die Zeit beim SC Hessen aber noch im Januar zu Ende gehen. Rudi Bommer will seinen mit 26 Spielern umfangreichen Kader verkleinern. „Ich kann nicht allen Spielern garantieren, dass sie Einsätze haben werden, da wäre es am besten, man würde sich trennen“, geht Bommer davon aus, dass zwei, drei oder auch vier Akteure bis zum Stichtag 31. Januar sich einen neuen Verein suchen und finden.

Dann wäre auch wieder Platz für die eine oder andere Verstärkung. Wie schon nach dem Fehlstart 2018 will Bommer auch Anfang 2019 nicht in der Breite, sondern mit Qualität, also mit Spielern aus der 3. oder sogar 2. Liga, nachlegen. Den größten Bedarf sieht Bommer dabei im Angriff, denn der beste Dreieicher Torschütze, Danny Klein, hat nur viermal getroffen, und davon dreimal in einem Spiel (3:4 bei der SV Elversberg).

„Wir haben natürlich immer Spieler im Auge“, hat Bommer mit seinem Co-Trainer Ralf Weber schon eine Liste erstellt, die aber noch nicht abgearbeitet werden kann, denn: „Das wird erst ein konkretes Thema, wenn wir Spieler abgegeben haben.“ Also erst verkaufen, dann einkaufen.

Quelle: op-online.de

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