Furcht vor Corona, Respekt vor der TSG Balingen

Kickers Offenbach muss auf Luka Garic verzichten

Haben die Kickers erstmals auch in Balingen Grund zum Jubel? Beim einzigen Gastspiel reichte es am 20. April 2019 nur zu einem 2:2. Wie man in Balingen gewinnt, weiß Francesco Calabrese (links, neben Mathias Fetsch und Davud Tuma). Mit Bayern Alzenau gewann er das letzte Punktspiel vor dem Corona-Abbruch bei den Schwaben 2:1.
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Haben die Kickers erstmals auch in Balingen Grund zum Jubel? Beim einzigen Gastspiel reichte es am 20. April 2019 nur zu einem 2:2. Wie man in Balingen gewinnt, weiß Francesco Calabrese (links, neben Mathias Fetsch und Davud Tuma). Mit Bayern Alzenau gewann er das letzte Punktspiel vor dem Corona-Abbruch bei den Schwaben 2:1.

Zum dritten Auswärtsspiel der Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest ist Kickers Offenbach bereits am Donnerstag aufgebrochen. Die Corona-Pandemie erfordert besondere Maßnahmen bei der Anreise nach Balingen, auf die Luka Garic wegen Knieproblemen verzichten muss.

Offenbach – Rein sportlich ist die Sache klar: Wenn die Profis der Offenbacher Kickers am Freitag (19 Uhr) bei den Amateuren der TSG Balingen antreten, ist die Frage nach dem Favoriten schnell geklärt. Doch anders als in der vergangenen Saison, als die TSG lediglich elf Punkte holte, ehe Corona dafür sorgte, dass ihr der Abstieg nach 23 Spieltagen als Vorletzter verwehrt blieb, läuft es in dieser Saison wieder bei den Schwaben. Vor allem zuhause, wo maximal 500 Zuschauer ins Bizerba-Stadion dürfen: Zwei Siege (5:1 Tore) stehen da zu Buche, womit die TSG ihre Heimbilanz der Vorsaison (4 Punkte in 12 Partien) bereits jetzt getoppt hat und mit insgesamt 7 Zählern auf bestem Weg ist, ihre Horrorbilanz der vergangenen Spielzeit vergessen zu machen.

Entsprechend gewarnt traten die Kickers, mit zwei Auswärtssiegen zweitbestes Auswärtsteam nach Bayern Alzenau (7), die weite Reise gestern an. Allerdings kurzfristig ohne Mittelfeldspieler Luka Garic. Der 20-Jährige, beim 3:0 gegen Hoffenheim II in der Startelf, knickte im Training weg und musste mit Schmerzen in der Patellasehne passen. Für ihn dürfte Luigi Campagna in die Startelf zurückkehren. Eine weitere Alternative ist Tim Dierßen, dessen Reaktion im Training Trainer Angelo Barletta gefallen hatte. „Er ist auf einem guten Weg“, lobt er.

Der sportliche Respekt ist groß, der organisatorische Aufwand ebenfalls. Die Hygiene-Maßnahmen sind für den OFC-Tross nicht zuletzt bei Busfahrten und Übernachtungen Thema. Maskenpflicht und Abstandsregelungen sind vorgeschrieben, zudem werden mehr Pausen bei Fahrten eingeplant. Zu groß ist die Furcht, dass Corona-Fälle einen gesamten Verein lähmen könnten.

TuS Rot-Weiß Koblenz, der FC Gießen und der Bahlinger SC haben nun erfahren, was das bedeutet. Alle drei Klubs sind nach Corona-Fällen zum Zusehen verdammt. „Es ist keine gute Nachricht, dass wir zu diesem frühen Zeitpunkt schon drei Mannschaften aus nur einer Spielklasse haben, die nach positiven Tests in Quarantäne müssen. Und der Herbst kommt noch“, sagt Sascha Döther, Geschäftsführer der Fußball-Regionalliga Südwest. „Angesichts von 42 Spieltagen wird das Ganze schon jetzt eine große Herausforderung. Wenn man bedenkt, dass hier nicht nur Profis, sondern auch Amateure auf dem Platz stehen, werden weitere Partien unter der Woche für manche Vereine natürlich ein erheblicher Mehraufwand“, meint Döther.

Acht Spiele sind schon abgesetzt. Beim Bahlinger SC dauert die Quarantäne bis 30. September. „Man könnte meinen, dass die zuerst positiv getesteten Koblenzer das Virus beim Spiel in Gießen weitergegeben haben, aber das greift zu kurz“, sagt Döther. „Wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass die Ansteckung im Spiel so gut wie ausgeschlossen ist. Eine Verbreitung kann vielmehr innerhalb der Mannschaft bei Teamsitzungen, Videoanalysen oder Physio-Anwendungen passieren.“

Während der FC Gießen bis 10. Oktober warten muss, darf Koblenz bereits am 3. Oktober wieder ran. „Der Spielplan wird eine Herkulesaufgabe. Und vor allem zeichnet sich jetzt schon ab, dass er immer voller werden wird“, sagt Döther. Der OFC ist also gut beraten, die Corona-Regeln streng zu befolgen, um nicht selbst in Terminnöte zu kommen. „Derjenige, der die Vorgaben am besten umsetzt, wird am besten durchkommen“, ist Barletta überzeugt.  jm/tor

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