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Daghfous macht erstmals den Unterschied

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„Ich habe ‘volle Kanne’ draufgeknallt“: Nejmeddin Daghfous.

In Bahlingen glänzt der 32-jährige Nejmeddin Daghfous als Raumdeuter und Torschütze.

Offenbach - Der Auftakt in der Fußball-Regionalliga Südwest mit vier Spielen ohne Niederlage (10 Punkte) macht Spieler wie Verantwortliche der Offenbacher Kickers stolz. „Der Start ist super für uns“, freute sich Nejmeddin Daghfous. Während Torwart Dominik Draband die prägende Figur der ersten Hälfte war, entwickelte sich der 32-Jährige beim 2:1 (0:1)-Sieg beim Bahlinger SC nach der Pause zum Gesicht der Wende.

„Er ist der Unterschiedsspieler, den wir uns gewünscht haben“, lobte Sportdirektor Sead Mehic den Zugang vom Zweitligisten SV Sandhausen, den Trainer Daniel Steuernagel im zweiten Spiel der Englischen Woche nach langwieriger Knieverletzung und anschließender Darmerkrankung ursprünglich schonen wollte. Daghfous nimmt wegen seiner Darmentzündung noch immer Medikamente. In Bahlingen räumte er erstmals ein, wie sehr sie ihn beeinträchtigen: „Sie gehen auf die Pumpe, ich werde schneller müde als sonst.“ Weil der OFC aber nach ordentlicher Anfangsphase immer größere Schwierigkeiten bekam und gegen forsche und blitzschnell umschaltende Bahlinger mit viel Glück zur Pause nur 0:1 zurücklag, fiel die Schonzeit kurz aus. „Danach musste er ran und hat das ausgezeichnet gemacht“, lobte Steuernagel. Daghfous brachte die lange so schmerzlich vermisste Struktur ins Offensivspiel der Kickers. Geschickt bewegte er sich in den Räumen, schirmte gut den Ball ab und variierte Spieltempo und Rhythmus. Als Krönung seiner besten Vorstellung im OFC-Trikot sorgte er dann mit einem strammen Freistoßtor (69.) für den Ausgleich und die Wende. „Der Torwart hat wohl spekuliert, dass ich den Ball über die Mauer schlenze, aber ich habe ihn dann ‘volle Kanne’ aufs Torwarteck geknallt“, erklärte Daghfous: „Ich denke, er hat den Ball kaum gesehen.“

Räume gut bespielt

Für Mehic steht außer Frage, dass Daghfous ein ganz wichtiges Puzzleteil in der neuformierten Mannschaft ist. „Wir werden noch viel Freude an ihm haben“, ist er überzeugt. In Bahlingen spielte der Mann mit der Nummer zehn erstmals dort, wo ihn viele erwartet hatten: auf der zentralen Position in einer offensiven Dreierreihe. „Nej hat das sehr stark gemacht“, lobte auch Kapitän Richard Weil und sah in der Umstellung von 4-3-3 auf eine 4-2-3-1-Formation einen Schlüssel für die Wende.

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Weil Daghfous die Räume glänzend deutete, kommen auch die zuvor blassen Außenbahnspieler des OFC immer besser zur Geltung. Was auch am glücklichen Händchen Steuernagels lag. Der eingewechselte Manolo Rodas war am Ausgleich mit einem Steckpass auf Moritz Reinhard beteiligt, der ebenfalls eingewechselte Jakob Lemmer gefiel erst als Rechtsaußen und dann als Außenverteidiger mit Offensivdrang. „Mit seiner schönen Vorarbeit für Richard Weils Tor hat er sich belohnt“, lobte Mehic den Youngster der Kickers. „Wir haben richtig Qualität auf der Bank, können sehr gut nachlegen“, sieht sich Mehic in der Kaderzusammenstellung bestätigt. Mitentscheidend für den dritten Sieg im vierten Punktspiel war aber auch in Bahlingen die Willensleistung. „Wir bringen diese Mentalität auf den Platz“, lobte Daghfous seine vielen neuen Mitspieler: „Das Spielerische kommt dann von ganz alleine“, ergänzte er.

Mehic teilt diese Ansicht, verweist auf den Findungsprozess. „Der Aufwand, den wir betreiben, ist sehr hoch. Natürlich müssen wir noch an der Balance arbeiten zwischen Defensive und Offensive, aber das kommt Schritt für Schritt.“ Dass die Mannschaft aber wie schon in Freiburg (2:1) und gegen Aalen (1:1 in Unterzahl) Rückschläge verarbeitet und schwächere Phasen korrigiert, stimmt nicht nur Mehic zuversichtlich. „Wir haben das Spiel in der zweiten Hälfte verdient gedreht“, meinte Daghfous, verschwieg aber nicht das Manko in der Schlussphase: „Wir müssen unsere Chancen besser nutzen.“ Einige vielversprechende Konter, zumeist von Daghfous initiiert, spielten die Kickers letztlich nicht konsequent genug zu Ende. „Das müssen wir besser spielen“, fordert Trainer Steuernagel. Am besten schon am Sonntag (13 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim II. Die flinken und spielstarken Talente des Bundesligisten dürften ihr Heil in ähnlich überfallartigem Offensivspiel wie Bahlingen suchen. Und wie lautet Offenbachs Rezept dagegen? „Wir müssen es schaffen, mal 90 Minuten so zu spielen wie in der zweiten Hälfte in Bahlingen“, fordert Mehic.

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Quelle: op-online.de

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