Fußballfans kündigen Schweigeaktion an

Stiller Protest gegen DFL-Sicherheitskonzept

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Frankfurter Fans entzündeten zu Spielbeginn im Karlsruher Wildparkstadion am 6. Mai 2012 Feuerwerkskörper.

Frankfurt - Die deutschen Fußballfans wollen mit einer konzertierten Schweigeaktion gegen das geplante Sicherheitskonzept protestieren. 12 Minuten und 12 Sekunden soll es an den drei Spieltagen vor dem 12. Dezember, wo bei der Versammlung des Ligaverbandes DFL in Frankfurt das Papier verabschiedet werden soll, in den Kurven still sein.

Mehrere Fanorganisationen haben bereits ihre Teilnahme angekündigt.

Die Anfang der Woche veröffentlichten Zahlen der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze der Polizei (ZIS) hätten leider nicht für ein ruhigeres Arbeitsklima gesorgt, teilten die Fanorganisationen „Unsere Kurve“ und „ProFans“ mit. „Auf den ersten Blick wirken die Zahlen erschreckend und jeder Verletzte ist einer zu viel“, sagte „ProFans“-Sprecher Philipp Markhardt. aber in Relation zum Zuschaueraufkommen bei anderen Großveranstaltungen seien sie „weniger bedenklich.“

Genaue Aufschlüsselung der Zahlen erwünscht

Die Fanorganisationen vermissen zudem eine genaue Aufschlüsselung der Zahlen. „Verletzte durch Pfeffersprayeinsätze der Polizei oder auch Behandlungen wegen übermäßigem Alkoholkonsum deuten nicht auf einen Anstieg der Gewaltbereitschaft bei Fans hin“, heißt es. „Ebenso fehlt eine Statistik, wie viele der eingeleiteten Verfahren tatsächlich zu einer Verurteilung führen.“

Misstrauen der Fanorganisationen ist immer noch groß

ZIS-Chef Ingo Rautenberg konnte diesen Vorwurf nicht entkräften. „Dazu führen wir keine gesonderte Statistik“, sagte er auf die Frage, wie viele „Störer“ durch Pfefferspray verletzt wurden.

Das Misstrauen der Fanorganisationen ist immer noch groß - vor allem beim Thema Ganzkörperkontrollen. Markhardt sieht hier einen nicht hinnehmbaren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Daher lehne man das Entkleiden weiter kategorisch ab. Der Ligaverband betonte derweil, dass die sogenannten „Vollkontrollen“ nicht in die Statuten aufgenommen werden sollen und es auch keinerlei „Kollektivstrafen“ geben werde. Zudem trete man weiter für den Erhalt der Stehplätze als wichtigem Bestandteil der Fußball-Kultur ein.

So protestieren Fußballfans gegen den DFB

Pyrotechnik und Protestbanner

dpa/cd

Quelle: op-online.de

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