OFC Gießen weist Parallelen zum vorherigen Gegner auf / Hirst seit sieben Spielen torlos

Wie Alzenau, nur nicht so erfolgreich

Wackelkandidat: Ob Kevin Pezzoni (rechts, gegen Lukas Wilton vom FSV Frankfurt) in Gießen für den OFC auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. Sofern er spielt, muss er aufpassen. Wie Nejmeddin Daghfous, Manolo Rodas, Marko Schikora und Maik Vetter sah er schon viermal Gelb. Fünf Gelbe bedeuten ein Spiel Sperre. Foto:pressehaus

Offenbach – Nur eine Woche nach dem Duell mit dem einen Aufsteiger aus der Hessenliga wartet schon der andere auf die Offenbacher Kickers. Und wieder ist es eine Premiere. VON CHRISTIAN DÜNCHER

Wenn der OFC in der Fußball-Regionalliga Südwest am Samstag um 14 Uhr beim FC Gießen gastiert, treffen beide erstmals in einem Punktspiel aufeinander. Das ist jedoch keineswegs die einzige Parallele zwischen den Mittelhessen sowie dem FC Bayern Alzenau, dem die Kickers vergangene Woche mit 0:2 (0:0) unterlagen.

Wie Alzenau hat auch Gießen in Daniyel Cimen einen einstigen OFC-Spieler als Trainer. Wie in Alzenau spielt auch bei Gießen in Jake Hirst ein einstiger OFC-Publikumsliebling. Und wie Alzenau haben auch die Gießener in Bilal Jomaa Zabadne einen Torwart mit OFC-Vergangenheit. wobei der nur Ersatzmann ist. Auch Cem Kara und Tim Korzuschek (Jugend) trugen einst das Kickers-Trikot. Das war es dann aber mit Gemeinsamkeiten. Während Alzenau (24 Punkte) nämlich im oberen Drittel mitmischt, ist Gießen noch nicht in der Liga angekommen und mit 16 Zählern bloß Viertletzter.

Immerhin: Nachdem es in der Auftaktpartie eine 1:7-Pleite bei der SV Elversberg gesetzt hatte, gab es zwischendurch ein Hoch mit elf Punkten aus sechs Spielen (drei Siege, zwei Remis, eine Niederlage). Besser als Rang 14 war der erst seit Juli 2018 bestehende Verein (Zusammenschluss aus VfB Gießen und SC Teutonia Watzenborn-Steinberg) aber nie platziert. Auch Jake Hirst konnte das nicht ändern. Der Zugang aus Offenbach hatte zwar mit drei Toren in den ersten Einsätzen einen starken Einstand, wartet inzwischen jedoch seit sieben Spielen auf seinen vierten Saisontreffer. Auch Sturmpartner Kara (ein Regionalliga-Einsatz für den OFC) war erst dreimal erfolgreich. Insgesamt trafen die Gießener erst 14 Mal.

Dennoch spricht OFC-Trainer Steven Kessler von einer schweren Aufgabe. „Es gibt immer mal kleine Rückschläge für Aufsteiger. Gießen hat aber eine eingespielte, gute Mannschaft, die über Qualität verfügt.“ Die der Kickers ist zwar deutlich höher, aber das zeigte sich zuletzt nicht mehr.

„Das ist eine schwierige Phase“, sagt der junge Mittelfeldspieler Luka Garic, der aufgrund von Patellasehnenproblemen fast zweieinhalb Monate zum Zusehen verdammt war und Mittwoch im Kreispokalspiel gegen den SV Dreieichenhain (7:0) sein Comeback gegeben hatte. „Ich fühle mit den Jungs, weiß aber, dass alle 100 Prozent geben und sich keiner hängen lässt. Es fehlen einfach die Ergebnisse.“ Warum? Keiner kann sich das genau erklären.

Maik Vetter hatte angeregt, dass man sich eventuell mal innerhalb der Mannschaft zusammensetzen und Klartext reden müsse. So eine Aussprache wollte Garic jedoch nicht bestätigen. „Wir sitzen nach jedem Spiel zusammen, auch in kleineren Gruppen, und überlegen, was wir hätten besser machen können. Das war auch nach dem Spiel gegen Alzenau so.“

Geredet und nachgedacht wurde inzwischen jedoch eigentlich genug. In Gießen müssen Taten folgen, sonst wird es nicht nur in sportlicher Hinsicht ungemütlich für die Kickers, die bei ihren Fans bereits den Großteil der Sympathien verspielt haben. Die Anhänger wollen endlich wieder einen Sieg sehen.

Eine Niederlage darf man sich auf keinen Fall erlauben. Schon jetzt ist der OFC die drittschlechteste Mannschaft der letzten zwei zweieinhalb Monate. Noch bleibt das Präsidium bei seinem Plan, erst in der Winterpause einen Nachfolger für Interimstrainer Steven Kessler zu präsentieren. Aber dieses Vorhaben ist nur durchzuziehen, wenn der Abstand zur Abstiegszone nicht noch kleiner wird. Ansonsten müsste man wohl kurzfristig reagieren.

Ein spätes Gegentor in Gießen kostet Kickers Offenbach (OFC) den Sieg - Trainer Kessler sieht aber einen „Schritt nach vorne“.

Quelle: op-online.de

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