„Er arbeitet wie ein Wahnsinniger“

Lob und Glückwünsche für OFC-Winterzugang Reinhard nach erstem Tor

+
Jubel nach dem Premierentor: OFC-Zugang Moritz Reinhard (Mitte) schreit nach dem 1:0-Siegtreffer gegen Dreieich seine Freude raus. Maik Vetter (dahinter) und Dren Hodja (rechts) sind die ersten Gratulanten.

„Das freut mich für ihn. “ Dieser Satz war am Freitagabend nach dem 1:0-Heimsieg der Offenbacher Kickers gegen den SC Hessen Dreieich mehrfach zu hören, unter anderem von OFC-Trainer Daniel Steuernagel und Verteidiger Francesco Lovric. Von Christian Düncher

Offenbach – Adressat der Glückwünsche war Moritz Reinhard – und der hatte sich diese mehr als verdient. Nicht nur, weil der Zugang aus der 7. Liga im dritten Regionalliga-Einsatz erstmals getroffen und damit zugleich das Siegtor erzielt hatte, sondern weil seine Leistung insgesamt stark war.

Steuernagel attestierte seinem Mittelstürmer sogar einen perfekten Auftritt. „Moritz hat alles richtig gemacht, keinen Fehlpass gespielt und wie ein Wahnsinniger gegen den Ball gearbeitet“, lobte der OFC-Coach und verteilte das Prädikat „super“. Schließlich müsse man berücksichtigen, dass Reinhard „ein paar Ligen übersprungen“ hat. Der 23-Jährige war in der Winterpause von der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach (Gruppenliga Fulda) gekommen, hatte wegen einer Sehnenreizung zu Beginn der Vorbereitung vier Wochen lang kürzer treten müssen, dann aber in den Testspielen gegen die Regionalligisten SC Verl (6:1) und FSV Mainz 05 II (3:3) mit fünf Toren für Furore gesorgt.

OFC gegen Hessen Dreieich: Bilder zum Derby

Bei seiner Regionalliga-Premiere im Heimspiel gegen Ulm (3:0) war er dann aber blass geblieben und in der 63. Minute ausgewechselt worden. Beim 5:0-Erfolg bei der TSG Hoffenheim II kam er nur in der letzten Viertelstunde zum Einsatz, konnte aber keine Akzente mehr setzen. „Das Tempo ist schon anders. Aber daran gewöhne ich mich nach und nach“, sagte Reinhard, für den mit dem Siegtor gegen Dreieich „ein Traum in Erfüllung gegangen“ war.

Dem Angreifer kam unter anderem zugute, dass er in ein funktionierendes Gebilde kam. „So ein Junge muss in eine intakte Mannschaft eingeführt werden“, sagte Dreieichs Trainer Rudi Bommer. „Bei uns ist in der Offensive dagegen derzeit vieles Stückwerk.“ Und natürlich profitierte Reinhard auch davon, dass er gegen den SC Hessen erst nach 60 Minuten eingewechselt wurde, als der Gegner körperlich immer mehr abbaute. „Die Dreieicher wurden müde. Dadurch ergaben sich für uns Freiräume“, analysierte Reinhard: „Zum Glück habe ich eine Chance genutzt.“

Das Aus im Viertelfinale des Hessenpokals gegen Dreieich im Oktober 2018 hatte der Mann mit der Nummer 30 auf dem Trikot noch im Liveticker auf op-online verfolgt: „Damals war es eine unglückliche Niederlage, diesmal ein dreckiger Sieg.“ Dabei hätte Reinhard im Alleingang für ein deutlicheres Ergebnis sorgen können. Bereits die erste Aktion nach seiner Einwechslung war eine Großchance. Nach feinem Pass von Varol Akgöz hatte Reinhard freie Bahn, scheiterte jedoch aus zehn Metern an Dreieichs Torhüter Pierre Kleinheider (62.). „Das Ding muss ich machen. Ich habe aber kaum darüber nachgedacht und die vergebene Chance schnell abgehakt.“

OFC-Zeugnis gegen Hessen Dreieich

In der 75. Minute war es dann so weit. Von der rechten Seite passte Jan-Hendrik Marx flach in den Rücken der Defensive, wo Reinhard vollstreckte. Später scheiterte er noch einmal an Kleinheider, in der Nachspielzeit zielte er aus rund 16 Metern etwas zu hoch. „Ich hätte zwei, drei Tore mehr machen können“, zeigte sich der Matchwinner selbstkritisch. Sein Gesamtfazit fiel aber positiv aus: „Die drei Punkte waren wichtig. Und für mich war es super, mal ein Spiel zu haben, in dem ich viele Aktionen mit dem Ball hatte.“

Die Atmosphäre im Stadion beflügelte ihn ebenfalls: „Es gibt einem Riesenrückenwind und zusätzliche Motivation, wenn so viele Leute da sind, die uns über 90 Minuten extrem gut unterstützt haben.“ Am Mittwochabend (19.30 Uhr) im kleinen Mainderby beim FSV Frankfurt hofft Reinhard auf eine ähnliche Unterstützung durch die OFC-Fans.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare