Randnotiz

Als Timo Werner das Karriere-Ende eines OFC-Talents einläutete

Kickers Offenbach: Sieg im Testspiel gegen TSV Vonhausen
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Philipp Fleischer (2015 in einem Testspiel gegen den TSV Vonhausen) schaffte bei Kickers Offenbach den Sprung aus der Jugend in die erste Mannschaft, entschied sich dann aber für ein Studium.

Philipp Fleischer absolvierte für Kickers Offenbach ein Spiel in der Fußball-Regionalliga, schlug dann jedoch in jungen Jahren eine andere Laufbahn ein. Ein Duell mit einem heutigen Nationalspieler ließ bei ihm diesen Entschluss reifen, wie der heute 26-Jährige berichtet.

Die Masse derer, denen eine Karriere als Fußball-Profi verwehrt blieb, lässt sich grob in zwei Gruppen unterteilen: Die, die behaupten, dass alles bloß an einer Verletzung scheiterte - und die, denen klar wurde, dass Profi und Fußball bei ihnen nicht zusammenpasst. Wie bei Philipp Fleischer. Seinen Aha-Moment schildert der 26-Jährige im Magazin „11Freunde“ auf ehrliche und unterhaltsame, weil selbstironische Weise.

„Im Sommer 2012 war ich 18 und galt als großes Defensivtalent in den Reihen von Kickers Offenbach“, berichtet Fleischer. Vor einem U19-Blitzturnier hatte er „bereits gegen solche Granaten wie Emre Can, Joshua Kimmich und Serge Gnabry gespielt und glaubte weiterhin daran, eines Tages mein Geld als Profi zu verdienen“. Seine Vorbereitung war jedoch „wenig professionell“, wie er zugibt. Die Tage vor dem Turnier verbrachte er am Goldstrand, dem Ballermann Bulgariens. „Ich war noch immer ziemlich angeschossen, als mich meine Eltern die zweieinhalb Stunden bis Stuttgart fuhren. Schon nach zwölf Minuten stand es 0:4. Alle Tore hatte mein Gegenspieler erzielt: Timo Werner.“

Sein Trainer Michael Hartmann habe Erbarmen gehabt und ihn ausgewechselt, erinnert sich Fleischer. „Dankbar kotzte ich ins Gebüsch und begrub den Traum von der Bundesliga. Kommentar meiner Eltern auf dem Rückweg: ‘Lern lieber was Anständiges.’ Heute studiere ich Sport auf Lehramt.“ Timo Werner wäre beim 0:6 gegen Spanien wohl auch lieber an der Uni gewesen oder hätte sich gewünscht, wieder Fleischer als Gegenspieler zu haben. Jedenfalls gab er keinen Torschuss ab. Dazu Fleischer, der nun für Oberligist FC Hürth spielt: „Viel schlechter hätte ich es auch nicht gemacht.“ Er kennt sich ja damit aus. (Von Christian Düncher)

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